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trieb. Wären die Behörden einsichtig ge­wesen, so wäre der Sturm der Exaltiertheit§ bald verflogen, und das MarpingerWun­der" wäre rasch wieder vergessen worden, l Fortsetzung folgt.,

Unser letzter Ausgebot: Glocken und Orgelpfeifen heraus!

Der Erdtreis unser Volk bedroht,

9hnt bleibt nur die Wahl noch: Sieg oder Tod, Verlassen steht der Heimatherd,

Die Pflugschar wurde zum blitzenden Schwert; Wo der Spaten die Saat der Scholle vertraut, Er jetzt nur noch Gräben und Wälle baut. Verstummt ist der Orgeln, der Glocken Ton, Sonst erster Gruß dem Erdensohn,

Kein Klang mehr zu frommer Stätte ruft, Kein letzter Gruß in die Totengruft.

Des Vaterlands Not, der feindliche Mord,

Er trieb sie von heiliger Stätte fort.

Ihr eherner iieib, als Todesgeschoß Will zerschmettern den Feind, so Reiter tote

lRoß.

Sperr Gott vom Himmel, sieh darein.

Laß dies letzte Opfer gesegnet jein Und führ' uns auf der rechten Spur,

Daß Friede werbe der Heimatflur!

Sind auch meine Tage nur kurz noch gezählt, Bis mein morscher Leib zu Asche zerfällt, Laß mein Ohr noch hören den Siegesgesang, Daß es töne wie Orgel- und Glockenklang!

Dar m st a d t, 28. Juli 1017.

Dr. K a p P e s f e r.

Aus der Jugendzeit einer deutschen Männer.

* Fortsetzung.)

Mit dem Frühjahre heilten meine Hände: > ich brauchte nicht mehr einznheizeu, und manche andere Winter-Beschwerlichkeiten sie­len fort. Leider aber änderte sich das Ver­hältnis im Hause nicht. Mein Oheim blieb grämlich und verdrossen, und wenn in den Arbeiten etwas mißglückte, war immer meine Dummheit schuld, obgleich es unmöglich war, mit dem elenden Werkzeuge genau und gut zu arbeiten. Ich hatte eines Tages mit einem Lötrohre zu manipulieren, dessen mes­singene Spitze ganz verbrannt und oxydiert war. Die Arbeit fiel nicht nach des Oheims Sinne aus, so sehr ich mich auch damit ge- guält und geärgert hatte. Ich hatte es wie- der nicht getroffen, und ich änderte die Ar­beit, so schwierig das auch war. Abermals regnete es Vorwürfe über meine Dummheit: er wurde ganz wild und gebrauchte ver­letzende Worte. Sie erregten auch meine Galle, und ich gab ihm die Arbeit mit den Worten: da ich außerstande sei, es zu machen, wie er wolle, möge er es selber machen. Er sprang auf und schlug mir in bas Gesicht.Ich dulde keine schimpfliche Be­

handlung von Ihnen!" ries ich empört,und arbeite nicht weiter!" Damit stürzte ich zur Türe hinaus und auf den Boden, um erst ruhigeres Blut zu bekommen. Es dauerte lange: ich war außer mir: denn der Aerger wirkt bei mir immer nach, und ich lvar zu­nächst nicht imstande, einen Entschluß zu fassen. Das Leben, wie ich es bisher geführt, hatte ich satt, und mochte es so nicht weiter dulden. Es kam Mittag heran, und Karl, der Sohn, den ich am liebsten hatte, weil es ein elst'liches Gemüt war, kam auf den Boden herauf mit der Weisung: ich möchte zu Tische 1 kommen. (Fortsetzung folgt.)

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Kleine Mitteilungen.

Bon einem Gemeindegliede, einem obereit Militärbeamten, geht uns folgende Zu­schrift mit der Bitte um Veröffentlichung zu :

Die Gemeindeglieber, welche den mit Christenlehre verbundenen Früh gottesbienst besuchen, werben gebeten, den. Gottesdienst nicht mehr wie seither vor dem Segensspruche i zu verlassen. Erstens ist das vorzeitige Ver­lassen des Gottesdienstes stets eine Störung des Gottesdienstes, zweitens findet doch jeder ; gläubige Christ einen Gottesdienst ohne j Erstehung des Segens Gottes durchs den am­tierenden Seelsorger als einen nicht abge­schlossenen Gottesdienst. Durch den Segens­spruch empfängt man erst nach dem Bor­gottesdienst wie durch die tiefen, anregenden Gedanken der Predigt und ihre wohltuende, in der gegenwärtig so schweren Zielt er­bauende und aus richtende Belehrung die den bedrängten .Herzen nötige Glaubenshoffnung für die künftige Woche. Die Christenlehre ist zudem doch nicht nur für die Neukonfir­mierten berechnet, sondern in gleicher Weise auch für die älteren Kirchenbesucher. Es be­darf wohl nur dieses im Interesse des Ganzen wohlmeinenden Wunsches, um eine in jeder Weise nötige Besserung zu erreichen."

Kirchliche Anzeigen.

S o u u t a g , d e n 5. A u g u st.

9. nach T r i n i t a t i s.

Gottesdienst.

3n der Ztadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier­ten ans der Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr Vormittags 9'.- Uhr: Pfarrer Schwabe.

3n der 3ohannesKirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier­ten aus der Lukas gemeinde. Pfarrer Bech- tolsheimer. Vormittags 9h,> Uhr: Pro­fessor D. Schlau. Mittwoch, den 8. Aug., abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrassi- ftent Lic. Reuning.

Verantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Driihl'schen Universitäts-Buch, und Steindruckerei

R. Lange. Gießen.