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Boden, wobei sehr fleißig dekliniert und konjugiert wurde. Allmählig gewöhnte ich mich aber immer mehr an das Schlafen auf der Diele, und endlich erwachte ich erst nach 5 Uhr. Da ich gewahr wurde, daß man sich bald an das Hartschlafen gewöhnt, und ich mir überlegte, daß es im Winter doch nicht durchzuführen sei und im Sommer nicht viel helfe, so legte ich mich wieder ins Bette, stand aber doch täglich um 5 Uhr auf und lernte Italienisch.
Des Sonntags schrieb ich nach wie vor die Briese an meine Schwester über deutsche Geschichte; denn die erwähnten 52 Bogen waren, wie man leicht denken kann, eine mehrjährige Arbeit, da ich ja nur des Sonntags nachmittags und nur in Eile schreiben konnte. Außerdem wanderte ich Sonntags wie früher umher, auch jetzt gewöhnlich in menschenleere Gegenden, wie die Jungsern- heide, die Rollberge, oder von Pankow nach Heine rsdors, von da nach Weißensee, wobei mitunter einige Donquichotterien vorkamen. Eines Tages ging ich gegen Abend von Pankow nach Berlin zurück. (Forts, folgt)
Meine Mitteilungen.
In das Leben unserer Deutsch-Oftafrika- ner im englischen Gefangenenlager Kilin- dini bei Mombasa läßt ein Brief des Herrnhuter Missionspräses Th. Meyer vom 22. Februar, in Herrn hat am 25. Juni einge- troffen, einen ergreifenden Blick tun. Er schreibt seinen 6 Kindern u.a.: „Seit 2 1/2 Jahren weiß ich so gut tvie nichts von Euch. Rur 2 Karten haben Grüße gebracht. Von Mutter ist bis heute, 18 Monate nach unserer Trennung im Gefangenenlager Blan- tyre, noch kein Brief gekommen. Was mich * betrifft, so könnt Ihr Euch vorstellen, was es heißt, aus einer Arbeit, die einem durch 25 Jahre ans Herz gewachsen war, nun schon 9 Monate herausgerissen zu sein; Ihr könnt es nicht ahnen, welche seelischen Kämpfe und auch körperlichen Beschwerden ein als Kriegsgefangener Behandelter durchmacht, und was das Weggerissenwerden von Mama für sie und mich bedeutet. Alles andere ist so ziemlich unbedeutend dagegen. Einem Gefangenen kann es, so betrachtet, niemals gut gehen. Hier in Kilindini genießen wir eine freundliche Behandlung durch unsre englischen Vorgesetzten. Wir dürfen täglich unter Wache baden und alle zwei Tage eine Stunde spazieren gehen; wir können auch Obst von einem Inder kaufen. Zu Arbeiten außer- lalb des Lagers sind wir nie genötigt worden. Das Essen kochen wir uns selbst von den Rationen, die uns in derselben Menge wie den englischen Soldaten zu geteilt werden. Ich bin natürlich ein ganz anderes Essen, wenn auch einfach, gewöhnt. Das Essen nehmien wir gemeinsam in einer Wellblechbaracke ein. Natürlich hat da jeder der
Reihe nach Dienst zu tun: Bänke und Tische zu scheuern, das Essen heranzutragen, Kartoffeln zu schälen und dergleichen. Man kehrt auch sein Zelt und den Platz davor selbst, wäscht selbst sein Geschirr auf, wäscht selbst seine eigene Wäsche, flickt seine eigenen Sachen, stopft Strümpfe. Damit geht täglich eine ganze Zeit hin. Jü der übrigen Zeit beschäftigt man sich mit anderem. Man liest oder nimmt eine schriftliche Arbeit vor; viele spielen Schach, viele Karten, etliche junge Leute drechseln oder tischlern usw. Etwa um 6 Uhr stehe ich auft mache mein Bett, putze meine Stiefel, kehre das Zelt. Um 7 Uhr heißt es in 2 Gliedern antreten; man wird gezählt. Etwa Uhr ist Frühstück, etwa 1 Uhr Mittagessen, etwa 6 Uhr Abendessen. UM 9 Uhr müssen die Lichter aus und man selbst im Bett sein. Nachmittags, gegen Abend, ist Baden oder Spazierengehen. Körperlich bin ich nicht so wohl, wie ich es sonst war. Ich hoffe aber, daß es wieder einmal anders wird. Die Zukunft steht ja in Gottes Hand. Auf Ihn wollen wir vertrauen, Ihr dort, ich hier."
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Ich werde vom 27. August bis 19. September verreist sein; meine Amtsgeschäfte übernimmt in dieser Zeit Herr Pfarrassiftent Lic. Reuning, Wetzsteinstraße 38 p. Briefe und sonstige Postsendungen, auch solche, die sich auf den „Sonntagsgruß" beziehen, werden Mir nachgesandt werden, doch bitte ich, Angelegenheiten, die nicht dringlich sind, bis zu meiner Rückkehr zurückzustellen.
Bechtolsheim er.
kirchliche Anzeigen.
S 0 n n t a g , de n 2 6. A u g u st.
12. n a ch T r i n i 1 a 1 i s.
K 0 l 1 e k t e für d i e I nn er e M i s s i 0 n.
Gottes dien st.
In der Ztadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeindc. Pfarrer- Schwabe. — Vormittags 9Vs Uhr: Pfarr- asftstent Lic. Reuning. — Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. — Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus gemeinde. Pfarrassiftent Lic. Reuning. — Mittwoch, den 29. August, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrassiftent Lic. Reuning.
3n der Iohannerkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 9*2 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. — Vormittags 11 1 1 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. — Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal.
Berantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerel
R. Laege. Giehen
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