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berrt an den Häusern langhin aufgereiht, Frauen und Mädchen sahen rehr rein und sauber aus und trugen viel Weiß, auch gab es recht hübsche Gesichter und Figuren. Das Ganze war ein sehr freundliches Bild-, so daß es mir leid tat, nicht zu den Bewohnern des Grtes zu gehören. Es war ein so stiller Friede über diese Zzene gebreitet, der das Herz ergriff. Mir aber mußten weiter und kamen erst, als es bereits Uacht war, nach dem Bmte himmelstädt, wo wir übernachteten.
Früh wurde wieder aufgebrochen, wir fuhren durch Zanzin, Marwitz und Liebenow. hier wurde Mittag gemacht, wir aßen im Freien,' es war aber wieder spärlich, vor uns saßen Zimmerleute bei ihrem Mittagbrote auf den Balken zu einem Gebäude. Ich näherte mich ihnen und hörte den einen sagen: „Ja, dahin mochte ich es wohl im Leben bringen, daß ich wenigstens wöchentlich einmal Fleisch essen könnte", und die andern stimmten bei. Ziehe da, dachte ich, da sind noch mehr Leute, die kärglich essen, du kannst dich also noch nicht beklagen.
Unser weg führte nachmittags durch Diedersdorf und Vietze nach dem hübschen Dorfe Tamsel, wo der Gutsherr seinem Erzieher, den die Bussen nach der Zchlacht von Zorndorf ermordet hatten, ein Monument im Garten errichtet hat. Bbends kamen wir nach der Festung Küstrin. hier übernachteten wir besser als in den vorigen Nächten. Um andern Morgen fuhren wir weiter. Marcus hatte mir den Bat gegeben, im Dorfe Kliestow, eine halbe Meile vor Frankfurt im Kruge zu bleiben, weil ich da wohlfeiler wegkäme,' denn in Frankfurt sei es zur Meßzeit in den Gasthöfen teuer, wir kamen nachmittags in Kliestow an, ich wurde abgesetzt und nahm von den Neisegefährten bewegten Bbschied. waren sie doch das Letzte, was mir noch von Friedland her bekannt war. Es mutete mich an, als ob der letzte Ztern an meinem Himmel untergegangen wäre, von jetzt an war alles fremd und dunkel.
Ich trat in die Wirtsstube und übergab schüchtern meine Zachen; denn jene unselige Verlegenheit hatte mich noch nicht verlassen, ja, sie ist mir eigentlich, wenngleich mit der Zeit vermindert, lebenslang verblieben. Dann ließ ich mir ein Butterbrot geben und ging nach Frankfurt, wohin vom Dorfe eine nicht mehr vorhandene schöne Bllee von Maulbeerbäumen führte, die eben reife Früchte trugen. Im Tore wunderte ich mich über die Keule mit der Inschrift: ,,wer seinen Kindern gibt das Brot und leidet selber Not, den soll man schlagen mit dieser Keulen tot." Jetzt ist auch dieses
Wahrzeichen verschwunden. Die Justiz hat übrigens diese in mehreren Ztädten sich wiederholende Vorschrift nie respektiert und andere durften es nicht. — Nun geriet ich ins Meßgewühl ; ich hatte jedoch keinen Zinn dafür und wußte nicht, wie ich es anfangen sollte, eine Gelegenheit nach Berlin zu finden, denn die Post war mir zu teuer. In einigen Gasthöfen, wo ich nachfragte, war erst in drei bis vier Tagen auf eine Gelegenheit zu rechnen. Ich kaufte mir einen aus Bast geflochtenen Kober, um Lebensmittel hinein zu packen, weil ich dergleichen auf der bisherigen Beise vermißt, und wan- derte betrübten Zinnes wieder nach Kliestow zurück. Unterwegs kam ich mir überaus einsam und verlassen vor. Die Welt war so groß und so weit und ich ein so kleiner Punkt darin; ich verlor mich in ih-r, und die mich etwa vermißt hätten, waren so fern! Ich fing an, mich förmlich in der Welt zu graulen und weinte bitterlich. Bis ich dem Dorfe näher kam, wurde ich ruhiger,' es sah doch einigermaßen bekannt aus; aber ich trieb mich noch einige Zeit umher, um meine verweinten Bugen erst wieder zu trocknen, trat dann in den Krug, trank ein Glas Bier und legte mich zur Buhe.
(Fortsetzung folgt.)
kirchliche Anzeigen.
Zonntag, den 27. Mai. 1. p fi n g st fe i e r t a g.
Kollekte für die hessische Lutherstistung.
Gottesdienst.
In der Ztadtlirche. vormittags 8 Uhr: Pfarrer Mahr, vormittags 9 7s Uhr: Pfarrer Z ch w a b e. Beichte und Feier des heiligen Bbendmahls für Matthäus- und Markusgemeinde. Bnmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten, vormittags 117* Uhr: Kinderkirche für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam. Pfarrer Zchwabe. Montag, den 28. Mai, 2. Pfingstfeiertag. vormittags 9 Vs Uhr: Pfarrer Mahr.
In der )ohanneskirche. vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtholsheimer. vormittags 9'/>Uhr: Pfarrer Bus- feld. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Busfeld. — Montag, den 28.Mai, 2. pfingstfeiertag. vormittags 8 Uhr: Pfarrer Busfeld, vormittags 972 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und Feier des heiligen Bbendmahls für Lukas- und Io- hannesgemeinde. Bnmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten, vormittags 11 7* Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer.
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