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jionspfarrer h. Müller-Lmmerich, erzählt von ihm: „Ruf den höhen der Champagne, dem heißumkämpften Boden der immer wiederkehrenden französischen Angriffe sahen wir uns wieder im Frühjahr 1915. Me eine Schlange windet sich die Marschkolonne durch die höhen in das Tal der Dormoise. Regen mit Schnee und Hagel peitscht den Marschierenden ins Gesicht. Der Kreideboden hat sich in zähen Schlamm verwandelt und hängt sich schwer an die Stiefel . . . Den Kampfplatz sieht man dicht vor sich, dichter Rauch bedeckt die ganze Linie. Rn der Seite seiner Kompagnie reitet eine hochgewachsene Gestalt: Oberleutnant Braune. So trafen wir uns zum erstenmale wieder im Feld und gleich in ernster Stunde. Ruf einer Theologen-Konferenz am Rhein lernten wir uns Pfingsten 1913 kennen. Eine flüchtige Begegnung, doch hatten wir uns in Erinnerung behalten. Seitdem war er im Oktober 1914 bei mir gewesen, als es sich darum handelte, auch für die Theologen die Erlaubnis zu erhalten, wenigstens zunächst für die Dauer des Krieges mit der Waffe zu dienen. Ts gelang. wir beide hatten uns zum Dienst mit der Waffe gemeldet. Rber während er als Leutnant an die Westfront kam, wurde ich vom Ersatzbataillon in die Seelsorge zurückgeholt und kam als Pfarrer zu dem gleichen Korps. Rm Tage nach der ersten Begegnung trafen wir uns in dem nun längst verschwundenen Dorfe Ripont, in dem es täglich Granaten gab. Im „Rattenschlößchen" traf ich Braune mit seinem Freunde hennes, der lang ausgestreckt auf dem Boden den Schlaf des übermüdeten Kämpfers schlief, während ich die Freudenkunde von hindenburgs neuestem Sieg an den masurischen Seen mitbrachte. . . . Zwei Tage später war Braune verwundet. Beim Handgranatenangriff stach ihm ein Franzose mit dem Bajonett ins Gesicht. Der Stich ging durch die Backe bis in die Zunge. Ehrend hat der damalige Kommandeur des Regiments der Haltung des Theologen in diesem furchtbaren Handgemenge Erwähnung getan in seiner Schrift: „was ich in mehr als 80 Schlachten und Gefechten erlebte". Die Wunde heilte schnell und nur eine Zertrümmerung des Trommelfells blieb zurück, die eine Versetzung Braunes als Kommandeur eines Landsturmbataillons, das Bahnschutz ausübte, veran- laßte. Lange hielt es ihn hier nicht. „Ich halte es nicht für ehrenhaft, wenn ich als fast ganz gesunder Mann mich im Bahnschutzdienst verwenden lasse," meinte er, als wir darüber sprachen, und meldete sich zur Führung seiner alten Kompagnie an der so schwierigen Thampagnefront zurück. Einige Male hielt er auf mein Bitten Gottesdienst bei Teilen seines Regiments. Die schweren Tagen der herbstschlacht gingen vorüber. Die Division lag vor Soissons. Unvergeßlich wird mir eine Nacht bleiben, die ich dort bei Braune im Dezember 1915 zubrachte. Ruf der Straße wunderten wir auf und ab, und vom Zauber der wunderbaren Mondnacht gefangen, war es 2 Uhr geworden, ehe wir den Schlaf suchten in unserer unterirdischen Behausung.
Rm heiligen Rbend hielt Braune auf Bitten seines Regiments eine Weihnachtsfeier für die Reserve, kehrte jedoch sofort in seine Stellung zur Kompagnie zurück. Er wollte ihr an diesem Rbend nicht fehlen, vom Februar 1916 ab war ihm die Führung eines Bataillons übertragen. So oft er in Ruhe lag, ist wohl kein Tag vergangen, an dem wir uns nicht einmal gesehen und gesprochen hätten. So lernten wir uns täglich besser verstehen. Braune hat mir einmal gesagt, durch das Leben im Felde sei sein Glaubensleben nicht inniger geworden als vordem. Cr war und blieb im innersten Herzen der bewußte Christ und Theologe.
