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wiß Nicht versäumen werde, an seinem Häuschen eine Marmortafel mit der Inschrift an- zubringen: „Hier wohnte Kammacher Schä- fier, der Schöpfer unseres Wellingtonien- parks. Ehre seinem Andenken! Die Stadt Gießen." Die Sache ging ihm Tag und Nacht im Kopfe herum, und um mit sich zu Ruhe zu kommen, beschloß er, die Heimreise gar nicht abzuwarten, sondern den Samen per Post heimzuschicken. Er beschaffte sich denn auch ein Säckchen davon und schickte es mit einem Schreiben an die Bürgermeisterei in Gießen. „Biste des nächst' Jahr heim kimmst, kannste d'r die Blänzercher schon betrachte," meinte er.
steht, der Gefahr trotzt, vor welcher alle anderen zurückschrecken, und welche, wenn sie nicht besiegt wird, die andern verschlingt. Jede edle Krone ist eine Dornenkrone.
Thomas Cartyle.
Auch stille sein ist ein gewaltig Werk.
Friedrich Lienhard.
,Jch möchte so gern alle meine Untertanen glücklich sehn, aber kein Mensch kann wahrhaft glücklich sein, der nicht gut ist; und gut von Herzen kann er nur allein durch die stille umschaffende Kraft der Religion werden. Friedrich Wilhelm III.
Ein Jahr später traf Schäfer wieder in Gießen ein, und sein erster Gang war auf das Rathaus. „Gundag," sagte er zum Bürgermeister, — „da wär ich Widder!" Der sah ihn mit einem eigentümlichen Blick an, als wenn er absolut kein Verständnis für diese Erklärung habe. Schäfer wiederholte daher: „Ja, da bin ich Widder." „Das seh ich," antwortete der Bürgermeister und machte die Augen noch weiter auf. „Na," sagte Schäfer, „ich war doch in Amerika un bin aweil zu- rückgekomme un wollt emal hörn, was es mit mei'm Wellingtoniesame, den ich vorm Jahr eriwwer geschickt Hab', gegewwe hat." Jetzt erst ging dem Bürgermeister ein Licht auf; er begrüßte den Alten freundlich, unterhielt sich mit ihm, aber von dem Samen wußte er nichts. „Das Säe deht er net selbst besorje, das wär Sach vom Stadtgärtner. Frage se doch emal de Ratsdiener," sagte er und damit war der Besuch beendet. Bange Zweifel stiegen in dem Alten auf. Er lief zum Ratsdiener und erkundigte sich bei diesem. ,,A'- fangs wollt' der auch nix von dem Same wisse," erzählte Schäfer, „schließlich gab er awwcr zu, daß des Säckelche a'gekomme un laus de Boddem gebracht worde wär." — „Wo, trug ich, warum habt e'n dann nett gesät?" — „Ei weil eit die Mäus gefresse hawwe, antwortete der Ratsdiener, dann fügte er, gewissermaße um sich zu entschuldige, odder um mich zu beruhige, dezu: Ich will awwer doch etz emal e Fall stelle." — „Se könne sich denke," sagte damals der alte Schäfer zu uns, „daß es mir war, wie wenn mir einer en Kiwwel mit Wasser iwwer
de Rücke geschütt' hätt'." -
Schäfer hat die schnöde Gleichgültigkeit, welche die Bürgermeisterei in dieser Sache an den Tag gelegt hatte, nie vergessen können. Wer weiß, ob wir nicht jetzt einen vierzig Jahre alten Wellingtonienhain hätten, wenn der Same nicht von „de Mäus gefresse" worden wäre! -, — L. F.
Worte zum Nachdenken.
Der Anführer der Menschen ist der, welcher vor der vordersten Reihe der Menschen
Gottes Mühlen mahlen langsam, Mahlen aber trefflich sein.
Was mit Langmut er versäumt,
Holt mit Schärf' er wieder ein.
Friedrich von Logau.
kirchliche Anzeigen.
Sonntag den 3. März. Oknli.
Gottesdien st.
In der Stadtkirche. Vormittags 914 Uhr: Pfarrassistent Lie. Reuning. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusge- meinde. Pfarrer Mahr. — Abends 6 Uhr- Pfarrer Schwabe. — Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthänsgemeinde. — Dienstag den 5. März, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. — Freitag den 8. März, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäus- gemeinde.
In der Iohannerkirche. Vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. — Abends 6 Uhr- Pfarrer Ausfeld. — Abends 148 Uhr: Ver- eruigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde. — Wends 1 / 2 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen äugend der Johannesgemeinde. — Freitag t>en 8. März, abends 146 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde.
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Im Konfirmandensaale (Liebig- straße 56). Nachmittags 2 Uhr: Gottesdienst und Feier des heiligen Abendmahles für Taubstumme. Pfarrer Bechtolshcinier.
Am nächst künftigen Sonntag den 10. März findet im Abendgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde gemeinsam statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Derantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck »nd Berlag der Drühl'scheii UniversitSts-Buch- »nd Steindruckerei
R Lauge. Eietzen.


