wie der Morgen; sie sind vertraut mit den Schreck- nisscn der Dunkelheit." (Hiob 24, 13—17.)
Sie scheuen das Licht. Keiner sonst.
Wirklich, keiner?
Ja, wenn es sich nur um Sonnenschein, Tages- helle oder irgendeine Beleuchtung handelte, die unsere Arbeit, unseren Genuß oder unser Behagen fördert! Aber es gibt zwei Arten von Licht, von denen ich überzeugt bin, daß die allermeisten sie scheuen.
Zum Beweis dafür frage ich Sie, lieber Leser: Wie wäre es, wenn Sie sich einmal im Lichte Ihres Nachbars oder Ihrer Hausgenossen und Be- kannten sähen? Vielleicht halten Sie etwas auf Ihre Sparsamkeit? O web! In dem Lichte, das der Nachbar darauf fallen läßt, -bekommt sie große Ähnlichkeit mit Geiz! Oder Sie tun sich auf Ihre Charakterfestigkeit viel zugute. In den Augen Ihrer Hausgenossen gilt sie schon längst als Eigensinn. Sie jagen: Ich bin aufrichtig und sage die Wahrheit! Ihre Untergebenen fürchten Sie als grob. Ihre „Zurückhaltung" sehen die Bekannten für Lieblosigkeit, Ihre „Ordnungsliebe" für Pedanterie, Ihre „Liebenswürdigkeit" für Eitelkeit und Berechnung, Ihre „praktische Begabung" für krasse Selbst- sucht an.
Ob Sie sich dieser Beurteilung, die in manchen Dingen ein für Sie ganz neues Licht auf Ihre Persönlichkeit wirft, wohl willig aussetzen?
Aber vielleicht hegen Sie berechtigte Zweifel an der Urteilsfähigkeit der Menschen Sie kann durch Mißgunst getrübt sein Möglicherweise sind Ihre Hausgenossen schlechte Menschenkenner. Oder sie geben sich keine Mühe, Ihre Eigenart verständnisvoll zu erfassen und Ihren Beweggründen liebreich nachzugehen.
Schon möglich! Aber da ist ein Licht, das trügt nicht. „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der HErr aber sieht das Herz an!" (1 Sam. 16, 7.) „Aber der HErr weiß die Gedanken der Menschen, daß sie eitel sind!" (Ps. 94, 11.) „Er weiß, was im Menschen ist!" (Joh. 2, 25.) „HErr, Du erforschst und kennst mich. Ich sitze^oder stehe auf, so weißt Du es; Du verstehst meine Gedanken von fern. Ich gehe oder liege, so bist Du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das Du, HErr, nicht alles wissest! Wo soll ich hingehen vor Deinem Geiste? Und wo soll ich hinfliehen vor Deinem Angesicht? Deine Augen sahen mich, da ich noch nnbereitet war, und warep alle meine Tage auf Dein Buch geschrieben, die noch werden sollten." (Ps. 139, 1—4, 7. 16.)
Siehe, so durchdringend ist das Licht Gottes! Wie stehen Sie da in ihm? Nur, was Sie vor Gott sind, sind Sic in Wirklichkeit. Alles andere ist Schein und Trug. „So wir sagen, daß wir
Gemeinschaft mit Ihm haben und wandeln in der Finsternis, so lügen wir!"
O lieber Leser, halten Sie Seinem Lichte still. Er durchleuchtet Sie mit dem Röntgenlicht Seiner richtenden Liebe nur, um Sie innerlich zu heilen. Er gibt Klarheit zur Wahrheit. „Wer aus der Wahrheit ist, der hört Seine Simmel"
Haben Sie schon einmal einen Leuchtturm gesehen? Da liegt die weite Meercsfläche im Abend- dämmern. Man vermag kaum noch Wellen und Risse zu unterscheiden. Plötzlich zuckt's dort oben aus. Strahlende Lichtkegel fallen aus der Höhe auf die Wasserbahn. Nichts entgeht ihrem Scheine. Sie leuchten zwischen Untiefen und Klippen dem Schisse in den Hafen.
Solch ein Leuchtturm steht in Ihrem und meinem Leben. Es ist das Kreuz von Golgatha. Weit ragt es in die Lande. An ihm ließ einst „dal Licht der Welt" Sein Leben für Ihre und meine Sünde. Jesus wurde freiwillig zur Sünde für uns, damit wir in Ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott.gilt."
Seitdem strahlt das Licht von Golgatha bi! in die dunkelsten und verborgensten Winkel unsere! Herzens. Sein Geist wirkt an uns, und in uns verklagt uns unser Gewissen. Von Ihm, dem wunderbaren Heiland der Welt, geht strafendes, reinigendes, neugestaltendes, heilendes L>cht über die Erde. Und nie und nirgend kommt unser Herz zur Ruhe, als bis es ruht in Ihm!
Ich bitte Sie, schließen Sie nicht mutwillig die Läden vor diesem Lichte! Offnen Sie sich ihm, auch wenn sein Strahl auf Stellen und Dinge i« Ihrem Leben fällt, die Sie bishgr sorgsam verbargen Jesus ist die Wahrheit. „Die Wahrheit wird euch freimachen." „Wen der Sohn freimacht, der ist recht frei!"
„Glaubt an das Licht, dieweil ihr's habt, aus daß ihr des Lichtes Kinder seid." M. M. M.
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Die größte Sünde.
Am „Stammtisch" eines besseren Gasthause! saßen einige Beamte und angesehene Bürger. Ma" redete von einem Prediger, der die Leute alle z» verlorenen Sündern machen wolle. Der Förster sagte: „Ich möchte nur wissen, warum ich so ei" schlimmer, verdammungswürdiger Sünder fein still Morgens stehe ich auf und trinke mit meiner Fra" Kaffee; das wird doch keine Sünde sein. Dam gehe ich in den Wald, sehe nach meinen Arbeiter" und Waldhütern, besichtige meine Holzschläge im Pflanzungen, schieße auch einmal einen Hafen; b"! ist doch auch kein Verbrechen. Dann esse ich ä“ Mittag, gehe dann wieder meinem Dienste nach, trinke vielleicht abends hier in Ruhe ein Glas Bier


