Ausgabe 
10.11.1918
Seite
4
 
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Der Betrug der Sünde.

Ich kann das Bild jenes Mannes immer noch nicht vergessen, der vor nicht langer Zeit mich auf­suchte, Brot und Obdach von mir heischend. In seinen jungen Jahren hatte ich ihn kennen gelernt. Er war aus guter Familie, der Sohn frommer Eltern. Ein hochbegabter, hoffnungsvoller junger Mann. So war er auf die Hochschule gezogen. Und nun, zehn Jahre später, stand er vor mir als einer vom den Heimatlosen, wie sie eine Millionenstadt zu vielen Hunderten in sich birgt; äußerlich und inner­lich verkommen, mit seinen Nerven zerrüttet, siech, elend, hoffnungslos, ein jugendlicher Greis. Was hatte sein Bild so verändert? Der Betrug der Sünde! Trunksucht und Fleischeslust hatten ihn zu ihrem willenlosen Sklaven gemacht und alle edleren Re- gungen seiner Seele immer wieder und immer völliger ertötet. Des Vaters ernstes Mahnen und der Mutter heiße Tränen machten keinen Eindruck auf sein ver­härtetes Gemüt. Und nun schien auch die ewige Liebe, die immer wieder um ihn geworben und an ihm gezogen hatte, vor verschlossener Tür zu stehen. Für mich ist keine Rettung, keine Hoffnung mehr!" Das war sein erschütterndes Bekenntnis. Ja, der Betrug der Sünde!

Sicherheit.

Ein Landmann, der mit dem schrecklichen Getöse und mit den feurigen Auswürfen eines Vulkans längst bekannt war, baute sein Häuschen auf einen grünen Fleck, welchen die brennenden Ströme früherer Ausbrüche unbeschädigt gelassen hatten, und schlief des Nachts, unbekümmert um die geheimnisvollen Warnungen, welche der Berg von sich gab. Das Getöse des Kraters blieb von dem sicheren und ge- daukenlosen Schläfer so unbeachtet, wie das Sprudeln des Baches oder das Klingeln der Kuhschellen bei

den Bewohnern des unter ihm liegenden Tales. Jahre- lange Sicherheit ließ seine Ruhe als die Frucht der gereiftesten Weisheit erscheinen und schien seinen Spott über solche, die ibn vor der Gefahr, welche sein Häuschen bedrohte, warnten, zu rechtfertigen Doch endlich stiegen die feurigen Wogen auf, um seine Tollkühnheit zu bestrafen; und in einer schau«, lichen Nacht, während er sicher schlief und von schönen Tagen träumte, speite der Krater sein Feuer aus, und die Lava schleppte ihn mit unwiderstehlicher Gewalt in den Feuersee unter ihm.

Dies ist ein schwaches Bild von dem Tode des sicheren Sünders. Sein Mut ist Tollkühnheit, sein höhnender Blick auf den Tod ist der Ausdruck einer verblendeten Geistes. Wie schnell verläßt ihn seine Prahlerei, wenn seine schuldige Seele am Abgrund des ewigen Feuers steht. Sicherer Sünder, wache jetzt auf! L. Pf.

&

Komm zu dem Keitand!

Komm zu dem Heiland, komme noch heut'I

Folg Seinem Wort, jetzt ist e§ noch Zeit!

Er ist uns nah. zum Segnen bereit

Und ruft so freundlich:Komm!"

Herrlich, herrlich wird es einmal sein,

Wenn wir zieh'n, von Sünde frei und rem.

In das gelobte Kanaan ein!

Jesus, sieh her. ich komm!

Komm, o mein Kind, und höre Sein WorlI

Gib Ihm dein Herz und folg Ihm sofort I

Er ist ein sichrer, ewiger Hort;

Drum mach dich auf und komm!

Herrlich usw.

Glaube nur fest, der HErr nimmt dich ,n!

O fühlst du Jhu nicht jetzt dir schon nahn'?

Mit Lieb' und Gnad' will Er dich umfah'n.

Komm nur, o Sünder, komml

Herrlich usw.

Versammlungs-Anzeigen.

Bezirk Gießen. Stadtmifsion Gießen, Löberfiraße 14.

Zelieu Sonntag l 1 /» Uhr Sonntugsschule, 4 Uh? Jnngframiwerein: &/e Uhr Versammlung ; 4 l l * Uhr Christlicher Verein junger Männer! setzen Mittwoch 8^, Uhr Bibolstunde; jeden Freitag 8'/* Uhr Gebetsstunde.

Bezirk Bellnhausen.

Aedni 6ww*a« J lllir Berismmlung im S8fwin«l>an» ßtSubrafflt.

Bezirk Lriedberg. Stadtmission Friedberg, Ludwigstr. 24.

Jeden Sonntag, nachm. 2 Uhr Sonntagöschule: abends 8* * Uhr Versammlung ; jede« Donnerstagabend 8 Vs Uhr Bibel- und Gebetsstunde.

Bezirk Lich und Schotten.

Nidda Jeden Sonntagabend S Uhr Versammlung, jeden Montag, abend S Uhr Gebetsstunde; jeden Dienstagabend 9 Uhr Bibelstunde. Jede* dritten Sonntag im Monat nachmittags 8 Uhr Gemeinschaftskonferenz

Schotten. Jeden Sonntagmittag 12»/« Uhr Sonntagsschule. jede« Sonntagabend 9 Uhr Versammlung.

Betzenrod. Jode« »weite« und btertze« Sonntag im Monat nach. Mittags 8 Uhr Versammlung

Lißberg. Jeden zweiten und vierten Sonntag t« Monat nact-

mittags Uhr Versammlung

Ran stadt Jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat «den»»

9 Uhr Versammlung.

Wallern hausen Jeden zweiten und vierte« Donnerstag i* Monat abends 9 Uhr Versammlung.

Lich. Jeden Sonntagabend 8'/« Uhr Versammlung ; jedem Frei»,- abend 9 Uhr Gebetss^mde

Holz he im Jeden ersten Sonntag im Moaat nachmittat»

8 1 /* Uhr Monatsversammlung.

Burkhardtsfelden. Jeden ersten Mittwoch im Monat atzend»

v Uhr Monatsversammlung.

Ettingshausen Jeden ersten Donnerstag im Monat «fcnH 9 Uhr MonalSversammlung

Villingen Jeden dritten Donnerstag i« Monat abends 9 Uhr

Monatsversammlusg.

Langsdorf. Jeden dritte« Aroitag t» Monat abend» 9 Udr

MonatSoerfammlung.

Bezirk Sellnr»-.

6ell*r»k. 3Wxn StnntaflaSnrt 87» USr**

fcfcra Mittwoch und grettafl KriegsgebctSstund« mit 8idk!betr»chtu»g.