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Ztillesein und hoffen.

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mehr zu verstehen, und zuletzt lernte ich ziemlich gut aus­wendig und behielt auch besser, und viele Sprüche aus jener Zeit sind mir für immer im Gedächtnis geblieben.

Wie lange sich übrigens Kinder mit Mißverständnissen umher tragen können, davon erinnere ich mich noch eines Beispiels. Meine Mutter sang gern, zwar kunstlos aber mit reiner Heller stimme. $ie begann den Tag mit einem Morgen­liede, das sie während der Besorgung des Frühstücks sang; denn dasBete und Rrbcite" suchte sie aus Zeitmangel gern zu verbinden. Sie konnte aber auch eine Anzahl weltlicher Lieder; namentlich sang sie uns Kindern öfter das holtp- sche Lied:Kosen auf den weg gestreut". Darin kommt die Stelle vor:Schmeckt, so lang es Gott erlaubt, Kuß und süße Trauben, bis der Tod, der alles raubt, kommt, auch die zu rauben." Ich hatte das Lied nur mit dem Gehöre aufge­faßt und glaubte zu hören:Bis der Tod, der Kallesraub usw.", indem ich glaubte,Kallesraub" sei eine schimpfliche Benennung des Todes. Lange trug ich mich mit dem Gedan­ken, bis ich mich einmal mit meiner Schwester zankte, und sie einenKallesraub" nannte. Sie fühlte sich dadurch mehr beleidigt, als wenn ich sie mit einem ihr bekannten Schimpf- worte belegt hätte, und verklagte mich bei meiner Mutter. Da klärte sich denn die Zache auf. Wunderbar, daß überall die unverstandenen Schimpf- und Fluchwörter tiefer ver­wunden, als die verstandenen!

Frage ich nun nach meinem Verhältnisse zur Schule, so muß ich dankbar bekennen, daß sie mir in mehr als einer Beziehung, trotz ihrer großen Einseitigkeit, nützlich gewesen ist. Mein Gedächtnis wurde durch sie, ich kann wohl sagen, in höchster Weise, geübt; ich erhielt eine, wenn auch nicht ganz klare, so doch genaue Kenntnis der Bibel, und ihre schön­sten Stellen wurden mir in reichster Auswahl tief eingeprägt. Ich besaß in ihnen einen Schatz der reinsten Gottesfurcht, der höchsten Weisheit, der edelsten Lebenserkenntnis voll Glau­ben, Liebe, Hoffnung, Trost und Ermutigung. Ich kannte die vorzüglichsten Kirchenlieder mit ihren herrlichen Melodien, die den tiefsten Gemütern entquollen sind; ich besaß das Material der gesamten Kirchenlehre, welche an Umfang nach­her im wesentlichen keine bedeutende Vervollständigung er­hielt. Meine Handschrift aber wie mein Kechnen blieb in dieser Schule sehr unausgebildet, wie ich denn überhaupt mich nicht über die Mittelmäßigkeit erhob. Doch diese größere Kühe des Geistes während der körperlichen Ausbildung, und seine Kon­zentration auf einen Gegenstand ist vielleicht die Ursache, die es mir möglich machte, mich späterhin um so mehr auszubrei­ten. Ich kehre aber wieder zum Jahre 1794 zurück.

(Fortsetzung folgt.)

Laß Du mich stille werden,

Mein Herr und Gott,

Und deine Stimme hören In Glück und Kot!

Bring alles eigne Wollen In mir zur Kuh',

Und meines Lebens Fragen Entscheide du!

Wenn ich den Weg nicht finde In dunklem Streit,

Leucht' mir mit ew'gem Lichte Durch diese Zeit.

Laß einst in deinen Hütten Den Müden ruh'n;

Gib mir die Glaubenzhoffnung:

Du wirst es tun.

Gräfin Helene Waldersee.

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 14. Januar, 2. nach Epiphanias.

Gottesdienst.

In der Stadttirche. vormittags 97, Uhr: Pfarrer Mahr, vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Mat­thäusgemeinde. Pfarrer Mahr. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markusgemeinde, siehe Wartburg­verein. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männ­lichen Jugend der Matthäusgemeinde. - Donnerstag, den 18. Januar) abends 8 Uhr: Versammlung des Frauenver­eins der Markusgemeinde.

In der Iohanneslirche. vormittags 97s Uhr: Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Abends 7-8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde. Abends 7s8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde. - Mittwoch, den 17. Ja­nuar, abends 8 Uhr : Kriegsbetstunde. Pfarrer Bechtols­heimer.

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