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Unschön ist hier nur das Fremdworteta­bliert", es war jedoch 1870 noch die Zeit, da dergleichen Fremdwörter sich massenl-aft in die deutsche Schriftsprache, namentlich rn die Militärsprache, eindrängten. .

Bemerkt sei -auch noch, das; Kunstzeit­schriften manchmal über Grabsteine Rat­schläge erteilen, die nur einer sehr einseitigen künstlerischen Richtung entsprechen, dein Ge- mütsleben aber in keiner Weise Rechnung?' tragen. Lieber mag ein Grabstein etwas un>- künstlerisch sein, als daß er nicht zu dem Herzen des Menschen redet.

Eine Frage von großer Wichtigkett ist die, welche Bibelsprüche man unter die An­gaben setzen soll, wie sie im vorstehenden, mitgetcilt sind. Darüber werden die Glieder unserer Kirchengemeinden sich doch einig sein, 'daß nur ein passend ausgewählter Bibel­spruch der Grabinschrift ihre Weihe gibt. Run sind allerdings die Sprüche, die vom Heldentod, von Schlachtentod, vom Sterben für das Vaterland reden, nicht zahlreich. Zu nennen sind hier Sprüche 21,31: Rosse wer­deii zum Streittage bereitet, aber der -Lieg kommt von dem Herrn (steht ans dem Grabe des Generals v. Fvanyois im Chrcntale bei Saarbrücken), ferner 1. Makkabäer 9, IO: Ist unsere Zeit gekommen, so wollen wir ritter­lich sterben (steht auf dem Denkmal der hessi­schen Division im Bois de la Cusse bei Gra-

Ganz gewiß sind passend auch die Worte, die sich auf den Opsertod des Heilandes be­ziehen: denn wer für sein Vaterland stirbt, der ist in der Nachfolge des Herrn begriffen. Hierher gehören die Worte Evang. Foh. 15, 13. Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde

Evang. Ioh. 2, 26: Wer mir dienen will, der folge mir nach, und wo ich bin, da soll mein Tiiener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.

Evang. Matth. 10, 39: Wer sein Leben verlieret, der wird es finden,

Mcht vom Kampfe und der Krone des Kriegers, sondern des Christen in seinem Glaubensstand Handeln 2. Tim. 4, 7 u. 8: Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten, hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche der Herr an lenem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht mir allein, sondern auch allen,, die seine Er­scheinung lieb haben, !un|b' Offenb. Ioh. 2, 10: Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Diese beiden Sprüche können selbstverständlich auf dem Grabe eines für das Vaterland gefallenen Kriegers Verwendung finden.

Lelw zahlreich sind die Bibelworte, die von der Ergebung in Gottes Willen und vom ewigen Leben handeln, sie werden auf Krie­gergräbern eine zu Herzen gehende Sprache reden. Ich nenne Wer Evang. Ioh. 14, 2 <: Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die

Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Offenb. Ioh. 7, 16. Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten: es ivird mich nicht auf sie fallen die Sonne oder irgend eine Hitze. Offenb. Ioh. 7,17. Das Lamm mitten im Stuhl wird sie weiden uiid leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen, und Gott wird abwischen alle Tränen von klaren Augen. Psalm 126, 5 u. 6. Tie mit Tränen säen, werden mit Freuden ern­ten. Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben. Fes. 55, 8 u. 9. Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht bei: Hem, sondern so viel der Himmel höher ist denn die Erde, so sind auch meijne Wege höher denn eure Wege, und meine Gedanken denn eure Gedanken. Feremia 29, 11. Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht Gedanken des Leides. PW. 1, 21. Christus ist mein. Leben und Sterben mein Gewinn. Offenb. Ioh. 14, 13. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Fa, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit: denn ihre Werke folgen ihnen nach. 1. Kor. 15. Es wird gesäet verweslich und wird auserstehen unverweslich. Es wird gesäet in Schwach­heit w\b wird auferstehen in Kraft. Es wird gesäet ein natürlicher Leib und wird auf­erstehen ein geistlicher Leib. Fes. 26, 19. Er wird den Tod verschlingen ewiglich un!d der Herr wird die Tränen von allen An­gesichtern abwischen.

Auf dem Grabe eines preußischen Garde- osfiziers auf dem Schlachtfelde von Grave­lotte steht geschrieben Fes. 60,19. Tie Sonne soll nicht mehr des Tages dir scheinen, unp> der Glanz des Mondes soll dir nicht leuchtvn',.. sondern der Herr wird dein ewiges Licht sein und Gott wird dein Preis sein. Gerade wett dieses Wort weniger bekannt ist, wirkt es um so melw. Eigenartig wirkt und zugleich auch ergreifend das Wort Psalm 16, 6. Das Los ist mit gefallen auf das Lieblichste: mir ist ein schön Erbteil geworden. Dieses Wort steht gleichfalls bei Gravelotte auf dem Grabe eines Unteroffiziers, der mit der Fahne in der Hand gefallen ist.

Unter Umständen kann man auch Gesang­buchs oerse oder sonst ein frommes Wort an die Stelle des Bibelspruches setzen. Geeignet ist der Vers aus dem Liede von Paul Ger­hard: Wenn ich einmal soll scheiden usw. oder ein Vers aus dem Liede: Jesus meine Zuversicht. Aus dem Grabe eines Fälmrrchs bei Vcrneville stellt: Gott gebe semer Seele Frieden und Seligkeit! Auf dem Grabe eines Regimentsadjutanten bei Vion- ville ist zu lesen: Fern vom Vaterland, doch in Gottes Hand, und auf dem Grabstein des Leutnants Karl Werner v. Schlieben bei Graoelotte: Unsere Hoffnung bleibet aus Gott. Nach der langen Trennung ist ein fröhliches Wiedersehen um so freudiger.