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geht freilich noch weiter bis zum 37. Lebensjahre des Verfassers, doch haben wir das Interessanteste daraus mitgeteilt Und müssen aus Mangel an Raum darauf verzichten, die ganze Biographie hier zum Abdruck zu bringen. Wer sich für den seltenen Mann interessiert, findet einen kurzen Auszug aus seiner Selbstbiographie in Nr. 93 der „Wiesbadener Volksbücher" (Preis 25 Pfg.). Seine 1874 erschienenen und von seinem Enkel, dem bekannten Militärschriftsteller Major Jähns, herausgegebenen„J>ugenderinnerungen" sind, wie mir der Inhaber der Verlagsbuchhandlung Fr. W. Gvunow, Herr Bernhard Schulze in Leipzig, mitteilt, längst vergriffen.
Karl Friedrich von Klo eben verheiratete sich am 4. Oktober 1809 mit einem einfach erzogenen, braven und tüchtigen Mädchen und wurde durch den Pfarrer Jaenicke, der damals im religiösen Leben der Stadt Berlin eine Rolle spielte, getraut. Die Trauringe hatte der junge Ehemann, der ein tüchtiger Goldschmied war, selbst angefertigt. Der Ehestand hinderte ihn nicht am Arbeiten und Weiterstreben. Vor allem studierte er in seinen Freistunden Naturwissenschaft, Geschichte und Geographie und bildete sich im Kartenstechen aus. Jtn Jahre 1813 erhielt er von einem berühmten russischen Sprachforscher den Auftrag, eine Karte von Asien herzustellen, ungefähr um dieselbe Zeit wurde er Lehrer an der berühmten Plamannschen Erziehungsanstalt, an der damals auch der Turnvater Jahn angestellt war. Als längst verheirateter Mann machte er das Miturientenexamen nach und entschloß sich unter dem Einfluß eines Kandidaten der Theologie, der auch bei Plamann angestellt war, zum Studium der Theologie. Gleichzeitig studierte er auf das eifrigste Naturwissenschaften. Obwohl er wiederholt gepredigt hat, so trat er doch nicht in den Dienst der Kirche ein; denn im Jahre 1817 bekam er eine Anstellung an dem neugegründeten Lehrerseminar zu Potsdam. Schon ein Jahr später war er Direktor dieser Anstalt. 1824 wurde er zum Direktor der neubegründeten Berliner Gewerbeschule ernannt; dieser Schule hat er nun seine Lebensarbeit gewidmet. Der frühere Goldschmiedlehrling, der eine so arme und harte Jugend hinter sich hatte, wurde in der Folgezeit mit Orden und Auszeichnungen überhäuft. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war er als Schriftsteller sehr tätig und veröffentlichte eine große Menge von Schriften geschichtlichen, geographischen und naturwissenschaftlichen Inhaltes. Nach einem reich-gesegneten und glücklichen Leben starb er am 9. Januar 1856 im Alter von 70 Jahren zu Berlin.
Das Beispiel dieses Mannes, der ein echt deutscher und ein echt frommer Mann war, zeigt uns, wie ein Mensch unter Gottes Beistand durch eigene Kraft und Tüchtigkeit in
der Welt emporkommen kann. Alle Wege hat er sich selbst ebnen müssen. Sein Lebensgang ist aneifernd besonders für die Heranwachsende Jugend. Wieviele Jünglinge gibt es, die im Elternhause alle Anregung und Förderung finden, denen alle Bildungsmöglichkeiten gegeben sind, die sich nicht in früher Jugend Um das tägliche Brot plagen müssen, und !die leider weder im inneren noch- im äußeren Leben Fortschritte aufzuweisen haben. _ H. B.
Kirchliche Anzeigen.
Sonntag den 2 8. Oktober.
21. nach Trinitatis.
Gottesdienst.
In der Ztadtkirche. Vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer Mahr. — Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. —, Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus gem einde. Pfarrer Mahr . —
Abends 6 Uhr: Professor D. Schian. — Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlicher Jugend -der Matthäus gemeinde. — Die Bereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde wird auf den 6. November d. I. verschoben.
In der Iohanneskirche. Vormittags 9(4 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. — vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. —1 Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Lic. Reuning. — Abends 1/28 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde. — Abends V28 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Johann es gemeinde .
Mittwoch den 31. Oktober.
Resormationsjubiläum.
Kollekte für den Wiederaufbau der durch den Krieg geschädigten deutschen evangelischen Kirchengemeinden, insbesondere in den Schutzgebieten und im Ausland.
G 0 t 1 e s d i e n st.
In der Ztadtkirche. Vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer Schwabe. — Vormittags IIV4 Uhr: Jugendgottesdienst. Pfarrassistent Lic. Reuning. — Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markus gemeinde. Pfarrer Schwabe. — Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst. P arrer Mahr. — Freitag, den 2. November, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jügend der Matthäusgemeinde.
In der Iohanneskirche. Vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 1114 Uhr: Iugendg 0 ttesdienst. Pfarrer Bechtolsheimer. — Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Jo Hannes gemeinde. Pfarrer Ausfeld. — Abends 6 Uhr: Siehe Stadtkirche.
verantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Drühl'schcn Universil3ts.Vl,ch- und Src •
R. Lange, löiehen.


