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Meine Mutter hatte darauf gerechnet, daß die Versetzung meiaes Vaters in einen ganz anderen Wirkungskreis, das Herausreißen aus jener gefährlichen Umgebung vorteilhaft auf ihn wirken und seiner unseligen Neigung zum Trünke Tiahalt tun werde. Sic hatte zu dem Ende nichts versäumt, um ihn an das Haus zu fesseln und ihm das Leben in demselben so angenehm wie möglich zu machen. Ullein es war zu spät. Die Gewohnheit war zum zwingenden Bedürfnis geworden, und es ist das furchtbare dieses Fehlers, daß er die Kraft, welche erforderlich ist, der Versuchung zu widerstehen, immer mehr und mehr schwächt. Vorstellungen, Litten, flehen, Tränen, alles wurde verschwendet, um dem Uebel Tin- Halt zu tun. Tr sah den Lbgrund vor seinen füßem, schauderte vor ihm und hatte den besten Willen, sich ihm zu entreißen aber er vermochte es nicht. Nach wenigen Wochen war alles beim Ulten. Daher war ich dann gar oft genötigt, seinen Dienst zu versehen,' ich fertigte die passagierscheine aus, trug sie ins Luch ein, expedierte die Leute, nahm die Gefälle ein, alles so weit dies ohne seine persönliche Mitwirkung möglich war, und ich versah demnach den ganzen mechanischen Teil des Dienstes. (Fortsetzung folgt.)
Meine Mitteilungen.
Das Großherzogliche Dberkonsistorium hat am 27. Februar d. Is. folgendes Lusschreiben an die evangelischen Pfarrämter des Landes erlassen: „Um 13. März sind 25 Jahre verflossen, seitdem 5e. Königliche Hoheit der Großherzog Crnst Ludwig die Legierung unseres Landes angetreten hat. Wenn auch der Trust der Kriegszeit es verbietet, in sonst üblicher festlicher Weise zu begehen, so kann und soll doch die Empfindung der Dankbarkeit für die unserem engeren Vaterland in dieser Zeit unter der Legierung unseres Landesherrn zugeflossenen Segnungen und auch für die unserer Landeskirche seitens ihres obersten Landesbischofs gewordene Führung im Gottesdienst des dem Jubiläum zunächst liegenden Sonntags, 11. März, zu erhebendem Lus- druck zu kommen. Wir weisen Sie daher an, im hauptgottes- dienst dieses Sonntags des für unser Hessenland so bedeutsamen Treignisses, sowie der aus der gegenwärtigen schweren Prüfungszeit erwachsenden ernsten Lufgabe unseres deutschen Volkes und Vaterlandes sowohl in der predigt wie im G?bete zu gedenken und, falls die Zeitverhältnisse es gestatten, durch Mitwirkung von Erwachsenen- oder Kinderchören die festliche Bedeutung des Tages zum Lusdrucke zu bringen/'
Zu dem Lrtikel „Eine Friedhofswanderung", der in i 'X vorigen Lummer enthalten ist, wird mir mitgeteilt, daß das Wort „viele Drangsale kommen über den Gerechten,
aber der Herr hilft uns allen" in der „Elberfelder Libelüber- setzung" und zwar als Psalm 34, 20 zu finden ist. Entweder hat sich der Bildhauer bei der Lngabe geirrt oder ich habe mich, als ich mir die Grabinschrift notierte, verschrieben. Die erwähnte Bibelübersetzung wird von Sekten gebraucht, die aus England und Lmerika zu uns gekommen sind und die Uebersetzung Luthers verschmähen. Luther gibt die angeführte Stelle wieder: „Der Gerechte muß viel leiden, aber der Herr hilft ihm aus dem allen." h. B.
kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 11. März. Gkuli.
Kollekte für die evangelische Gemeinde Groß-Steinheim.
3ti der Stadtkirche, vormittags 97 •» Uhr: Pfarrer
Mahr, vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. Lachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr. Lbends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe. Mittwoch, den 14. März, abends 8 Uhr: passionsandacht (Kriegsbetstunde). Pfarrer Mahr.
In der Johanneskirche, vormittags 9 l !> Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Lbends 6 Uhr: Pfarrer Lusfeld.
3m Konfirmandensaal (Liebigstr. 56): Lachmittags
2 Uhr: Taubstummengottesdienst und Feier des Heil. Lbend-
mahls. Pfarrer Bechtolsheimer.
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Wartburg, evangel. Jünglings- und Männer-Verein,
Kirchstr. 9. Sonntag, den 11. März, abends 8 Uhr: Vortrag. Donnerstag, den 15. März, abends 8' .. Uhr: Turnabend. Gäste stets willkommen.
vibelkränzchen für Schüler höherer Lehranstalten. Je.
den Mittwoch von 6—7 Uhr für die jüngere Lbteilung. Jeden Samstag von 6—7 Uhr für die ältere Lbteilung.
vibelkränzchen für Mädchen aus der Johannesgemeinde.
Jeden Dienstag von 6 -7 Uhr.
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Sonntagrverein für Mädchen.
Jeden Sonntag - Lachmittag Zusammenkunft, Diezstraße 15 p.
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