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So war ich endlich auf den Berg gekommen, von einer Vergesspitze kann man nicht reden,- denn der wiesberg läuft nordostwärts, in der Richtung nach Mainz in eine breite Hochfläche aus. Oben steht die stattliche, neue Rapelle, in der fromme Katholiken bei ihren Wallfahrten sich zum Gottesdienst versammeln, vor meinen Blicken lag das fruchtbare Land im Schmuck des Sommers und im Glanz der Sonne. Zweiundzwanzig Dörfer kann man dort bei klarem Wetter sehen. Nach Süden, Südwesten und Westen dringt der Blick bis dorthin, wo der Donnersberg und der Hunsrück auftauchen. Raum ein Ton war zu vernehmen, um die Mittagszeit war auch über den daneben liegenden Gutshof das Schweigen gebreitet, nur Glockenlaut kam aus der Tiefe, es war die Tinuhrglocke, die die Landleute wieder hinaus auf das Feld zur Rrbeit rief. Reinen Fuß breit ist dort das Land unangebaut, fernher stieg der Rauch eines vorüberfahrenden Eisenbahnzuges auf, ein Rirchturm blinkte im Sonnenschein. Lange saß ich auf einer Steinbank und ließ die reich gesegnete Landschaft auf mich wirken. Ich freute mich der Schönheit des deutschen Landes und der Frühsommerpracht, aber immer wieder kehrte meine Seele zu den Bildern zurück, die ich gesehen hatte, zu der Passionspredigt, die mir in der pfingstwoche die Steine gehalten hatten, zu dem Werke des Rünstlers, der den guten Hirten, der sein Leben für die Schafe läßt, so glaubensvoll dargestellt hat, und da war es mir, als ob eine Stimme mild und mahnend zu mir spräche: „Das tat ich für dich, was tust du für mich?" h. 6.
Zranz vrümmer.
von R. h e p d i n g.
,,Franz Brümmer, ein Lebens- und Schaffensbild vom Verfasser des Lexikons der deutschen Dichter und Prosaisten, mit einem Bilde Brümmers und einem Verzeichnis seiner Werke, sowie einer Namensliste der Besteller vorliegender Schrift, Mitteilungen der Besteller über Brümmer und Glückwünsche zu seinem 80. Geburtstage <17. Nov. 1916)", so lautet der längere Titel eines im Verlag von Gg. Leonhardt in Themnitz erschienenen, dem Jubilar gewidmeten interessanten Büchleins von Professor Dr. Bernhard Rost daselbst, der in seinem Vorwort sagt, daß er seit einer langen Reihe von Jahren bei seinen vielen literaturgeschichtlichen Rrbeiten fast täglich Brümmers Lexikon benutze und dieses Werk außerordentlich hochschätze. Rost hofft, den Freunden und Bekannten Brümmers, der gesamten deutschen Dichterwelt mit der Herausgabe des Büchleins eine Freude zu bereiten. Die Schrift soll auch eine Lmpfehlungsschrift für das Brümmer- sche Dichterlexikon sein, das, wie sein Verfasser, noch nicht genug bekannt ist, und doch kann besonders der deutsche Lehrerstaad stolz darauf sein, daß solch ein Mann aus seinen Reihen hervorgegangen.
