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Ich will in deiner Führung bleiben.
Ja, Herr, ich will!
Ms ich kürzlich diese Strophen las, erschienen sie mir besonders geeignet als Eingangsspruch in ein neues Jahr. Ich sagte mir, wenn ein jeder von uns, die wir ihn lesen, ihn nicht nur in sein Sammelbuch, sondern auch in sein .Herz schreiben wollte, dann könnten wir beruhigt über die Schwelle des Jahres tretest, denn wir wüßten alsdann, daß wir in Gottes Hand geborgen wären/für Zeit und Ewigkeit.
Welch herrlichen, gesegneter! Ausblick gibt uns oieses Bewußtsein! Gerade in der Jetztzeit, die durch so viel Schweres belastet ist, das uns niederdrückt, so daß wir oftmals glauben, uns nie mehr davon erholen zu können, gerade jetzt bedürfen wir der Zuversicht zu Gottes Führung, um freudig und getrost unfern Weg gehen zu können. Tie Hoffnung ist uns damit gegeben, daß, was auch kommen mag, wir int Hinblick auf die
g esegnete Hand, die uns führt, dem ewigen iele immer näher gebracht werden, sei es in Stürmen und Wetterwolken oder in Sonnenschein und Frieden.
Ich erinnere mich hierbei an einen Silvesterabend, von dem ich schon einmal erzählte; damals lebte ich noch in dem hoch am Waldessaum einsam gelegenen Hause, im Kreise einer zahlreichen Familie.
An jenem Abend nun, zu Mitternacht, wurde ein Fenster geöffnet, und tvir hörten eine Glocke durch, die iveite Stille tönen, der bald andere folgten. Binnen kurzem hallte das Tal wider von den Glocken der einzelnen Dörfer. Es war ergreifend, dieses Glockenläuten in der Stille der Nacht. Doch plötzlich kam ein lautes Krachen und Tröhi- nen, das fast unheimlich klang und das wir uns zuerst nicht zu erklären vermochten. In dem ungewöhnlich kalten Winter war die Lahn fest zugefroren, und in dieser Nacht begann der Eisgang. Es war dies eine wunderbar großartige Naturerscheinung und um so eindrucksvolle^ als man zwisck)endurch immer wieder die Glockenstimmen vernahm, die das neue Jahr einläuteten. In dein Gebraus der Naturgewalten waren sie die Stimmen, die nach, oben rie'en und uns den Weg des Friedens sestzuhalteu mahnten.
Möchten lwir alle im neuen Jahre, das wir beginnen, den Weg nach oben suchen und finden!
Ich weiß nicht, was der Tag mir bringt. Doch soll mir drum nicht grauen;
Tenn meine Seele hat gelernt,
Tir, Jesu, zu vertrauen.
Und so erwart' ich froh und still.
Was, Herr, dein Wille von mir will. Gewiß, du führst mich durch die Zeit Auf sichrem Pfad zur Herrlichkeit?
Baronin R.
Neujahrsspruch.
(Röm. 5, 3—5.)
Mit Arbeit und mit Beten,
Mit fein Geduldigsein Laßt uns durchs Jahr hingehen. Und soltt's das letzte sein! Kindsreudig vor Gott tteten.
Sein Wille mag geschehen!
K. F. Knodt t-
Kleine Mitteilungen.
Einer der ältesten Gießener Bürger, Herr Bildl-mrer Wilhelm Barthel, geboren zu Hildburghausen am 20. Tezember 1830, teilt uns einen Bers aus dem Dreißigjährigen Kriege mit, den er in seiner thüringischen Heimat von seiner Mutter gehört hat, die selbst wieder ihr Wissen aus mündlicher, von Generation zu Generation geltender Fa- milientradition hat. Ter Bers heißt:
Tie Schweden sind kommen,
Haben alles mitgenommen,
Tie Fenster zerschlagen.
Das Blei fortgetragen.
Kugeln davon gegossen Und die Bauern erschossen.
Unsere tapferen Soldaten haben es zu verändern gewußt, daß in diesem Kriege ähnliche Trübsal über^ uns gekommen ist.
Wir haben in unserem Gemeindeblatte schon mehrfach daraus hin gewiesen, daß früher in Gießen zivei evangelisch Kicchnge- meinden, die Stadtgemeinde und die Burg- gemeinde, bestanden. Beide bestanden noch nebeneinander, auch nachdem die Burgkirch nn Jahre 1821 niedergelegt worden war. Im September 1837 erfolgte die Vereinigung zu einer evangelischen Kirchngeineinde Girßen.
kirchliche Anzeigen.
Sonntag den 30. Tezember.
Sonntag nach Weihnachten.
G o t t e s di en st.
3n der Stadtklrche. Vormittags 9h- Uhr: Pfarrassiftent Liz. Neuning.
In der Iohanneskirche. Fällt wegen Koh lenersparnis aus.
Montag den 31. T e z. (Silvester).
In der Stadtkirche. Abends 6 Uhr: Pfarrer Mahr.
In der Iohannerkirche. Abends 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.
TienStag den 1. Jan. (Neujahr).
In der Stadikirche. Vormittags 9 1 /« Uhr: Pfarrer Schwabe. — Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr.
In der Iohannerkirche. Vormittags 9y_> Uhr; Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 11 Uhr: Kinder kirche für die Johannes gemeinde. Pfarrer Ausfeld. — Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.
Verantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer Druck uudDerloy der Brühl'schen Unioerfitäts-Buch- und Steindruckore-
R. Lang«, Dieben


