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Sproffen waren nicht besseres als durch die Leiterbäume gesteckte Haselstöcke. Mein Vater machte dem Unechte Vorwürfe, nicht für bessere Leitern gesorgt zu haben. Da erklärte der rohe Mensch, wenn wir noch viel redeten, würde er alles abladen. nach Hause fahren und uns liegen lassen. Wir mußten absteigen,- die Männer schnitten Stöcke von den Bäumen, und der Schaden wurde möglichst ausgebessert. Nach anderthalb Stunden Aufenthalt mitten auf der Landstraße konnten wir weiter fahren. Km dritten Tage gegen Mittag kamen wir in unserem Bestimmungsorte an und fuhren sogleich nach dem Lobitzer Tore, dem Orte der künftigen Wirksamkeit meines Vaters, wo wir die ihm bestimmte Dienstwohnung bezogen, welche bereits leer stand. (Fortsetzung folgt.)
Kleine Mitteilungen.
Ts sei darauf aufmerksam gemacht, daß unsere Ubend- gottesdienste vom nächsten Sonntag, wie alljährlich vom Fe
bruar an, um 6 Uhr ihren Unfang nehmen.
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Tinen interessanten Beitrag zur Volkskunde gibt uns dlis von Pfarrer Meisinger in Fränkisch-Trumbach herauz- gcgebeae Gemeindeblatt ,,Die Heimat". Wir lesen in der neuesten Nummer:
„Die hoffnuna auf baldigen Frieden war bei uns in der Heimat dadurch gestärkt worden, daß man des Noden- steiners Nückkehr gehört hat. Das geschah am 15. Dezember, nachmittags zwischen 7*12 und 7-,l Uhr. viele Leute haben ganz unabhängig voneinander das Lärmen des Zuges in der Luft gehört. Beschrieben wird es von Ghrenzeugen als „ein unheimliches Getöse", „etwas Donnerähnliches" bei Sonnenschein, klarem Himmel und Windstille, als „Gepolter", ähnlich dem einer „Dreschmaschine", die irgendwo in der Uähe „abgefahren" werde und „auf dem gefrorenen Wege das Gerumpel macht". Deutlich will man auch gehört haben, daß die Bewegung nach dem Uodenstein hin verlief. Da es zweifellos feststeht, daß an verschiedenen weit auseinander liegenden Orten von verschiedenen Leuten der Uodensteiner gehört wurde, unterliegt es keinem Zweifel, daß tatsächlich ein auffälliges Geräusch zu der angegebenen Stunde stattgefunden hat. Cs mag daran erinnert sein, daß man auch zu Beginn des Krieges freilich einige Tage nach dessen Uusbruch am 12. Uugust, nachmittags um 6 Uhr, den Uodensteiner gehört hat. Wir entnehmen den Uufzeichnungen eines Gemeindegliedes, daß es sich damals so anhörte, „als würde die Dreschmaschine schnell" in des Nachbars „hofreite eingefahren". Ts sei ein „unheimlich rollendes Getöse" gewesen, als ob „schwere Wagen in der Luft" gingen, als ob „ein Gewitter im Unzuge" sei, „welches Hagel bringt". Undere wegen des Getöses auf der Straße stehende Leute hätten gesagt: „Ts sind Luftschiffe".
Bis jetzt siehts nun nicht so aus, als ob diesmal der Heimzug des Uodensteiner Herrn den nahen Frieden bedeute, vielleicht hat er, wie jeder andere Krieger, auch einmal auf einige Zeit Heimaturlaub erhalten."
Der Uodensteiner, der hier erwähnt wird, soll ein Graf von Uodenstein gewesen sein, der vor vielen Jahrhunderten auf seiner Stammburg nordwestlich des Städtchens Ueichels- heim gehaust hat und nach dem Volksglauben noch jetzt dort haust, gerade wie der Kaiser Uotbart sich noch im Kyffhäuser aufhält. Sn Wahrheit ist der Uodensteiner kein anderer als der altgermanische Gott Wodan oder Ddin (daher der Name Odenwald), der im Sturmesbrausen auszieht zur wilden Jagd. Unsere Ultvordern, die Germanen, glaubten, wenn sie den Herbststurm über ihre Häuser und Wälder dahingehen hörten, das Peitschenknallen, das Hundegebell und das hussa- rufen der wilden Jagd zu hören. T§ ist erstaunlich, wie das germanische Heidentum sich so lange in der Volksseele erhalten hat. Seit mehr als 1000 Jahren ist das Thristentum auch im Odenwald eingezogen, dennoch haftet in der Seele dieser -m Wald- und Gebirgsmenschen noch die Vorstellung von dem alt- germanischen Gott Wodan, der Personifikation des Sturmwindes, oder dem wilden Jäger, den sie, wie das Mitgeteilte beweist, mit den großen Zeitereignissen der Gegenwart in Verbindung bringen.
kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 4. Februar. Septuagesimä.
Gottesdienst.
)n der Stadttirche. vormittags 9V,- Uhr: Pfarrer Schwabe, vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Ubends 6 Uhr: Pfarrer Mahr. Montag, den 5. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 6. Februar, nachmittags 4 Uhr: Frauenmissionsverein. Dienstag, den 6. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierter? weiblichen Jugend der Markusgemeinde. Mittwoch, den 7. Februar, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Schwabe.
)n der Johanneskirche, vormittags 97 2 Uhr: Pfarrer Uusfeld. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Uusfeld. Ubends 6 Uhr: Pfarrer B e ch t o l s he i mer. Ubends 7 2 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde. Ubends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johannes- saal. Freitag, den 9. Februar, abends 7s6 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde.
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verantwortlich: für den Textteil Pfarrer Bechtolsheim er, für den Anzeigenteil h. Beck; Druck und Verlag der Vrühl'fchen Universitäts-
Buch- und Zteindruckerei R. Lange, sämtlich zu Gießen.
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