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über Roni, Ostia und die Tibermündung in das Meer- sinken. Ich habe dort selige Stunden verträumt, und hätte ich mein Leben.
doch mar dies ein sonst ganz verständiger, , die Sonne in stralbender Glorie, von gold- wenn auch schwacher Mann! Wie mußte es geränderten Wölkchen umgeben, .hinabsank erst den unverständigen Frauenzimmern er- und die Türrue Berlins in ihren inagisckxn scheinen? Duft hüllte und verklärte, dann sah ich sie
Unter den Büchern meines Oheims befand sich die Sammlung kleiner Reisen, eine Lektüre sür Reise-Dilettanten (von Rei- chardtt. In dieser sind die Briefe von Heinse lang antiquarische Studien getrieben: meine über Rom enthalten, die mit einer hohen Be-! Begeisterung für den klassischen Boden hätte geisterung und hinreißendem Feuer geschrie- j nicht größer sein können, als sie es war. ben find. Oft hatte ich sie mit großem Ber-! Wie hätte ich mein trübes Dasein ertragen gnügen gelesen und fand mich von ihnen können, wenn solche Momente es nicht mit immer wieder lebhaft angeregt. Rach und > ihrem belebenden Glanze durchleuchtet hüt- nach war dadurch der Wunsch, die Wunder j ten! Es ist ein Beweis für die allwaltende der einigen Stadt ulid das Zauberland Jta- l Gerechtigkeit, daß da, wo das Leben und die lien überhaupt selber zu sehen, zu einer wah- > kahle Wirklichkeit eiltblättert erscheint, die ren Sehnsucht geworden. Ich nahm niir vor,! Phantasie nur so mächtiger arbeitet und die wenn ich Geselle sein würde, Italien zu - Dichtung die dornigen Zweige mit Rosen be-
durchwandern. Dann lag mir ,a die Welt offen, und schoii dieser Gedanke hatte so viel Ermutigendes und Belebendes, es gaukelten vor meiner sehr lebendigen Phantasie so viele Bilder schöner Gegenden und hoher Kunst-
kleidet. Wie viele traurige Leben hat sie schon schmücken müssen! —
D>as Nächste, was sich mtir infolge jener Lektüre unabweislich aufdrang, war: Italie- nisch zu lernen. Mit dem Französischen war
werke, daß Italien das Land meiner liebsten > ich so weit fertig, daß ich jeden Schriftsteller Träume, meiner süßesten Hoffnungen wurde. ! zu lesen vermochte und mir nur einzelne Wie einst Robinson Crusoe's Insel, so wurde | Worte fehlten, die ich in dem Wörterbuchle jetzt Rom der Mittelpunkt meiner Sehnsucht, aufsinden konnte. Im Sprechen fehlte mir meiner Wünsche. Ich schwärmte schon im freilich alle Uebung: ich konnte die nötigen Geiste in Italiens Gefilden: ich stand auf Wörter nicht finden, auch lvurde mir schwer, Sr. Peters hohem Dome, auf dem Kapitale, > mit dem Ohre zu fassen, was geredet oder im Kolosseum, im Pantheon des Agrippa, am gelesen lvurde, während ich es geschrieben. Wasserfall des Teverone zu Tivoli. Ich nahm ! ohne Mühe verstand. Ich kaufte mir nun das genannte Buch und Moritz' „Mytlwlogie von meinem geringen abgedarbteu Tuschender Griechen und Römer" auf meine sonn- gelde Iägemanns „Italienische Grammatik", täglichen Spaziergänge mit, die mir dadurch | Allein zu ihrer Benutzung konnte ich keine lieber wurden. Insonderheit ivanderte ich gern nach dem nicht mehr Vorhandellen Kieferwalde am rechten Spreeufer, Treptow schräg gegenüber, wo selten Menschen lnn- kamen, >vo eine herrliche Sttlle herrschte und nur in der Ferne die Stimmen froher Menschen die mich uingebende Ruhe mehr empfinden ließen, als unterbrachen. Hier streckte ich mich ins Gras: die Bücher: wurden her- vorgeholt, und um mich wurde die ganze hochpoetische Mythenwelt der Griechen und Römer lebendig. Tie Wälder, die Gewässer bevölkerten sich: in den Gebüschen versteckten sich Oreaden: die Libellen flatterten als verzauberte Najaden über dein Fluß, und wo Binsen- und Schilsgeröhrig tiefen Schatten über Wasser und Nymphaeenblätter webten, da lauschte das burleske Bild der Großmutter versteckt hervor, festgehalten von tausend Binsenl'-almen, und eingetaucht bis an den Mund in Spreeschlamm. Aber die Najaden ließen sich von ihr nicht verscheuchen, sondern lächelten mich mit jugendlichem Frohsinn an und huschten davon. Dann versetzte ich mich durch das andere Buch auf den Schauplatz, wo einst diese Wesen im Glauben der Völker lebten, aus klassischen Blöden: ich lag am Albaner Gebirge, oder am See von Nemi; die Kiefern wurden zu Pinien, und wenn
andere Zeit finden, als die Morgenstunden vor (> Uhr l Fortsetzung folgt.
ttirchliche Anzeigen.
Sonntag, d e n 1 9. A u g u st.
11. nach T r i n i t a t i s.
Gottesdie n st.
)n der Ztadtkirche. Vormittags 8 Uh-.', zugleich Christenlehre für die Neukousirmier- ten aus der Matthäusgemeinde. Pfarrassi- stent Lic. Reuning. — Vormittags 9> ^ llhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. — Vormittags i 1 1 i Uhr: Kinderkirche für die Markus gemeinde. Pfarrer Schwabe.
In der Iohanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten am der Lukasgemeinde. Pfarrer Bech- tolsbeimer. - Vormittags 9> '*> Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Jo Hannes gemeinde. Pfarrer Ausfeld. — Mittivoch, den 22. August, abds. 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Bechtolsheim er. ^
'Verantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch und Skeindrn
R. Lange. Gießen.


