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als ich, und zwar in auffallender Weise. Ich meinte zu meinem Oheim, jetzt würde wohl der neue Bursche das Messerputzen übernehmen können, da ich es schon so lange besorgt hätte: allein da kam ich schön an. Es war keine Rede davon. Ich. behielt alle Küchen- geschüste: jener blieb mit allem verschont; er brauchte keine Stieseln zu putzen, keine Lebensmittel oder Kaufmannswaren zu holen ; kurz, er war aller jener entwürdigenden Dienste enthoben. Mich kränkte das mehr, als ich es sagen kann. Entweder, argumentierte ich, gehören diese Dienste zu den Befugnissen eines Lehrburschen, dann kommen sie ihm so gut zu wie mir; oder sie gehören nicht dazu; wie kommt es dann, daß ich damit geplagt werde? Und immer konnte ich keine andere Antwort finden, als : weil du ein armer Teufel uitb ohne einen Beschützer bist, weil du zugleich das Unglück hast, der Neffe deines LeMherrn zu sein! Daß Mein Oheim nicht selber auf den Gedanken kam, dieses schreiende Unrecht, schon seines eigenen Vorteils wegen, wenigstens zu mäßigen, war mir unbegreiflich, und nur der Unverstand der Weiher, die dabei ein bequemes Leben führten, vermochte dies zu erklären.
holen der alten Großmütter von ihren Töchtern, was jetzt wie in den vorigen Wintern regelmäßig nach 0 Uhr abends aus weckt entfernten Gegenden fünfmal in der Woche stattfand. Oft müßte ich dort noch warten, dann hatte ich sie am Arme zu führen, durch Straßen und Gassen, die oft vor Schmutz oder schmelzendem Schnee wie vor Glatteis kaum zu passieren waren. Gesprochen wurde unterwegs fast nichts. Dies Abholen war mir in mehr als einer Hinsicht fatal: nahm es mir doch auch die ohnehin so sehr beschränkte Zeit für Meine Studien. Außerdem las der Oheim im Winter oft laut vor,, und ich Mußte dann, wenn die Glocke schlug, mitten in irgend einer interessanten Situation auf und davon. Wir lasen aus einer Leihbibliothek, die sich an der Königbrücke befand, und ich mußte die Bücher meist trt der Dämmerung wechseln, weil dann am wenigsten versäumt wurde. Oft las ich. dann, wenn das Tageslicht es erlaubte, unter irgend einem Torwege, rasch nach imb holte dann die Zeitversäumüis ein, indem ich im vollen Galopp durch die Straßen stürzte.
(Fortsetzung folgt..
Meinen nur zu gerechten Unmut meinem Gefährten empfinden zu lassen, war ich. übrigens weit entfernt. Es war ein gutmütiger Mensch, wenngleich nur gewöhnlichen Schlages, ohne irgend hervorstechende Anlagen. Aber wir wurden bald Freunde, soweit dies bei der Verschiedenheit unserer Sinnesart möglich war. Ein Freund, im höheren Sinne des Wortes, das fühlte ich wohl, konnte er
kirchliche Anzeigen.
S o n n t a g , d e n 2. S e p t e m b e r.
13. n a ch T r i n i t a t i s.
Kollekte für die Kais er-Wilbe(nt -Gedächtnls- stiftung, zugunsten deutscher Kickegsinvaliden. Gottesdienst.
In der Ztadtkirche. Vormittags,8 Uhr,
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mir nicht »erben,; wohl Ä.» war er wr' ff-lnch k . '
ten aus der Matthäus gemeinde. Pfarrassi- stent Lic. Reuning. — Vormittags deck Uhr 7 Pfarrer Schwabe. — Vormittags 11 Uhr: Kruderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe.
In der Iohanneskirche. Vormittags 8 Uhr, siehe Stadtkirche. — Vormittags 9V 2 Uhr : Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemern.de. Pfarrer Ausfeld. — Mittwoch, den 5. September, abends 8 Uhr: Kriegsbet stunde.
Pfarrer Ausfeld.
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Wartburg, evgel. Iünglings- und rNäimer- verein, Diezstraße 15. Sonntag, den 2. September, abends 8 Uhr: Vortrag. Donnerstag, den 6. September, abends 8^ck Uhr; Leseabend. Gäste stets willkommen.
Yibelkränzchen für Schüler höherer Lehranstalten. Jeden Mittwoch von 6—7 Uhr für die jüngere Abteilung. Jeden Samstag von 6—7 Uhr für die ältere Abteilung im Johannessaal.
vibelkränzchen für Mädchen aus der Jo^ Hannesgemeinde. Jeden Dienstag von 6—7 Uhr im Johannessaal.
Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheim er. Druck „nd Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch-undSteindruckerei
N Lange, Eiehen
einen näheren Umgang geschaffen, und bei der Bedürftigkeit Meines Herzens war er mir willkommen. Bald führte er Mich auch in den Kreis seines .Hauses ein. Er hatte eine ältere Schwester, die mit ihm auf gleicher Linie stand, ein nicht hübsches Mädchen, doch gut, häuslich und umfänglich. Tie Mutter war vor einigen Jahren gestorben. Der Vater, ein großer, ernster Mann, früherer Militär, wollte mir bald wohl, war ein Freund der Musik und erfreute sich oft au Meinem Flötenspiel. Ich war von jetzt ab des Sonntags abends dort und fing von der Zeit in den Augen meiner Tante an, förmlich Gel- ttlng zu gewinnen. Es schien, ihrer Meinung nach, doch eine Spur von Vernunft in mir zu sein.
Mein Oheim hatte die empfangenen 50 Taler gut angewendet und ein kleines stäh- lernes Walzwerk gekauft, das einen großen Teil der Arbeiten wesentlich erleichterte, mit denen ich mich sehr hatte quälen müssen. Der Winter kam und brachte alle die früher beschriebenen Plagen Mit, die ich nicht wiederhole, da ich schon genug Jammer geschildert habe. Sehr beschwerlich war mir das Ab-


