jjauji.y um? .niuuivjf .7U3ßi3 suia I ol <jrur 'uvxövlvß X 3 jvätfljz pui xvm J'trtpj
(Ui aai 3 fJv. 1 jJ. 1 njf ixq (pvu u3ßo? nun ßun'u / ^.i.i.xJ,- aigr jitXnlTJ 0 lJ(O 3/Cti 3J3jJi3J 'ojßijlpi / -rjoj^ i.i3llin gi J3v(pi?cc<, ir? nijjoKpiar .iigs I -juvpq pij ll3 q 'ifvJpjj.ioC? ' J3.r(Ji uifjoc $ oßi.i mit ,.,,,-- tt.m 3ji3tuu3(pjoxß iipii I ^jptJunJ ,i 3 Q xnu uuvp :iii3jjv jjvi .ivm qu'tt
•^VlXOJVJßJ 3J/V -fCX}J3JCG 3QU3ßll33Q .11}3J JJ3Q j CpiJ(JllTl3Xj M}3l tjJllU ßUlJ<t,lU3 ItoipUUVC?
- 139 -
dämme bei Gonsenheim und Deidesheim zcr- > störte. Am schwersten ivurde das Dorf frei- j des heim betroffen. Dort verwüstete das Wasser die ganze Gemarkung und rif; ganze Stvaßenoiertel weg. Das Unwetter fing mit j einem fragelschlag an, dann brach der Wol- j kenbruch hernieder, Sturmläuten, frilferufc, Brüllen der Tiere, das Rauschen der Flut, das waren die Töne, die die schreckliche Naturkatastrophe begleiteten. Alsbald waren 40 Häuser verschwunden, 9 Leichen grub man aus dem Schlamme aus. Ein fremder Mann war auf einen Baum gestiegen, als ihn das Unwetter im Felde überraschte, tuc nige Minuten später waren Mann und Baum verschwunden, es war wahrlich, wie das oft große Rial er bei der Schilderung der Sintflut dargestellt haben. In demselben Frühjahr war das Ried ein einziges Meer. Stockstadt und Bischofsheim waren überflutet, bei Mainz gingen die Räder der Eisenbahnwagen bis an die Achsen im Wasser. Diese Rheinüberschwemmungen hatten wohl darin ihre Ursache, daß der Strom noch nicht genügend ausgebaggert und verbreitert war. Zum letztenmal wurde Hessen durch eine große Rheinüberschwemmung an der Wende des Jahres 1882 geschädigt. Diese Ueberschwemmung tvar noch größer als die des Jahres 1876. Aus den interessanten Mitteilungen, die Pfarrer Frohnhäuser tu Lampertheim, später in Mainz, über diese Ueberschwetnmung gemacht hat, seien hier nur zwei Einzelzüge erwähnt. Lampertheim war damals — es war in der Zeit zwischen Weihnachten 1882 und Neujahr 1883 - ganz unter Wasser gesetzt, über die weite Ebene schwoll die Flut hinüber, unheimlieh und lautlos. Auch am Pfarrhaus reichte die Flut schon beinahe so weit, daß sie zur Haustür hereinkam'. Die Beivohner des Hauses waren eines Abends in Angst und Sorgen versammelt, da wurde an die Haustür geklopft. Ml gemeines Erschrecken, da doch bei der Ueberschwemmung niemand in den Hof gelangen konnte. Ms der Hausherr nachsah, saß ein Feldhase vor der Tür, er war es, der um Einlaß angeklopft hatte. Das Pfarrhaus in Nordheim war so von den Flirten umspült, daß seine Beivohner es nicht mehr verlassen konnten, mit einem Kahn wurden sie hinweg gebracht. Als der 67j übrige Pfarrer Knodt aus dem Fenster heraus in den Kahn gehoben wurde, sprach er das Wort des römischen Dichters Horaz aus: F.eguam memento redus in arduis servare mentem, d. h. bewahre in schwerer Lebenslage deinen Gleichmut.
Erwähnt sei noch ein politischer Prozeß, von den: im Jahre 1875 in Deutschland viel geredet wurde. Das war der Prozeß, den Bismarck gegen den früheren Botschafter in Paris, den Grasen Arnim, angestrengt hatte. Arnim batte die Weisungen seiner Regierung einfach nicht befolgt, diesen Weisungen sogar entgegengehandelt, angeblich um Bis
marcks Sturz herbeizuführen. Auch die Bei- seiteschafsung von Akten war ihm vorgewor- sen worden, doch wurde er hiervon frei- gesprochen. Er erlüelt eine Gefängnisstrafe von drei Monaten, der Verbüßung der Strafe entzog er sich durch die Flucht in das Ausland.
Das waren die Ereignisse, die damals die Gemüter der Mitlebenden in Bewegung setztet:. Es war eine ruhige Zeit, die Mitte der 7Oer Jahre des vorigen Jahrhunderts. Unsere Ausführungen haben den Nachweis geliefert, daß sich seit dieser Zeit im öffentlichen Leben, in Handel und Wandel und auch im Denken und Fühlen unseres Volkes vieles geändert hat. Mögen unseren Nachkommen in 40 Jahren wieder so ruhige und gedeihliche Jahre beschieden sein, wie es die Jahre waren, die wir in dieser Artikelreihe vorgeführt haben. fr. B.
Aus der Jugendzeit eines deutschen Mannes.
(Fortsetzung.)
Unfern vom Dorfe holte ich zwei Kinder, ein Mädchen und einen Knaben von 5 bis 8 Jahren ein, welche einen frenkelkorb mit Kartoffeln schleppten, den sie alle zehn Schritte niedersetzen mußten, weil er ihnen zu schwer war. Die armen Kinder weinten, gaben auf meine Frage an, sie sollten den Korb nach Berlin tragen, und es war vorauszusehen, daß sie in dieser Weise die Stadt nicht vor Mitternacht erreichen.konnten. Ich kannte eitten solchen Jammer zu sehr aus eigener Erfahrung, als daß mein Mitleid nicht erwacht wäre, und so trug ich ihnen den nicht leichten Korb bis zum Tore und erfreute mich ihres kindlichen Dankes. Zu meinen Lieblingspassionen gehörte es auch, Türme zu besteigen.
Ich arbeitete jetzt schon vieles, ja das Meiste besser und schneller, als mein Oheim; die Bestellungen gingen sehr zahlreich ein, so daß die gewöhnliche Arbeitszeit nicht mehr zureichte und ich oft am Feierabend oder auch des Sonntags arbeiten mußte, natürlich ohne irgend eine Entschädigung. Außerdem blieb alles beim alten, nur Ivurde jetzt weniger getadelt und geknurrt.
Ein Ueuer Lehrbursche trat zu Michaelis ein. Er war der Sohn eines Subalternbeamten und ein ordentlicher Mensch, der bei seinen Eltern schlief, also nur am Tage bei uns weilte. Sein Vater zahlte ein Lehrgeld von 50 Talern. Dafür wurde er zu Michaelis eingeschrieben und brauchte nur drei und ein hälbes Jahr zu lernen; er mußte also mit mir zugleich Geselle und ausgeschrieben werden, obgleich ich schon über anderthalb Jahre arbeitete. — So gut hat man es, wenn man nicht allein steht und nicht völlig arm ist. — Von Anfang an wurde er überdies sehr viel besser behandelt
t


