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operieren: ich mußte mir einleitende Zwi­schensätze bilden, und dies hat mir späterhin die wesentlichsten Dienste geleistet, indem es mich zu einer freien Behandlung der Mathe­matik trieb.

Mein Oheim wurde immer finsterer und grämlicher. Des Lebens Truck lastete schwer auf ihm, denn die Kinder wurden größer und brauchten mehr; die Einnahmen reichten nicht aus, und die Einschränkungen wurden stets bedeutender. Im Hause hatte er eben auch keine Freude, und außer Hause konnte und mochte er keine suchen. Es fehlte auch nicht an mannigfachen Veranlassungen zum Aerger. Die elende Beschaffenheit der Werk­zeuge und Materialien oder gar ihr Man­gel ließen die Arbeiten nur allzuoft nicht nach Wunsch ausfallen, und es gab daun Verdruß in und außer dem Hause. Gar manches mißriet auch, mir; denn ich war noch kein Meister, verhältnismäßig aber nicht öfter, als meinem Oheim. Der Unterschied war nur der, daß ich für meine Fehler Ver­weise erhielt und er zu den seinigen still- schwieg uird sich innerlich ärgerte. Nach­gerade öffnete er den Mund kaum anders, als um zu zanken.

Meine Tante und die Großmutter konn­ten durchaus nicht begreifen, warum ich des Abends und des Sonntags stets zu Hause säße uUd läse oder schriebe. 'Alle jungen! Leute von Erziehung suchten sich doch an an­dere anzuschließen und mit jungen Mädchen oder Männern an öffentlichen Orten zu ver­gnügen und kümmerten sich nicht um die Bücher. Ich erfuhr durch die Kinder, daß sie endlich glücklich herausspintisiert hätten: ich sei dumm: denn das fei jeder, der sich nicht zu amäsieren wisse, und ich läse nur deswegen so viel, weil ich nichts mit mir an­zufangen wisse und keine eigenen Gedanken hätte. Sie hatten dies meinem Oheim sehr wahrscheinlich zu machen gewußt, und jetzt hörte ich nun, wenn irgendein Fehler vor­fiel, daß allein meine Dummheit daran schuld sei.

Unterdessen rückte der Winter heran und mit ihm neue Plagen. Noch immer war ich Lehrbursche, Hausknecht, Bedienter, Dienst­mädchen und Küchenmagd in einer Person. Als nun die Tage kalt wurden, konnte ich nicht Mehr auf meinem lieben Boden sitzen und verlor damit meine Sonntagserholun­gen: zudem mußte ich jetzt auch die Oefea heizen und abends vorher mir das Holz dazu besorgen und klein hacken, sowie den Torf und die Kohlen herbeischleppen.

(Fortsetzung folgt.)

Meine Mitteilungen.

Der Spaziergang der Kinderkirche der Lukasgemeinde konnte seither wegen der Un­gunst der Witterung an den beiden letzten! Sonntagen nicht stattfinden und müßte bis

nach den Ferien verschoben werden. ZuM erstenmal trat in diesem Jahre die Stiftung in Kraft, die von Herrn und Frau Geh. Kir­chenrat Prof. D. Tr. Krüger zur Erinnerung an ihre am 20. September 1916 dahingeschie­dene Tochter Hanna errichtet worden ist. Die Heimgegangene war ungefähr acht Jahre lang Helferin in der Kinderkirche, namentlich an den alljährlichen Ausflügen beteiligte sie sich Mit ganzer Seele, indem sie bestrebt war, den Kindern Freude zu machen. Deshalb wurden auch, die Zinsen der Stiftung im Sinne der- Entschlafenen dazu bestimmt, den Kindern bei dem alljährlichen Ausfluge eine Freude zu machen. In diesem Jahre waren Kirschen beschafft worden, die aus dem an­gegebenen Grunde im Konfirmandensaal ver­teilt wurden und um so mehr Freude erreg­ten, als sie in diesem Jahre ein seltener Ar­tikel sind. Viele Kinder hatten vorsorglich Körbchen und Tüten Mitgebracht.

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Wie unsere Leser sehen, so hat unser Blatt, auch wenn ein kleineres Format ge­wählt werden mußte, doch nicht an Umfang verloren, da es eng bedruckt wird. Der klei­nere Druck ist freilich für die Augen der älte­ren Leute keine Bequemlichkeit, wir bitten: jedoch, diese Unbequemlichkeit in der Erwä­gung hinzunehmen, in der wir so vieles hin­nehmen. Sobald die Verhältnisse wieder einen stärkeren Papierverbrauch gestatte.:, wird das Blatt wieder im alten Formate und mit dem alten, den Lesern vertrauten Kopse erscheinen.

kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 22. Juli.

7. na ch T r i ni tati s.

G o t t e s d i e n st.

)n der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukönfirmier- ten aus der Matthäusgenleinde. Pfarrer Mahr. Vormittags 9y 2 Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Militär­gottesdienst. Pfarrer Schwabe. Nachmit­tags 2 Uhr Kinderkirche für die Markus­gemeinde. Pfarrer Schwabe.

3n der Iohanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier­ten aus der Lukasgem'einde. Pfarrer Bech­tolsheimer. Vormittags 9y 2 Uhr: Pfarr- asfistent Lic Reuning. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Psarrassistent Lic. Reuning. Mittwoch, den 25. Juli, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Bechtolsheimer.

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Wartburg, evangel. Iünglings- und Män­ner Verein, Diezstr. 15. Sonntag, den 22. Juli, abends 8 Uhr: Vortrag. Mittwoch, den 25. Juli, abends 8's Uhr: Leseabend, Gäste stets willkommen.

Verantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Drühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei

R. Lange, Dießen.