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keiner Veränderung. Nur auf die rechte Hebung des vorhandenen Zchatzes kommt es an. Die Wege der Einzelerfahrung sind mannigfaltig, aber der Weg zum Vater ist Jesus Christus allein.
Und wenn viel gepriesener neuer Glaube den Anfechtungen einer langen, harten Zeit nicht Ztich gehalten hat, so dürfen doch die alle, die im Ernst des Glaubens die Not und die Größe dieser Zeit erlebt haben, von irgend welcher Vertiefung des Glaubens reden. Wir haben in des Glaubens Kraft neu beten gelernt, ernster, inniger, selbstloser als zuvor. Und wo unser Gebet mit den unsagbar schweren Fragen und Dunkelheiten dieser schweren Zeit ringt, lernen wir für uns und andre, für unser ganzes Volk in neuer Weise hoffen. Es kann nicht sein, daß solche Heimsuchung Gottes an uns verloren gehe. So klingt unser Denken und Zehnen an unsres Volkes gemeinsamem Buß- und Bettag in die Bitte aus: Herr, stärke uns den Glauben!
Vas Vaterhaus.
Uecht bewegt war ich kürzlich beim Lesen einzelner Berichte von fernen Kampfstätten, zum Teil aus Briefen an Ungehörige daheim,' in allen, so verschieden sie auch waren, zog sich ein Grundgedanke hindurch: die große, oft unausgesprochene, aber fühlbare Zehnsucht nach der Heimat!
Ich sagte mir: wie viel muß das allen denen zu denken geben, die das lesen! Und doch sollte das eigentlich niemanden in Erstaunen zu setzen vermögen, daß ein jeder in der Fremde sich nach dem Grt zurücksehnt, in dem sein Vaterhaus steht, wo alle die aus- und eingehen, die ihm von Kindheit an vertraut sind, mit denen ungezählte Erinnerungen ihn verbinden. Wie viele hatten wohl schon vergessen, dieses Vaterhauses zu gedenken, bis der furchtbare Krieg sie aus dem zerstreuenden Leben herausriß und die Gedanken an Heimat und Vaterhaus neu erweckte! Das Leben, das Zehnen, das sich in den meistens so verwirrenden Reußerlichkeiten bewegte, drängte wieder zurück zu den ersten Lebenseindrücken,' so kam es wohl, daß trotz des Zturmgebrauses der ersten Kriegswochen in der Zeele so vieler wohl eine innere Stille entstand, in welcher der Gedanke an das Vaterhaus treu gehegt wurde, Licht und Kraft spendend.
Und nun sage ich mir: sind wir alle nicht in der gleichen Lage? haben wir uns nicht auch von dem Wege zum Vaterhause abbringen lassen, haben wir denn noch die Zehnsucht darnach in unserm Herzen? Wir wissen es doch, oder sollten es wissen, daß hier auf Erden nicht unsere wahre Heimat ist, daß ein Vaterhaus unser wartet, wenn wir dereinst abgerufen werden, ein Vaterhaus, in dem kein Leid, keine Tränen mehr sein werden, aber eine unaussprechliche Herrlichkeit. Laßt uns nichts versäumen, damit wir einst eingehen können „ins große, freie, schöne Vaterhaus".
Wenn nach der Erde Leid, Rrbeit und Pein Ich in die goldenen Gassen zieh' ein,
Wird nur das Zchau'n meines Heilands allein Grund meiner Freude und Rnbetung^sein.
Das wird allein Herrlichkeit sein,
Wenn frei von Weh Ich sein Ungesicht seh'.
Baronin R.
Die Uinderkirche in Giehen.
von ITT arte Gisevius.
(Schluß,)
Die Kinderkirche hat verschiedene Male Renderungen erfahren. Im Zommer 1888 fand das Lutherfestspiel in der Ztadtkirche statt. Während dieser Zeit wurde die Kinderkirche in der Friedhofskapelle gehalten. Im November 1893 wurde die Johanneskirche eingeweiht, die Kinder der Lukas- und Johannesgemeinde fiedelten dorthin über, es fand für die Kinder jeder Gemeinde getrennter Gottesdienst in der Johanneskirche statt. Die Kinder der beiden anderen Gemeinden blieben während der nächsten 4 Jahre unter der gemeinsamen Leitung von Herrn Pfarrer Zchlosser und Herrn Pfarrer Di*. Grein vereinigt. Erst als von Judika 1897 bis zum 30. Januar 1898 die Renovation der Ztadtkirche stattfand, vollzog sich auch hier die Trennung des Kindergottesdienstes für die beiden Gemeinden. In dieser Zeit wurde der Kinder - gottesdienst in die Gemeindesäle in der Kirchstraße verlegt. Die Mädchen wurden oben unterrichtet, die Knaben unten. Zum Zchluß vereinigten die Pfarrer die Gruppen im oberen Zaal zu einer Unsprache, Gebet und Gesang. Die Kinderkirche konnte für jede Gemeinde nicht mehr sonntäglich, sondern nur alle 14 Tage gehalten werden. Die Matthäusgemeinde hatte das Vorrecht, den warmherzigen Gründer des Kindergottesdienstes bis zu seinem Uusscheiden, Gstern 1815, als Leiter zu behalten.
Die Einrichtungen für die Kindergottesdienste wurden in den einzelnen Gemeinden verschieden gehandhabt. Die Vorbereitung gehört mit zum Wichtigsten der ganzen Einrichtung und soll auch dazu helfen, aus dem Kreis der Helfer und Helferinnen verständnisvolle Mitarbeiter für die Gemeindearbeit überhaupt zu erziehen. Die Vorbereitung wurde anfänglich im naturwissenschaftlichen Zaal des Gymnasiums, dann teils im Pfarrhaus, teils in der Zakristei, später in den einzelnen Gemeindesälen gehalten.
Bei der Liturgie, die wesentlich das gleiche geblieben ist, wurden früher statt des Zündenbekenntnisses auch die 10 Gebote oder die Zeligpreisvngen gesprochen und das Glaubensbekenntnis gesungen oder gesprochen. Das letztere ist jetzt in einigen Gemeinden fortgefallen.
Neben den regelmäßigen Kindergottesdiensten wurden noch verschiedene andere Feiern veranstaltet. Rlljährlich um die Weihnachtszeit wird eine Weihnachtsfeier abgehalten, hierfür hat Fräulein Luise Ferber, die jetzige Frau Pfarrer Wagner in Darmstadt, ein schönes Transparent gemalt, welches jetzt in der Matthäus-und Markusgemeinde verwendet wird. Bei brennendem Ehristbaum werden abwechselnd vom Pfarrer und den Kindern biblische Zprüche vorgetragen, dazwischen singen die Kinder Weihnachtslieder, nach einer darauffolgenden Rnsprache des Pfarrers werden Bücher und Bilder an die Kinder verteilt.
Einmal im Zommer machen die zur Kinderkirche vereinigten Kinder einen Rusflug in die Umgebung der Ztadt, meist in den Philosophenwald. „Das erstemal," so berichtet über diesen Zparziergang Herr Pfarrer Zchlosser, „zogen wir auf den Trieb. Dorthin war ein Milchwagen und Körbe mit Kirschen bestellt und es entwickelte sich ein fröhliches Treiben beim Spiel und beim Lagern in Gruppen. Das zweitemal brach ein schwerer Regen herein. Wir flüchteten uns davor in die Kleinkinderschale, wo die Kinder bei Gesang, Erzählung und Bretzeln sehr vergnügt waren,' als dann doch die Zonne wieder hervorbrach, machten wir uns zum Trieb auf.


