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zurückgekehrt, strahlenden Rngesichts:Ich bin hindurch! Ich bin hindurch!" Und ob sie noch bis zum 25. Hpril, oft aufrichtigen Willens, ihn zum widerruf bringen wollten, vor­weg der gutmeinende Erzbischof Richard von Trier: Luther wußte keine andere Rntwort mehr als bas Wort Gamaliel's: Isi der Rat oder das Werk aus den Menschen, so wird es Untergehen, ist es aber aus Hott, so könnt ihr es nicht dämpfen!"

hindurch!" wie klingt dies Wort dem deutschen Volke im Jahre 1917 so vertraut! Zu jenem hindurch hat damals der Allmächtige sich bekannt, so daß eine Welt von Feinden Luthern kein haar hat krümmen dürfen! wenn das deutsche Volk von heute sich und seinem Gewissen so treu bleibt, wie einst Martin Luther, so kann es gewiß sein: Vashindurch" wird auch für seine Zukunft und die seines Geistes noch­mals die heilige Losung Gottes sein.

Etwas von den Glocken.

von Pfarrer Otto Schulte zu Großen-Linden. (Schluß.)

Die dritte Glocke, wie schon erwähnt, Herrenglocke ge­heißen, dient als Linzelglocke nur bürgerlichen Zwecken. Sie wird als solche auch nicht vom Glöckner, sondern vom po­lizeidiener gezogen. Die bürgerliche Gemeinde hat das Seil zu stellen, vielleicht ist diese Glocke mit die Ursache, weshalb die Vau- und Unterhaltungspflicht des Turmes, in dem die Glocken hängen, der bürgerlichen Gemeinde, nicht der Kirche, obliegen. Ls mag in alter Zeit als Hauptgrund das dazu ge­kommen sein, daß von der höhe des Turmes aus, der mit seinen oberen Fenstern nach allen vier Windrichtungen schaut, Wächter in Kriegszeiten nach heranziehenden Heerhaufen und in Friedenszeiten nach aufkommendem Feuer schauten. Sichere Nachrichten darüber liegen allerdings nicht vor.

Der Dienst der vierten Glocke, des Vaterunserglöckchens, ist schon besprochen worden.

wenn man ruhig über die verschiedenen Glocken­zeichen nachdenkt, kann man leicht der Meinung werden, daß hier eine Reform nicht übel angebracht sei. wäs für einen Zweck hat z. 13. heute bei den geänderten Verkehrsverhält­nissen das 9-Uhr-Läuten im Winter? Oder würde es ein großer Schaden, sein, wenn das 10-Uhr-Läuten am Vor­mittage wegfiele? Ls wäre nicht schwer, in anderen Ge­meinden Oberhessens Glockenzeichen anzuführen, die ebenso beseitigungswert erscheinen, das 4-Uhr-Läuten am Nach­mittag: und andere,' denn die Glockenzeichen, die kirchlichen und unkirchlichen, zeigen eine überaus große Verschiedenheit in den verschiedenen Landesteilen und Orten. Uber die Glocken Haben bisher die Freiheit gehabt, daß sich die in Betracht kommenden Behörden nur insofern um sie geküm­mert haben, als sie neue Zeichen geben sollten. Ob die Zeichen aus alter Zeit auch heute noch ihre Berechtigung haben könn­ten, darnach hat man nicht gefragt. Und die einzelnen Ge­meinden selbst haben in ihrem konservativen Sinn sich nicht daran gewagt. Das Wortes ist immer so gewesen" übt eine ungeheure Gewalt auf die Landbewohner. Ich möchte keinen plan aufstellen von dem, was zu bleiben hätte und was weg­fallen könnte. Die örtlichen Verhältnisse verlangen oft be­sondere Berücksichtigung. Uber es wäre sicher des Dankes wert, wenn sich die maßgebenden unteren und oberen Be­hörden einmal mit dieser Frage befaßten. Un die eigentlichen Gebetszeichen am Morgen und Übend, wie an das Linläuten

des Sonntags möchte ich am allerwenigsten gerührt haben, trotzdem es schwer sein dürfte, sie als Gebetszeichen wieder verstehen zu lehren. Daß die Gemeinden, die nach dem Kriege so wie so sparen müssen, wie es nur geht, oft dabei etwas Erkleckliches erübrigen, sei nur nebenbei erwähnt.

