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auch von dem, was vor An gen lag aus dieser 25jährigen Arbeit, fast alles dahin sein mag, zerbrochen ist damit unser Werk nicht! Was Menschenhände pflanzten, mögen Men­schen Hände zerstören: was der lebendige Gott in die Herren gesät hat, steht unter seiner Hut. Die Missionare hat der Feind von ihren .Gemeinden weggesührt, den Herrn Christus kann er ihnen nicht nehmen. Wir freuen uns setzt mit unfern Missionaren, das; sie so früh daran gearbeitet haben, Bibelteile in die Eingeborenensprache zu übertragen und zu drucken! So bleibt das Wort Gottes bei den verwaisten Gemeinden. Und auch wir bleiben bei ihnen mit unserer Liebe, unserer Sorge und unserm Gebet. Wir nehmen nicht innerlich Abschied von diesen: hofftlungsvol- len Arbeitsselde. Seine Zukunst steht nicht in Menschenhand. Wir warten getrost aus die Stunde, da uns Gott wieder zu diesem Dienst rufen wird."

Aus der Jugendzeit eines deutschen Mannes.

(Fortsetzung.)

Am 7. März 1805 trat der Ober-Konsi- storialrat Hansteiu sein Amt als erster Pre­diger der Petrikirche an. Für mich war das ein Ereignis; denn nie wieder hat ein Pre­diger durch seine Borträge mich so angezogen, als er. Es ist wahr, dag seine höchst an­gelle.,nie Persönlichkeit und sein schöner Vor­trag viel dazu beitrugen, den Eindruck seiner Predigten zu verstärken: weniger konnte mau seine Gedankentiefe rühmen, aber dennoch fesselte seine Rede auch durch ihren Inhalt. Ich fehlte in den ersten Jahren seines Hier­seins fast keinen Sonntag in der Kirche und verdanke ihm schöne Stunden geistiger Erhe­bung, die durch das edle seine- Orgelspiel Hausmanns noch besonders gewannen.

Am Psingstheiligabeud wunderte ich nach Potsdam. Es war trübes Wetter, und an­fangs regnete es, so daß ich in Schöneberg tauge untertreten mußte. Nachmittags lies ich in Potsdam und Sanssouci umher, so­lange ich sehen konnte, auch am andern Tage, sowie am zweiten Feiertage vormittags. Nach dein Essen ging ich wieder nach Berlin zurück. Ich hatte gewaltige Wege gemacht und war so nrüde geworden, daß, als ich um 7 Uhr abends das Steinpflaster Berlins be­trat (es gab damals noch keine Trottoirs, keine Droschken), ich nicht wußte, wie ich heim­kommen sollte. Hinkend und mit großer Mühe erreichte ich das Haus in der Kur­straße. Es führte aus dem Hofe eine äußere Treppe in die Höhe, aber als ich sie mit Mühe erstiegen hatte, konnte ich nicht in die Wohnung hinein; die ganze Familie war ausspaziert, und erst gegen 10 Uhr kam sie zurück. Bis dahin war ich genötigt, auf der

Treppe zu sitzen: denn gehen konnte ich nicht mehr.

Die Weihnachtszeit kam, mir imnrer eine sehr liebe Zeit, trotz der vorausgehenden Nachtarbeiten. Wußte ich doch, daß meine Mutter dann auch die halbe Nacht ausblieb und arbeitete. Der Christmarkt uud einige Allsstellungen, die ich besuchte, der Heilig­abend mit seiner Bescherung, die festlichen Tage selber, warfen einen reinen Lichtblick in mein bisher noch sehr umdüstertes Leben/

So kam das Jahr 1806, das für mich eins der wichtigsten werden sollte, die ich überhaupt erlebt. Zu Anfang des Jahres starb die alte Großmutter an der Lun gen­sucht. Ich wünschte ihr die ewige Seligkeit, und härte sie ihr schon früher gegönnt; aber mir siel ein Stein vom Herzen, als sie tot mar; denn sie war mein böser Engel gewesen und hatte mich genug geplagt. Sie suchte jederinann gegen mich auszuhetzen, trotz aller Dienste, die ich ihr leisten mußte. Ihr uner­träglicher Hochmut, ihre Verschrobenheit und Beschränktheit hatten eher zu-, als abgenom­men. Nun konnte sic mich nicht mehr quäle:., und sogar das Betragen der Tante wurde freundlicher.

Zu Ostern zogen wir nach der Roßstraße in das Haus des Psesserküchlers Mätzke. Hier erhielt ich wieder einen .Hol'verschlag auf dein Hausflure, in welchem mein Bette eben Platz batte. Er war finster, und wenn ich beim An- oder Auskleiden sehen ivollte, mußte ich die Tür des Verschlages offen stehen lassen. (Fortsetzung folgt.!

kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 16. September.

15. n a ch T r i n i t a t i s.

Gottesdien st.

In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr. zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier­ten aus der Matthäus gemein de. Pfarrer Mahr. Vormittags 9(5 Uhr: Pfarrer i Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinder­kirche für die Markus geMeinde. Pfarrer Schwabe. Dienstag, den 18. September, abends 8 Uhr: Gottesdienst anläßlich der Jahresfeier des Vereins für Innere Mission. Professor Dr. v. Wurster aus Tübingen.

In der Iohanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier­ten aus der Lukasgemeinde. Psarrassistent Lic. Reuning. Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: .Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Mittwoch, den 19. Sep­tember, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde fällt aus.

Verantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Drühl'schen UniversitSts-Buch-und Steindrucke,.-

R. Lange. Bietzen.