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wenig erhalten können, so viel ich mich erinnere, kaum über zwei Taler. Meine Betten und wenige andere Zachen wur­den auf einen Korbwagen gepackt, und am 7. Juli verließ ich schweren Herzens die Stadt, wohl fühlend, wie gewagt es sei, losgerissen von allem, was mich geliebt, ohne Neigung, ohne ein freundlich winkendes Ziel, ja, ohne irgend eine be­stimmte Hoffnung, sich der weiten Welt anzuvertrauen. Ts war mir, als würde ich hinaus geweht ins Unbestimmte, in die Unendlichkeit. Tin trostloses Gefühl arbeitete in meinem Herzen und zersprengte mir fast die Brust.

Unser Marcus fuhr nicht die gewöhnliche Straße, son­dern wählte möglichst solche Wege, auf denen er keinen Zoll zu erlegen hatte. Tr fuhr durch Rlt-Körtnitz. Dieses Dorf lag im Horizonte von Friedland,' hier war meine Mutter einmal mit mir und meiner Schwester beim Müller gewesen, der uns einen wunderschönen Guckkasten mit vielen Bildern gezeigt hatte. Ich gedachte der großen Liebe meiner Mirtter,' meine Rügen, kaum getrocknet, füllten sich wieder mit Tränen, und zum letztenmal« blickte ich sehnsüchtig nach dem lieben Fried­land zurück, .denn nun versank die Stadt hinter dem Horizonte. In Balster wurde Mittag gemacht. Ts gab wenig zu essen,' das Mittagbrot war dürftig, meiner Kasse angemessen, auch hatte ich keinen Rppetit. Dann ging es durch Mienicken, Fürstenau, Berkenbrügge nach Sellnow immer im langsamen Schritte auf sandigem Wege,' denn die Neumark hatte damals keine einzige Chaussee. Ich habe vergessen zu sagen, daß eine verwandte des Dr. phöbus, welche in Friedland zum Be­suche war und in Berlin wohnte, die Reife bis Frankfurt mitmachte. Sie war eine Jüdin, nicht hübsch, auch nicht mehr jung, unverheiratet, aber eine verständige Person. In Sell­now wurde übernachtet. Wir erhielten einige Betten auf einer Streu, die Dame aber eine Kammer.

Rm andern Tage ging es über plagow und Schwachen- walde, durch sehr viel Wald, und wir fanden kein Dorf, wo wir zu Mittag essen konnten, wie Marcus uns schon im voraus gesagt hatte. Deshalb hatten wir am Morgen etwas Brot mitgenommen und ruhten im Schwachenwalde, um die Pferde zu füttern. Der Weg war sehr sandig, die Sonne brannte heiß. Wir kamen an einem Vorwerke Freudenberg vorüber, dessen Namen ich nicht gerechtfertigt finden konnte, und bann durch- Seegenfelde/ (Fortsetzung folgt.)

Und der Strauch faßt in die Helle,

Wie man nach dem Glücke greift, hat nun alles Leid bes Winters,

Rlle Rrmut abgestreift.

Und es klingt wie leises Jauchzen Uebers wunderfeine Blüh'n:

,,Weil ich Leben in mir trage,

Muß ich leben, muß ich blüh'n!"

,,Weil ich Leben in mir trage!"

Seele mein, so darfst auch du Sprechen, wenn in winterstürmen Geht dein Erdentag zur Ruh.

,,Weil ich Leben in mir trage,

Muß ich leben, muß ich sein!"

Rlfo jauchzst du, wenn der Frühling Ewig, ewig bricht herein.

_ M. Fees che.

ttirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 2 0. Mai. Txaudi. Gottesdienst.

In der Ztadttirche. vormittags 8 Uhr, zugleich Christen­lehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe, vormittags 9V 2 Uhr: pfarrassistent Lic. R e u n i n g. vormittags l 1 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr.

In der Zohanneslirche. vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannes­gemeinde. Pfarrer Rusfeld. vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m e r. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Rbends 8 Uhr: Bibelbesprechstunde im Johannessaal. Mittwoch, den 2Z. Mai, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde, pfarrassistent Lic. R e u ning.

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Wartburg, evangel. Zünglings- und MSnner-verein,

Viezstr. 15. Sonntag, den 20. Mai, abends 8 Uhr: Vortrag. Mittwoch, den 23. Mai, abends 8Vr Uhr: Leseabend. Gäste stets willkommen.

Ich muh leben. Bibettränzchen für Schüler höherer Lehranstalten. Je­

den Mittwoch von 67 Uhr für die jüngere Rbteilung. Rn den winterdürren Zweigen, Jeden Samstag von 67 Uhr für die ältere Rbteilung im

Die noch gestern kahl und braun, Johannessaal.

beute tausend feine Knospen Bibelkränzchen für Mädchen aus der Johannesgemeinde.

In die goldne Sonne schaun. Jeden Dienstag von 67 Uhr im Johannessaal.

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