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Verlag der BMcbbandluns der PHgermissio« Siehe».
Redakteur: Stadtmissionar berrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Lasse! und die Prediger der Pilgermission. Druck von I. G. Oncken Nachfolger, G. m. b. H., Taflel.
Nr. 45/46.
Som/tag, den 10. und 17. November 1918.
II. Iahrg.
Die Wetterkunde.
Die Wetterkunde hat im Kriege eine ungeahnte Bedeutung erlangt. Viele Hunderte von Wetterwarten stellen sorgsame Witterungsbeobachtungen an.
Sicher hat in keinem früheren Kriege die Wetterkunde und die Witterung überhaupt eine so große Rolle gespielt wie gegenwärtig.
Wir werden den Grund leicht erkennen, wenn wir daran denken, daß im jetzigen Kriege zum erstenmal die Luftschiffe und Flugzeuge in Tätigkeit getreten sind, die in so hervorragendem Maße vom Wetter abhängig sind, sowie daß das Gelingen und Mißlingen der so wichtig gewordenen Gasangriffe völlig auf dem Verhalten des Windes und anderer Witlerungs- elemente beruht. Daß ferner auch vor allem auf See die Kriegführung noch immer sehr stark vom Wetter abhäugt, wenn auch die mit Dampf oder Benzin betriebenen Fahrzeuge nicht mehr in demselben Maße wie früher die Segelschiffe auf den Wind angewiesen sind.
Wenn unerwartete Stürme kommen, so kann nn Luftschiff oder ein Flugapparat aus seinem Rurs geworfen werden und weit vom Ziele abirren, >a vielleicht ganz verlorengehcn, wie das Scheitern zweier Zeppeline an der dänischen Küste am 17. Februar 1915
oder der Untergang von vier Luftschiffen über französischem Boden am 20. Oktober 1917 bewies.
Und in wie hohem Maße ist etwa der Nebel ein Feind des Aufklärungsdienstes durch Luftschiffe
oder Flieger und anderer- seits ein förderndes Mittel jedes geplanten Hand- streichs!
Der Verlust dreier kleiner Kreuzer im Seegefecht bei Helgoland am 28. August 1914 war ja nur möglich, weil der Nebel starken englischen Streitkräften die Anna- herung an die sonst ängstlich gemiedene Insel Helgoland gestattete, ebenso war der Verlust des „Albatros" im Gefecht bei Gothland am 2.Juli 1915, rein menschlich besehen, durch Nebel verschuldet worden; andererseits begünstigte das stark unsichtige Wetter die völlige Überraschung der Russen bei der Einnahme von Ösel am 12. Oktober 1917 usw.
Wir sehen, wie wichtig die Witterung?- beobachtungen in diesem langen Kriege sind und daß auch ein solcher Windmesser seine große Bedeutung hat.
Unsere Feinde zogen mit guter Ausrüstung und mit zahlenmäßiger Überlegenheit gegen uns aus. Die Mittelmächte zu vernichten, sollte nicht viele Monate dauern. Die Engländer, unsere schlimmsten Feinde, wollten von ihrer Insel aus nur dirigieren


