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die Worte lauteten nicht anders als ti-tam, ti-tam, ti-tam-tara. Es war so interessant zuzusehen, wie die Säge durch das harte .Holz ging, das man zu den Fenperrahmen ver­wendet oder wie das Etas mit dem Dm- nianten geschnitten wurde. Deshalb ging ich besonders gern in die Glaserwerkltatt, weck ich immer die Eckchen bekam, die beim Ein­rahmen von Bildern abfielen. Man konnte damit so schön spielen, namentlich wunder­volle Quadrate zusammensetzen.

Auch desSchlossermartins" erinnere ich mich noch. Das war ciu Schlosser, der mit dem Vornamen Martin hies; uird ungefähr 260 Pfund wog. Eine Werkstatt hat er, so­viel ich weis;, nicht gehabt: ich kann mich auch nicht erinnern, ihn jemals mit Schurz -1 soll und Handwerks gerät gesehen zu. haben, j Sein Körpergewicht bezeugt schon, daß er, seine Kräfte nicht in der Arbeit verzehrte.! Hatte jemand im Torfe trüben Wein, so wurde der Schlosscrmartin gerufen, der nicht wählerisch war und alle im Dorfe trchb ge- wordeiien Flüssigkeiten trank, wenn sic nur alkoholischer Art waren. Seine alte Mutter war das Ainmenbäschen des Torfes. Oft wurde ihr eine Flasche Weiii geschenkt, kein Wein von der Sorte, die ihr Herr Sohn zu triiiken bekam. Der Schlossermartin, der da­mals übrigens auch schon ein Mann von über 50 Jahren war, trank nun heimlicher­weise den Wein seiner Mütter, legte die Flasche, >die iit einem Schranke Herwahrt wurde, um, schüttete Wasser auf den Boden und behauptete, die Flasche ser umgefallen, der Kork habe sich losgelöst und der Wern sei 'ausgelaufen. Einmal war im w,orfe das

Gerücht verbreitet, in der .gasse sei

allnächtlich ein Gespenst zu sehen, das in weißem Gewände so pflegen sich die Ge­spenster ja in der Regel zu tragen durch die Gasse marschiere. Tie Gemüter der Aengstlichen waren sehr erregt, die alten Frauen und die Kinder fürchteten sich. wurde die Sache aber auf eine sehr natür­liche Weise aufgeklärt. Das Gespenst war der Schlossermartin, der in der unlieimttchen Gasse wohnte. Er wurde nachts zuweilen ge­waltig vom Durst geplagt, und da im Schränke der Mutter fein Wein zu finden war, so ging er es war Hochsommer in sehr leichter Gewandung und barfuß (da­her der leise, gespenst er hafte Gang, mit dem Kruge in der Hand zum Röhrenbrunnen, um sich einen frischen Trunk zu holen. Es war ja recht anerkennenswert, daß der Schlosser­martin das Wasser nicht verschmähte.

Auch in der Nachbargemeinde waren einige Personen, die mir deutlich in der Er­innerung geblieben sind. Da war der alte Lebrer Z., unerschöpflich in Anekdoten und interessanten Geschichten. Er war Jung­geselle und lebte zusammen mit seinen beiden alten Schwestern Annmarie und Lisbeth. Z war ein kluger Mann, man nannte ihn deshalb denMetternich" nach dem bekann­ten österreichischen Staatsmanne. Man sagte.

Z. regiere die Gemeinde, seine Schwester Lis­beth aber regiere ihn. Mithin war die Lis­

beth der heimliche Bürgermeister der Ge­meinde. Wenn ich an Lehrer Z. denke, so muß ich.immer auch an seine Schnupftabaks­dose denken, die er beim Gespräch beständig in den Händen l-ielt und von deren Inhalt er jedem Bekannten anbot. Ta wurde nach Schnupsermauier zuerst aus den Deckel ge­klopft ich nehme an, damit die Maße auseinandergehe dann bekam die Rase ihre Labung, es folgte ein überlautes Niesen, und das rot oder blau geblümte Taschentuch trat in Aktion. Das kleine, unanseUiliche Schul Haus Lehrer Z. besaß ein eigenes Wol'inha.is lag dem PfarrHanse gegen­über. War' morgens Schulpanse, so trat Z. bei gutem Wetter an das Pfarrhaus, der alte Pfarrer O. erschien Unter dem offenen Fenster, und nun hielten die beiden ihr Ständchen". Kann ich mir Lehrer Z. nicht ohne Schnupftabaksdose vorstellen, so Pfar­rer O. nicht ohne Schlaf rock und lange Pfeife. Cr barte eine Tieuskmagd, die ihm unge­fähr 60 Jahre treu gedient hat, es war die Lisbeth aus dem - enwald. Sie trug nach die Odenwälder Tracht, namentlich erinnere ich mich, daß sie eine sehr altmodische, braune Haube auf dem Kopfe hatte.

Alte diese Personen ruhen nun schon längst unter dem grünen Rasen. Tie Spur ihrer Erdentage ist vergangen, und die heute lebende und kämpfende Generatton weiß sich ihrer kaum noch zu erinnern.

Gießen und seine Nachbarstädle im Jahre *814-

In der hiesigen ll'-ttversitäts-Bibliothek befindet sich ein Buch, das den Titel trägt: Nachrichten und Bemerkungen aus den Feldzüoen des Jahres 1813 und 1814 ans dem Tagebuch eines Feldgeistlichen in dem preußischen Heere" und von dem Könrgs- berger Professor der Theologie Rhesa her­rührt. Geh. Hofrat Professor Tr. Haupt bat im vorigen Jahre in denHessischen Blättern für Volkskunde" auf dieses Buch aufmerksam gemacht und einen Abschnitt dar­aus, der das Volksleben im Bogelsberge be­schreibt, mitgeteilt. Rhesa hat auf dem Marsche nach Frankreich auch die Städte Marburg, Gießen und Wetzlar besucht und hierüber Auszeichnungen gemacht, die folgen­den Wortlaut haben:

Am 14ten Dezember brachen wrr von Mtenburg auf uird gingen nach Kirchhain bei Marburg. Es war mir angenehm, diesen schönen Musensitz Deutschlands näher kennen zu lernen. Tie Proessoren Marburgs nah­men mich mit auszeich e. der Ee älligkertauf. Lehrer und Lernende sind von einem pattio- tischen Enthusiasmus beseelt, welcher sie un­ter der vorigen Regierung oft in Gefahr brachte. Itzt eilt alles, was von Studie­renden hier ist, selbst von den Schulen, zu den Waffen. Tie Stadt zählt 6 bis 7000

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