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gung seiner Befehle, zumal des Ediktes Don Worms. Luther seiner, eits druckte das Warm >er E.nkt und nun daS Nürnberger zusammen ab und schrieb darüber, jeder Halbheit abhold:Zwei kaiserliche uneinige und widerwärtige Gebote, den Luther be­treffend." In Süddeutsch!and bildete sich nun seit dem Juni 1524 ein katholischer Fürstenbund, derRegensburger Konvent", unter deur Vorsitz des päpstlichen Legaten Campeggio, dem gegenüber die evangelischen Fürsten, obenan Landgraf Philipp von Hes­sen und Kurfürst Johann, am' 4. Mai 1526 dasTorgauer Bündnis" schlossen und in Süddeutschland die großen freien evangeli­schen Reichsstädte sich ebenfalls verbündeten. So war daS deutsche Reich in zwei Lager geteilt, als am 25. Juni 1526 zu Speyer der Reichstag zusammentrat. Bemerkens­werterweife waren aber selbst hier viele ka­tholische Stände mit den evangelischen darin einig, das; vor allen Dingen die schweren Mißbräuche in der Kirche abgestellt werden müßten. Bereits hatte eine gemeinsame Kom­mission beschlossen, die Priesterehe und den Laienkelch zu empfehlen, auch die Prwat- mcsse abzuschassen. Da erhoben plötzlich des Kaisers Vertreter energischen Protest. Man nlüsie beim Wormser Edikt, der Acht gegen Luther und seine Anhänger, verbleiben. Durch das alles machten die Sturmereignisse auf dem Welttheater einen neuen Strich Franz I. von Frankreich erklärte dem Kaiser abermals den Krieg, und der neue Papst Klemens VII. ward des Franzosen engster Bundesgenosse trotz Karls V. Eifer für dm katholischen Glauben. Aber dem Papst war des Kaisers politische Macht zu groß gewor­den: er zitterte für seinen Kirchenstaat und Italiens Unabhängigkeit, und so ward am 22. Maidie heilige Liga" zu Cognac ge­schlossen, der auch Heinrich VIII. von Eng­land beitrat. Jetzt oder nie brauchte Karl die Hilfe der Deutschen, zuinal gleichzeitig dre Türken Ungarn zu vernichten drohten: dre Hilfe auch der evangelischen Stände, die sich inzwischen in dem sog.Verständnis für den Glauben" noch enger verbündet hatten. Sv kam es zum denkwürdigen Reichstagsabschied vom 27. August 1526, auf dem die Reichs­stände überein kamen,bis zur Abhaltung eines demnächst! gen allgemeinen oder deutschen Konzils mit ihren Untertanen also zu leben, zu regieren und sich zu halten, wie ein ieder solches gegen Gott und Kaiser­liche Majestät zu verantworten hoffe und ge traue." Jede Landesobrigkeit konnte somit nuninebr ihrer kirchlichen Ueberzeugung ge­mäß regieren, die evangelischen evangelisch, die katholischen katholisch: die Landeskirchen hatten Rechtsboden unter den Füßen?

Das war für die evangelischen Fürsten und Staaten natürlich großer Gewinn: aber leider benutzten die katholischen diesen .Rechtsboden" nun um so mehr, eine grau samc Verfolgung der Evangelischen in ihren

Ländern zu beginnen. In Bayern besonders nahm der Schrecken furchtbare Formen mr. Auch sonst war die Lage der Lutherischen bedrängt. Von Süden ivar die Zwingli,che Reformation im Anmarsch, und die Wieder­täufer vermehrten die Verwirrung. Tie Lage spitzte ,ich noch gefahrdrohender zu, als ^m 6. Mai 1527 deut,che mib spanische kaiser­liche Truppen Rom stürmten und ein der­artiges Blut- und Zerstörungswerk durch Wochen airrichteten, daß die Feder es zu schildern sich sträubt. Auch der Papst mußte aus der Engelsburg bald danach kapitulieren. Karls Macht ward, zuinal nachdem er auch den König Franz noch au,s Haupt geschlagen und gefangen gesetzt, stärker denn je zuvor. Der sZ-riede zu Eanrbray (5. Augn,t 1529) ward welthistorischer Beweis dafür.

Bei die,er Wendung der Dinge im Som­mer 1527 fühlteir die talholischerr Fürsten in Deutschland ihre Stuirde immer mehr gekommen, und ihr Wüten gegm die evan­gelischen Untertanen wuchs von Tag zu Tag. Bis weit über die Grenzen ihrer Länder ver­folgten sie diese. lieber Wittenberg und Lu­ther brach noch ein besonderes Verhängnis herein. Die Pest beganir in den Mauern der Stadt entsetzlich zu wüten. Wer fliehen konnte, floh: aber Luther blieb, trotzdem er selbst kürz zuvor an seinem Steinleiden aufs schwerste erkrankt war, als Held des Glau­bens und der Liebe in Wittenberg und fyat durch sein Beispiel viele Verzagte ausgerich­tet. Eines der beklagenswertesten Opfer ward derweil der Pfarrer Leonhard Kaiser (besser Käser) aus Waizenkirchen bei Passau. Er war aus innerer Ueberzeugung vom ka­tholischen zum evangelischen Glauben über­getreten. Nun setzte niait ihn fest. Monate lang schmachtete er im Kerker. Am 16. August 1527 müßte auch er, wie Hunderte in jenen Tagen, bei Schärding den Scheiterhaufen be­steigen. Als man ihn festband, bat er das Volk, ihm Luthers Lied zu singen:Komm, heiliger Geist, Herre Gott." Als das Feuer ihn umloderte, rief er laut:Jesus, ich bin dein, mach mich selig!" Nicht lange zuvor hatte er im Gefängnis noch einen herrlichen Trostbrief Luthers erhalten.

Unter all diesen furchtbaren Welt- und Einzelgeschehnissen des Jahres 1527 raffte sich Luthers Seele zu gewaltigem Schwünge auf. Hatte er anläßlich des Märtyrertodes ! der beiden Jünglinge Heinrich Voes und Jo- ' bann Esch, die am 1. Juli 1523 auf dem Marktplatz zu Brüssel hingerichtet wurden, ihnen seine allererste DichtungEin neues Lied wir heben an" als Grabgesang geweiht, nun stimmte er nach seiner Weise den 46 Psalm an! Und so entstand noch im Laufe des Jahres 1527 (nach Angabe des Rade­schen Ouellenwerkes) das Schutz und Trutz lied der evangelischen Kirche:Ein feste Burg ist unser Gott!", das dann wol'l 1529 seine Vertonung gesunden hat. Wahrlich, auch das Luthersche Kirchenlied ist mit Blut

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