g onntagsgru
deblatd für die evangelische Virchengemeinde Gießer,
Nr- 10
Gießen, Sonnrag Lärare, den 10. März 1918
7. Iahrg.
weine nicht!
Evangelium des Lukas 7, 13. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn dieselbe, uns er sprach zu ihr: Weine nicht!
Ungezählte Frauen und Witwen gibt es letzt auf der Welt, deren Söhne im blühendsten Jünglingsalter der grausame Krieg hinweggerafft hat. Viele Tränen sind geflossen und fließen immer aufs neue. Menschentrost kann da nicht viel verfangen, nur Jesus kann auch heute helfen. Er ruft — wie einst der Witwe zu Nain — auch heute ;edem zu:
„Weine nicht!" Wohl allen, die das Trostwort hören und zu Herzen sehmen! Sie werden nicht in dumpfe Hoffnungslosigkeit versinken. ,
Und warum nicht? Was hat der Heiland denn für einen Trost bereit, daß er auch
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..Ich bin die Auferstehung und das LeStn. Rektor Tr Frisch Ownn ibm iola e S an mich, wird nimmermehr sterben." Wer
Militärpaß. Das einzige, was durch beinahe 80 Jahre gleich geblieben ist, ist die grüne Farbe des Einbandes. Im Jahre 1840 hatte Gießen 7209 Einwohner, war also noch eine Kleinstadt, mithin ist das Adreßbuch aus diesem Jahre auch ein sehr dünnes Bändchen. Es zerfällt in vier Teile: der erste enthält ein Kalendarium für das schon mehrfach angeführte Jahr, der zweite ein Verzeichnis der Behörden und Beamten, der dritte bringt diese noch einmal in alphabetischer Reihenfolge, und der vierte Teil zählt die Hausbesitzer, nach Straßen geordnet, auf. Tie Einwohner, die weder Beamtencharakter hatten noch Hausbesitzer wa ren, sind überhaupt nicht genannt, sie galten damals offenbar nichts.
Tie Universität war etwas anders organisiert als heute. Unter ihren Beamten wird an erster Stelle genannt der Groß-
das glaubt und wer seinen lieben Angehörigen in diesem Christusglauben gefallen weiß, der ist gefeit gegen verzehrenden Gram und hoffnungslose Trauer. Es gibt viele heute in deutschen Landen, deren Glaube sich jo in Trübsal bewährt. Mögest du, der du dieses liest, !auch zu ihnen gehören! Denke daran: auch von dem fernen Grab meines
dem Tr. Linde übertragen. Als vierter Be amter wird der Syndikus Tr. von Löhr genannt, an fünfter der Universitätsrichter Tr. Trygophorus. Neben der evangelisch-theologischen Fakultät bestand damals an der Gießener Universität eine katholisch-theologische Fakultät. In katholischen Kreisen ruhte man aber nicht, bis die jungen Leute, die sich dem Studium der katholischen Theo
Feindesland tönt es'zu mir wie %®fe|eifsu jh&X" be^einSbcfuilbbem
Mainzer Priesterseminar überwiesen wurden, was im Jahre 1851 geschah. Wer die Sachlage objektiv beurteilt, wird diese Be- msühungen für berechtigt ansehen. Gießen war damals eine beinahe ganz evangelische Stadt, in der soeben erst eine katholische Kirche erbaut worden war. Tie jungen katholischen Theologen fanden doch in Mainz bei dem dortigen reich entwickelten kirchlichen Leben ganz andere Anregungen, als in der kleinen Protestantenstadt. Wir wür den heute ein evangelisch-theologisches Pre- Em Adreßbuch der Stadt Gießen ist zum digerseminar auch nicht in Aachen errichten
„Weint nicht, mein Erlöser lebt!
Hoch vom finstern Erdenstaubc Hell empor die Hoffnung schwebt.
Und der Himmclsheld der Glaube,
Und die ew'ge Liebe spricht Kind des Vaters, zittre nicht!"
Geschichten und Bilder aus Alt Gietzen.
2 . Das Adreßbuch vom Jahre 1840.
erstenmal im Jahre 1840 erschienen. Den Wandel der Zeiten erkennt man schon, wenn miau dieses Büchlein mit dem heutigen Adreßbuche vergleicht. Das Adreßbuch des Jahres 1840 „Adreßkalender der Stadt Gießen" genannt, ist in Taschenformat, richtiger gesagt in Westentaschenformat erschienen und ist nicht einmal so groß wie ein
oder nach Dieburg verlegen. Der bedeutendste unter den Gießener Professoren war in dieser Zeit Justus Liebig. Hervorragende Männer waren auch der Theologe Credner, nach dem die Crednerstraße genannt ist, und der Wiederhersteller der Wartburg, der im Jahre 1889 hier verstorbene Professor Hugo von Ritgen.