Im November 1914 als Leutnant ausgezogen, ward er an Kaisers Geburtstag Oberleutnant und bereits ein halbes Jahr später Hauptmann- im Frühjahr 1916 erhielt er das Eiserne Kreuz 1. Klasse und wenig nachher ward er mit der Führung des 2. Bataillons seines Regiments endgültig betraut. - - Lange sollte er nicht an seiner Spitze stehen. Ende Rugust 1916 traf das Regiment der Ruf, südlich der Somme dem Feind gegenüber zu treten. Braune ließ mir sagen, wenn ich ihn noch einmal sehen wolle, müsse ich sofort kommen. Nur kurz saßen wir noch zusammen. Rber unausgesprochen standen noch einmal die Wege vor uns, auf denen wir uns gefunden und die wir zusammen gegangen waren. Der Ernst der Stunde kam uns völlig zum Bewußtsein. Mit einem Leuchten auf den Zügen meinte er von seinem erst kürzlich geborenen einzigen Kinde, das er demnächst zu taufen gedachte: „wenn ich falle, hat meine Frau in dem Kinde einen Lebenszweck." Er nahm als sicher an, daß sein Ende da sei. Mit festem Händedruck schieden wir, ohne daß einer.ein Wort dabei gesprochen hätte, wir wußten, es war zum letzten Mal.
Sechs Tage später ist er gefallen. Zusammen mit seinem Rdjutanten, der mir noch vom Pferde herab zugerufen hatte: „Ruf Wiedersehen!" Cr fiel als ein Mann der Pflicht, der sich aus freien Stücken für sein Volk eingesetzt, ohne Rücksicht auf seine Person. Lin Mann des deutschen Idealismus, aufgewachsen im deutschen pfarrhause, festwurzelnd in den Segenskräften des Lhristentums und in der Liebe zu seinem vaterlande, ein Mann, der seiner Kirche noch so viel hätte sein können."
Mit stolzer Zuversicht können wir auf diesen „Mann der Tat" verweisen, in dem Bewußtsein, daß er keine Einzelerscheinung in unserem Volk und Heeresist. Ruf solchen Felsen baut sich die Unüberwindbarkeit des deutschen Volkes auf, und auf ihnen ruht die sicherste Gewähr für seinen endgültigen Sieg und seine Zukunft.
-4- Geschichten und Anekdoten au; dem Leben Philipps des Grohmütigen.
(Schluß.)
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Cs läßt sich denken, daß der Landgraf während seiner fünfjährigen Gefangenschaft in der niederländischen Stadt Mecheln an Mittel und Wege dachte, um seine Freiheit wieder zu erlangen. Im Jahre 1550 mißglückte ein Befreiungsversuch. Der Landgraf dachte, daß seine Befreiung von Cassel aus unternommen werden solle, und hatte einige vertraute Männer für seinen plan gewonnen. Cs war dabei sogar von einer Flucht zur See die Rede und von einem Rspl bei dem Könige von Frankreich. In Cassel jedoch erwog man die Flucht zu Lande. Der Zeugmeister Hans Rommel und ein anderer Mann waren indessen der Rnsicht, daß eine Flucht über 50 Meilen, über die Maas und den Rhein untunlich sei, da der jetzt schwer beleibte Fürst nicht so weit in der Eile weiter könne und Gefahr liefe, noch vor dem Rufsteigen ersuchen zu werden. Rommel verlangte außerdem, da er kein Reiter sei, einen Hauptmann zur Leitung des ganzen Unternehmens, er selbst wolle mit seinen Gesellen die Spanier abhalten, die Türen verrammeln und die Flucht decken. Der Landgraf ging zuweilen in einem Garten spazieren, der durch eine Pforte von der Stadt abgesondert war. Mit Hilfe des Pagen, der bei dem Fürsten weilte, hatte nach Wachsabdrücken dieser Pforte


