Ausgabe 
24.11.1918
Seite
3
 
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Ehrerbietung

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. 5, 17-21. j lade bedeutet. I denFrieden ist", köstlicher wie wird er Wort s°gt- e merktest, mn Wasser­en muß also t nicht mehr , nicht mehr

dein Interesse vertreten und deine Ehre suchen, auch nicht mehr deine Gelüste befriedigen, sondern fragen: HErr, was willst Du, daß ich tun soll?" Das Wort Gottes sei dein Wegweiser, der Geist Gottes deine Triebfeder! Dein Wille füge sich in Gottes Willen! Je mehr du eins wirst mit Gottes Willen und eingehst in Gottes Wesen, desto tiefer und seliger wird dein Friede fein. Er erwartet von dir nur die Willigkeit und Entschiedenheit. Die Erneuerung und Umgestaltung deines Wesens ist Sein Werk. Gib dich nur in Seine Hand und folge Seinem Zuge; dann wird Er es hinausführen. Du wirst Ihm ähnlich in geistlichem und himmlischem Sinne und heiligem Wesen. Dann wirst du in Zeit und Ewigkeit ersahren dürfen:Das Neich Gottes ist Friede und Freude im Heiligen Geiste." K. E.

Der Trinker hatte recht.

Ein bekannter Trinker trat in eine Schenke und verlangte einenNordbäuser". Der Wirt war noch frisch in seinem Geschäft und war gut erzogen, darum antwortete er:Nein, Sie kriegen keinen Schnaps, Sie haben schon das Delirium gehabt. Sie sollten sich bessern!"

Unterdessen traten zwei nette junge Burschen von etwa achtzehn Jahren ein und verlangten auch jeder einenNordhäuser". Der Wirt gab ihnen ohne weiteres das Berlangte. Der abgewiesene Trinker war stehengeblieben und hatte das mit angesehen. Dann wandte er sich an den Wirt und' sagte: Vor zwölf Jahren war ich auch so ein Bursch wie diese da; so jung und frisch, so hossnnngsvoll. Meine Eltern setzten ihre ganze Hoffnung auf mich, und ein Nachbarrkind tat's auch. Und da ließ ich mich von anderen verleiten, in Wirtschaften zu gehen und Branntwein zu trinken. Da war kein Wirt, der mir sagte: »Nein, Sie kriegen nichts,« sonder» man schenkte mir sehr bereitwillig ein. Die Wirte haben mich erst recht zum Trinken verführt. Nun bin ich ein Trinker, und Sie haben recht, ich habe schon das Delirium gehabt. Meine arme Mutter ist an gebrochenem Herzen gestoibcn, als ich im Rausche ein schweres Unrecht getan. Meine Frau konnte es bei mir nicht aushalten und hat sich wieder zu ihrem Vater geflüchtet. Und ich bin ein unnützer, ungesunder, unglücklicher Mensch, dem nicht mehr zu helfen ist. Sehen Sie, mir können Sie ganz ruhig ein Schnäpschen geben, daß ich mein Elend vergesse. An mir ist nichts nnhr zu verderben. Aber wenn. Sie ein Herz im Leibe haben, geben Sie diesen jungen Burschen das Gift nicht! Sonst werden sie das, was ich geworden b n. Ich bin verloren, diese aber brauchen nicht verlorenzngehen. Ich bitte Sie, geben Sie ihnen keinen Tropfen

Branntwein!"

Dem Wirt ward unheimlich bei dieser Rede, und die beiden jungen Leute sahen sich betroffen an und gingen, ohne ihr Glas berührt zu haben. Der Trinker folgte ihnen. Da war der Wirt allein mit seinem Gewissen.

Ich Kann nicht beten.

In der englischen Stadt N. wohnte ein alter Schneider. In jungen Jahren war er aus der deutschen Heimat ausgewandert; eine blasse Erinnerung an sie war ihm geblieben, von der Muttersprache kannte er nur noch die beiden Worte Ja und Nein.

Dieser Schneider war im Laufe der Jahre tief in das Laster der Trunksucht hineingeraten; seine Arbeit war seinem Lasier dienstbar geworden: er arbeitete, wenn er nichts mehr zu trinken hartes um wieder trinken zu können. Ich ging hier und da zu ihm in seine Wohnung.

Eines Abends, nachdem ich ihn seit geraumer Zeit nicht aufgesucht hatte, kam ich wieder vor sein Haus und pochte mit dem Klopfer an die Tür. Ein langsamer, schwerer Schritt ließ sich drinnen hören; langsam ging die Tür auf, so weit, daß ein entstelltes, hochrotes Gesicht Raum hatte zwischen der Tür und dem Pfosten und ein Arm, welcher mir abmehrend entgegengestreckt wurde.Nicht kommen!" war die Antwort auf meinen Gruß.Wie 'geht es?" fragte ich.Schr schlecht."Beten Sie!" mahnte ich.Ich kann nicht; ich tat es, als ich ein Kind war seitdem nicht mehr." Das waren die letzten Worte, welche ich aus seinem Munde vernahm; denn als er das gesagt hatte, zog er die Tür hastig zu; ich stand allein auf der Gasse und ging traurig weg, und vierzehn Tage später hörte ich, man habe den Ärmsten eines Morgens an seinem Bettpfosten erhängt gefunden.

Den entsetzlichen Ausgang dieses Lebens und das Wort:Ich kann nicht beten, ich betcte, als ich ein Kind war seitdem nicht mehr," muß ich mir nacheinander erklären. Es fehlte in diesem Leben das starke Tau, welches sesthält an Gott und heil hindurchrettet durch die Brandung der Sünde: das Gebet. Ein Leben ohne Gebet ist ein Leben ohne Halt.Lichtbilder."

Ireie Männer.

Ich habe Menschen gesehen, die waren so stolz darauf, freie Männer zu sein. Sie fühlten die Kraft ihrer sehnigen Arme und den heißen Schlag ihrer starken, stolzen Herzen, sie standen so kühn da, so unüberwindlich, fast hätte ich in meiner Schwachheit sie beneiden können aber daun I Dann hörte ich leises Klirren. Was bedeutet das? Sklävenketten tragen diese Niesen. O welche Schande!

Ein kleines Gläschen Schnaps! Ihn ekelte es an, als er's zum erstenmal trank, und doch war's der