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ein besonders verdienstvolles Werk angesehen haben, Inden zum christlichen Glauben zu führen.

Dieser großen nnd gewiß anch erhebenden Feier sollte jedoch ein sehr trauriges Nach­spiel folgen. Hierüber berichtet am l. De­zember 1670 unser Sterberegister:Georg Christian, in Polen von jüdischen Eltern ge- bohren, auch im jüdenthum erzogen, bis; etwa im 26ten jahr seines Alters er sich hiesigen Ortes beym Predig-Ampt angemeldet, daß er wolle ein Christ werden und sich tausfen lassen, welches letztere auch, nach genügsamer Information im christlichen Glauben, nebst sechs anderen am 5. post. Trin. in der Stadt­kirche allhier von Herrn Superint. O. Haber­korn in Anwesenheit vieler 1000 Menschen geschehen. Hat sich darauf alhier auf- und fleißig zur Kirchen gehalten, biß er am 26. vorigen Monats, bey spätem Abend, außer der Stadt, über die Löhn-Brücke in die Pulvermühl gehen wollen, da er nicht wahrgenommen, wie die Löhn den Flußpfad überschwämmt, darin er ins Wasser gerätsen, vom' Strom ergriffen und darin, nachdem er etzlichemal um Hülse, letztlich zwetzmal: Herr Jesu, hülsf mir! geschrien, seinen Geist aus­gegeben."

Es ist anzunehmen, daß der junge Mann mit.der Umgebung von Gießen noch nicht recht bekannt war und so in dunkler Nacht in den durch Regengüsse angeschwollencn Fluß geraten ist. An der Puloermühle soll es eine Stelle geben, wo die Lahn sehr tief ist. Vermutlich ist Georg Christian einen Familiennamen scheint er nicht angenommen zu haben in dem Gedanken an das Ufer zu kommen, in diese tiefe Stelle geraten und ertrunken. Herbeieilende, die seinen Hilfe­ruf hörten, konnten nicht mehr helfen. Sein Ende bezeugt, daß er nicht nur auf den Na­men Jesu getauft worden war. sondern daß er an ihn auch als seinen Heiland glaubte.

Von Interesse ist, daß hier der an der Stadt Gießen vorüberführende Fluß nicht Lalm, sondern Löhn genannt wird. Diese Schreibweise findet sich im 17. Jahrhundert öfter. Oft auch wird in dieser Zeit erwähnt, daß an der Pulvermühle Menschen ertrun­ken sind. _ B.

Deutsche Missionshofsnunaen im harlumdränglen Oftafrika.

Am 2. Oktober beging bekanntlich die Berliner Mission die Gedenkfeier ihrer 25- jäl-rigen Missionsarbeit in Teutsch-Oftafrika. Der ernsten Festsitzung wohnte auch die Kaiserin bei. Jetzt hat die Missionsleitung ein .Heft unter dem' TitelEin Jubiläum 'unter dem Kreuz" herausgegeben lBuch- landlung der Berliner evangelischen Mis­sionsgesellschaft, Berlin NO 43, Georgen­kirchstraße 701, welches den Wortlaut sämt­licher Reden bringt und eine FüUe wert­vollen Materials für alle Missionsfreunde

bietet. Daß die Berliner Mission trotz des schiveren Verhängnisses, das über unsere schöne Kolonie hereingebrochen ist, die Hofs- nung auf eine neue Saat nach Friedens- schluß nichl ausgibt, kam überzeugeiid in dem Vortrag von D. Axenseld zum Ausdruck. Wir lassen hier eine der bedeutsamsten Stellen folgen:Ohne Unterschied der Religion, aber nach dem Vorbild, das Christen und Mo- l-ammedaner gaben, hielten die Eingebore­nen (bei Ausbruch des Krieges) treu zur deutschen £>errfd>aft und eilten willig zur Fahne. Glänzende Siege erfocht die kleine Schutztruppe. Zwei Jahre hiiidurch hat ein Häuflein von schwerlich mel)ir als 2500 weißen Männern, fern von der Hilfe der Heiniat, unter äußersten Entkeimungen und Anstrengungen, geschwächt durch die glü­hende Sonne und das zehrende Fieber, in einem verkehrsarmen Lande, doppelt so groß wie Deutschland, der ungeheuren Ueber- macht, die von allen Seiten andrang, helden­mütig widerstanden. Tie gewaltigen Taten, die linier Heer an seinen europäischen Fron­ten und unsere Marine zu Wasser und in der Lust täglich voUbringt, l-alten den Blick unseres Volkes von jenen fernen Ereignissen ab. von denen nur spärlich Kunde zu uns dringt. Um so met-r wollen wir hier in dieser Stunde in Bewunderung und heißer Dank­barkeit jener fernen Kämpfer gedenken, die den Nest des ilmen anvertrauten Bodens noch immer mit ihrem .Herzblut verteidigen. Was sie getan und gelitten, gehört zum Größten und Unvergänglichsten aus der unvergleich­lichen Geschichte dieses Krieges. Zwei Jahre schirmte ihre Treue auch unsere Missions­felder. Tann brachen verheerend die Feinde ein. Jetzt wissen wir, daß von unfern sämt­lichen Missionsstationen die Missionars- familien in die Gefangenschaft abgeführt sind. Militärisch und politisch eine zwecklose Maß­regel. Von diesen friedlichen Männern nnd Frauen hatte die erobernde Macht nichts zu fürchten: sie hätten eher dazu mitgeholsen, die Eingeborenen unter der neuen, zeitweiligen Herrschaft in Rulie zu erhalten. Es läßt sich leider nicht verkennen, daß die ruchlose und unsinnige Forderung in der öffentlichen Mei­nung Englands, daß alle deutsche Arbeit, wohin immer der britische Einfluß reicht, dauernd ausgeschlossen werde, nicht ohne I Widerhall bei den maßgebenden Stellen ge­blieben ist. So sind unsere Missionsstationen in MUitärstationen umgewandelt. Nach dem Urteil der Missionare, die die Vorgänge zum Teil noch haben mit ansehen müssen, ist ihr } Eigentum und das der Mission so gut wie - gan; verloren. Das trifft die Missionars- ! iamilien und unser Werk sehr hart. Man i muß sie gesehen haben, die Männer und ! Frauen, wie sie in der fernen Wildnis mit unendlichem Fleiß ilme Stationen ausgebaut >>nd aus gestattet haben Ju dem bescheidenen Hausrat und in dem Viehbestand steckten oft ihre einzigen Ersparnisse . . . Aber wenn