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Komödie aufführen, und zwardie beiden Billetts" oon Rnton Moll. Ich hatte noch nie eine Komödie gesehen und hielt dies für ein sehr glückliches Ereignis, weshalb ich meine Eltern so lange bat, bis sie mir das geringe Eintrittsgeld gaben. Ls hatte sich nur ein kleines Publikum eingefundsn. So wenig nun auch der bejahrte Vater als Liebhaber zu den noch sehr jung erscheinenden Kindern patzte, machte mir die Zache doch grotzes Vergnügen, und besonders erschien mir die eine Toch­ter ungemein liebenswürdig. Es war der erste Einblick in die theatralische Melt und noch dazu ohne Vorhang und Kulissen. Er gab mir aber doch schon eine Ahnung davon, wie sehr solche Darstellungen imstande sind, uns zu ergreifen und zu fesseln.

Ich hatte bis dahin mich um Mathematik noch gar nicht gekümmert, weil sie mir zu schwer erschien und niemand da war, der mir einen Fingerzeig hätte geben können. Jk^t fing ich an, das von dem alten Baron empfangene Buch zu stu­dieren, und wunderte mich, daß ich den Anfang verstand, ja, bald zog mich die wunderbare Konsequenz und der strenge Zusammenhang der Lehrsätze im höchsten Grade an. Dennoch war ich vielfach genötigt, von vorn anzufangen, bis mir die Zätze geläufiger geworden waren,' und auch dann noch fanden sich im weiteren Fortschreiten Zteine des Anstoßes und Schwie­rigkeiten genug, die ich nicht zu überwinden wußte. Ich fragte meinen Bektor um Bat, der aber gestand mir, daß er von der Mathematik nichts verstehe und mir nicht helfen könne, lobte jedoch, daß ich mich daran gemacht hätte, denn es sei schlimm, wenn einem diese Seite des Wissens verschlossen bliebe, und er bedauere, daß sie es ihm sei. Er lieh mir indessen Wolfs Buszug aus den Anfangsgründen der Mathematik, mit dem ich ziemlich gut fertig wurde und der mir zugleich eine Ueber- sicht des Gebietes der Mathematik gewährte, wie sie dem Anfänger genügen konnte. Ich überschlug für jetzt die opti­schen Wissenschaften und wandte mich zu einem Gebiete, das mich mehr anzog, nämlich zu den Anfangsgründen der Astro­nomie, der mathematischen Erdbeschreibung, Gnomonik und Ehronologie. Zwar blieb mir noch vieles unverständlich; aber ich ward zugleich inne, daß ich ohne die Bechenkunst, Geo­metrie und Trigonometrie nicht in die übrigen Lehren ein- dringen könne, und wandte daher auf diese um so mehr Fleiß. Im Bechnen ging mir ein neues Licht auf,' denn was ich bis­her nur mechanisch betrieben hatte, erhielt jetzt Begründung und Zusammenhang. Die treffliche Einrichtung des dekadischen

Zahlensystems riß mich zur staunenden Bewunderung hin und diese veranlaßte mich, einen Aufsatz über das Numerieren zu schreiben. Ich legte ihn dem Bektor vor, der sehr damit zu­frieden war und ihn mir lobend mit der Aeußerung zurück­gab: es sei jammerschade, daß ich nicht studieren könne, denn der Aufsatz zeige, daß ich eine ganz andere Schule besuchen müsse. Neben meinen mathematischen Studien versäumte ich doch nicht das Latein und übersetzte teils den Tornelius Nepos, teils das Leben Alexanders des Großen von Tsuintus Turtius. Allein die Mathematik ließ mir nicht Bast noch Buhe. Durch oftmaliges wiederholen drang ich immer besser in das Ver­ständnis ein, und namentlich war es die Geometrie, in welcher ich immer größere Fortschritte machte. Da ich kein Beißzeug hatte, kaufte ich mir einen kleinen eisernen Zirkel, natürlich ohne Einsatz, wie ihn so viele Handwerker gebrauchen, und zeichnete mir einen Transporteur, den ich auf Pappe klebte, hiermit und mit einem Lineale und einer Bleifeder führte ich die im Buche gestellten Aufgaben aus.

(Fortsetzung folgt.)

ttirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 2 9. April. Jubilate. Gottesdienst.

In der Stadttirche. vormittags 8 Uhr, zugleich Thristen- lehre für die Beukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr, vormittags 9 7.- Uhr: Pfarrer Schwabe, vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe.

In der Johannestirche. vormittags 8 Uhr, zugleich Thristenlehre für die Beukonfirmierten aus der Lukasge­meinde. Pfarrer Bechtolsheimer. vormittags 9 Vs Uhr: Professor D. S ch i a n. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Iohannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Mittwoch, den 2. Mai, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer A u s - feld.

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Wartburg, evangel. Jünglings- und Männer-Verein,

Diezstr. 15. Sonntag, den 29. April, abends 8 Uhr: Vortrag. Gäste stets willkommen.

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verantwortlich: für den Textteil Pfarrer L e ch t o ls h eim er, für den Anzeigenteil h. 6eck; Druck und Verlag der Brühl'schen Universität;

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