Das alles aber schreibe ich unter einer Voraussetzung, unter der nämlich, daß unseren Gemeinden die Glocken er­halten bleiben. Ls schwebt ja auch über ihnen das Damokles­schwert des Krieges. Die Möglichkeit, daß sie im Turm zer­schlagen werden und das Lrz in die Kanonengießereien ge­schafft wird, neue Geschütze zu liefern, ist ja da. Die Behörden werden sorgen, daß in solchem Falle wenigstens die ältesten und kunstgeschichtlich oder historisch wertvollsten bleiben. Uber alle anderen werden bis auf eine genommen werden; die Behörden werden auch dafür sorgen müssen, daß'dann die unbedingt notwendigen kirchlichen und unkirchlichen Glocken­zeichen beibehalten werden. Gebe Gott, daß dieser Uugen- blick, da so viele Glocken uns geholt werden, uns erspart bleibt und unsere Gemeinden den Jammer nicht erleben, daß das Zerschlagen der Kirchenglockrn in die Ohren gellt! Lr schenke uns vielmehr die Freude, bald das volle Geläut in feierlichen langen Schwingungen den Frieden verkünden zu hören!

Gebet dem Kotfcr, was des Kaisers ist. und Gatt, was Gottes ist.

Line Kriegsbetrachtung von Udalbert Bindewald - Gießen.

Der Krieg dauert jetzt annähernd drei Jahre. Lr über­bietet an Uusdehnung in jeder Richtung die Erwartungen aller Beteiligten. Das gilt auch von seiner moralischen Wir­kung. Uuf der einen Seite hat er ein unerhörtes Heldentum gezeitigt, auf der anderen sehen wir die Schwachen zusam­menbrechen. Ls ist dies naturgemäß. Den über alles für möglich gehaltene Maß angespannten Rnforderungen an kör­perliche und seelische Leistungen ist nur ein Teil der Menschen gewachsen. Das drückt sich aus in den Klagen, Verwünschun­gen, Gleichgültigkeits- oder gar Roheitsäußerungen, die jetzt an unser Ghr treffen. Kommt man in die Gesellschaft solcher moralisch Schwachen oder verbrauchten, so könnte man an dem guten Rusgang des Werkes zweifeln. Dennoch schreitet unsere Verteidigung siegreich und heldenhaft voran, wer bildet nun das Knochengerüst, das die schwächlichen und weichlichen Teile des Volkskörpers trägt und aufrecht hält? Ls sind die Männer der Tat, des Charakters und des Glau­bens. Rur wer nach dem Worte des Heilandes es als sittliche Pflicht anerkennt, dem Kaiser und Gott mit gleicher Freudig­keit zu dienen, kann sich die edelste und standhafteste Be­geisterung bewahren. Ls ist wohltuend und herzerfrischend, solche Männer der Tat, die Gott sei Dank noch zahlreich in -unserem Volke vorhanden sind, an sich vorüberziehen zu lassen. Lin solcher Mann war, wie ich denR k a d e m i s ch e n Blättern" entnehme, auf deren Schilderung ich die fol­genden Rusführungen stütze, der Hofprediger und Hauptmann Martin Braune, bereits im Jahre 1915 gab er in einer Rede bei der Einweihung des Gemeindehauses in Loesfeld (West­falen) ein prophetisches Bild des Weltkrieges, von England veranlaßt, werde die ganze Welt bis auf Oesterreich-Ungarn gegen uns sein. Lr griff dann zu der religiösen Rufgabe unseres Volkes über und schloß mit der wuchtigen Rufforde­rung : Macht die Front breiter! Der Rrtikelschreiber, Divi-