Franz Brümmer wurde am 17. November 1836 in Wusterhausen a. d. Dosse, einer kleinen Stadt im Rreise Ruppia der Mark Brandenburg, als Sohn des Schuhmachermeisters Wilhelm Brümmer geboren. Cr besuchte die Bürgerschule daselbst und genoß Privatunterricht in fremden Sprachen und im Rlavierspiel, um nach dem Wunsche des Vaters Lehrer zu werden. Er bereitete sich ganz für sich für das Seminar vor, beschäftigte sich daheim besonders mit deutscher Sprache und Literatur, mit Geschichte, Erdkunde und Mathematik und schrieb in jeder Woche nach einem vorzüglichen Hilfsmittel „die Lehre vom deutschen Stil von h. Ritsert" einen Rufsah, las dabei gute Bücher und die Werke
unserer deutschen Rlassiker, was ihn befähigte, ohne Besuch einer Präparandenanstalt Oie Rufnahme in das Seminar zu Röpenick 1834 zu erlangen. Da Brümmer seine besondere Teilnahme der Pädagogik und der Musik zuwandte, konnte er schon nach 2 Jahren ein mit einem Rirchcnamt verbundenes, besser besoldetes Stadtlehreramt antreten und zwar an der Rnabenschule in Zehdenick an der Havel im Regierungsbezirk Potsdam. Da der Gehalt nur 180 Taler betrug, suchte er eine Lehrerstelle in Berlin zu erlangen, was ihm auch nach Rblegung seiner zweiten Lehrerprüfung 1859 gelang. Die Regierung in Potsdam versperrte ihm aber den weg dahin, nach dem „Sodom und Gomorra", wie der Schulrat die Hauptstadt nannte. Man bot ihm dafür eine mit dem Rantorat verbundene Lehrerstelle in der kleinen Stadt Trebbin an mit um 70 Taler erhöhtem Einkommen. So konnte Brümmer dort seinen Hausstand gründen, der ihn bis jetzt in 55jähriger gemeinsamer Wanderung ein glückliches Familienleben führen ließ. Besonders lieb war ihm in seinem neuen Rmt der Gesangunterricht, den er in den drei oberen Rlassen den Rnaben und Mädchen zu erteilen hatte, weniger erfreulich war ihm dagegen die kirchenamtliche Tätigkeit, besonders weil er aus sieben umliegenden, einge- pfarrten Dörfern die Leichen vom Trauerhause bis zum weitentlegenen Friedhof mit seinem Schülerchor begleiten mußte. Rus diesem Grunde bewarb sich Brümmer um die 4. Lehrer- und Organistenstelle in J^mcn mit 350 Taler Gehalt und erhielt sie unter 38 Bewerbern, hier ist er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand <1905) nach 49jähriger reichgesegneter Tätigkeit geblieben, nachdem er 1879 in das Ronrektorat an der Rnabenschule von dem Magistrat berufen worden war. Dreimalige ehrenvolle Rnträge zur Uebernahme eines Seminarlehramts lehnte er ab, da er einen höheren Gehalt bezog als damals die ebenfalls gering besoldeten Seminarlehrer. Tr konnte in Nauen seine drei Söhne das Realgymnasium in Nauen besuchen lassen. Brümmer benutzte als sehr begabter, überaus strebsamer Lehrer jede freie Stunde zu seiner wissenschaftlichen und beruflichen Fortbildung und war jederzeit froh und zufrieden in seinem Rmt, dabei beliebt und hochangesehen, jedoch schlicht und jedem Personenkultus abhold und fand seinen besten Lohn für treue Pflichterfüllung darin, daß der Mensch in seinem Innern das Gefühl der Befriedigung über sein Schaffen hat.
Brümmer hat verschiedene Rufsätze für Sammelwerke und pädagogische Zeitschriften geliefert und eine Reihe von Lehrbüchern für Schulen geschrieben, sein Hauptwerk ist das „Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten des 19. Jahrhunderts", das acht Bände umfaßt. Es ist ein Werk jahrelangen Fleißes und zäher Rusdauer. wer sich über die deutschen Dichter und Schriftsteller des 19. Jahrhunderts unterrichten will, findet in dem groß angelegten Werke, das 9000 Biographien enthält, reichen Stoff.
Möge dem verdienstvollen und hervorragenden Manne ein friedlicher Lebensabend beschieden sein!
Bilder aus dem hessischen vorfleben.
von R. L — nn.
(Fortsetzung.)
Zweimal, wenn ich nicht irre, war in meiner Rindheit das Gerücht verbreitet, im nahen Walde treibe sich ein Wolf umher. Die Zeit, da aus den Vogesen und den Rrdennen Wölfe nach Osten, über den Rhein hinüber, gelangten, lag damals noch nicht weit zurück. Rls die Franzosen im Jahre
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