dem Angesicht des Sterbenden hell geworden, und seine Augen wurden immer fragender und immer weiter und weiter und — brachen zuletzt unter den Worten und Gebeten des Pfarrers, der an das Lied im höheren Chor dachte, das da anhebt: „Wenn der HErr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie Träumende, dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Stimme voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Heiden: der HErr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich."
K
Morgen um drei.
Elise D. erkrankte an der Schwindsucht. Ihr Vater war Zimmermeister und hatte sein gutes Brot; doch mußten die Kinder tüchtig mit Hand anlegen und verdienen helfen, damit die zahlreiche Familie nicht zurückkomme. Die Kranke war in gesunden Tagen in einer Porzellanfabrik beschäftigt gewesen; ihre Leistungen wurden gut bezahlt, denn sie malte sauber und geschickt. Im Anfang glaubte sie sich nicht bedenklich krank und blieb bei ihrer Arbeit, bis sie nicht mehr konnte. Es dauerte nicht lange, da wurde sie bettlägerig. Die Schalten des Todes zogen langsam herauf. Die D's. waren achtbare Leute; jedoch ihre Gedanken gingen nie über das Irdische hinaus. Wohl hießen sie Christen, aber sie kannten Den nicht, der da spricht: „Ich bin die Tür, so
jemand durch Mich eingeht, der wird errettet iverden und wird ein und aus gehen und wird Weide finden." sJoh. 10, 9.) In dieser Zeit besuchte ich die Familie oft. Elise D. war voll von Plänen für die Zukunft, obgleich man wohl merkte, daß sie den Ernst ihres Zustandes klar erkannte. Sie drängte aber diese Gedanken durch die Energie ihres Willens zurück. Oft bat ich sie, mir zu erlauben, ihr nur einige Trostworte aus der Schrift vorzulesen. Sie antwortete stets abweisend. „Machen Sie mich doch nicht so traurig," sagte sie einmal, „lassen Sie uns
doch von etwas Heiterem sprechen. Ich bin so jung, ich werde doch nicht sterben; so grausam wird der liebe Gott nicht sein. Mir ist heute wohler. Ich werde bald wieder gesund sein." „Und wenn Sie auch wieder gesund werden," antwortete ich, „sollte es Sie denn traurig machen, Gott als einen liebende» Vater kennen zu lernen und den HErrn Jesum all Ihren Heiland, der Frieden schenkt, der Ihnen die Tore des ewigen Lebens öffnet, ivenn Sie diese Welt verlassen? Wissen Sie, welches Wort in der Heiligen Schrift, vor der Sie sich so fürchten, über hundert- fünfzigmal vorkommt? Das Wort Herrlichkeit! Ist das denn so traurig?" Sie sah mich mit ihre» großen Augen wunderbar an, aber sagte nichts. Bei einein^ nächsten Besuche fand ich sie sehr verändert Die Schiväche hatte merklich zugenommen. Ich hoffte, sie würde jetzt ihre Herzenstür Dem austun, der so einst bei ihr anklopfte und der so liebevoll warnend den Menschen sagen läßt: „Jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils." (2 Kor" 6, 2.) Zögernd holte ich mein Neues Testament aus der Tasche, aber als sie es sah, machte sie eine abweisende Bewegung und sagte leise: „Ich bin heute zu schwach! Ich kanii nicht! Es ist zu schrecklich! Ich kann nicht daran denken. Ich will versuchen zu schlafen. Ich habe Morphium eingespritzt bekommen." Da mag ich sie wohl flehentlich angeschaut haben, denn plötzlich nickte sie mir freundlich zu und flüsterte: „Morgen um drei! Dann lesen Sie! Morgen um drei!" Ich ging meiner Wege. Am kommenden Tage klopfte ich zur festgesetzten Zeit bei mcimi Freundin an. Der Vater machte mir auf. Er sprach nicht, aber er verbarg sein Gesicht in den Händen. Leise trat ich in das wohlbekannte Krankenziinmek. Mutter und Geschwister standen in Tränen aufgelöst um das Bett. Elise lag still und kalt auf ihrem Lager. Vor einer Stunde war sie mit einem Angstschrei hinübergegangen in das geheimnisvolle und ewige Jenseits. Das Herz stand mir still, als ich sie ansah. Da schlug die alte Wanduhr drei.
Versammlungs-Anzeigen.
Bezirk Gießen. Stadtmission Gießen, Löberstraße 14.
Irren Sonntag l‘/t Uhr Svnntagsschule; 4 Uhr 8V« Uhr Versammlung! 4>/s Uhr Christlicher Verein junger Männer; jeden Mittwoch 8>/e Uhr Bibelftunde; jeden Freitag «>/» Uhr Sebelsftunde.
Bezirk Bellnhausen.
Jade, 3 Uhr Versammlung im VereiaSdan» «ellahausen
Bezirk Lriedberg. Stadtmission Friedberg, Ludwigstr. 24.
Jeden Sonntag, nachm. 2 Uhr Sonntagsschule; abends 8 1 s Uhr 8erja«mlun- ; jede» Donnerstagabend 8 l /a Uhr Bibel- und Gebetsstunde.
Bezirk Sich und Schotten.
Rtdda. Jeden knnaiagabend 9 Uhr Versammlung; jeden Montag, abend S Uhr GcbetSstuude; jeden Dienstagabend 9 Uhr Bibelstunde. Jede» dritten Sonntag im Monat nachmittags 8 Uhr Kememschajtskonferenz
Schotten. Jeden Sonnlagmittag 12'/, Uhr Sonnlagsschule. jeden Sinntagabend 9 Uhr Berjammlung.
«ehenra«. Jeden zweite» M» Mu UN Monat nnch.
«tttag« » Uhr SntomaUaat.
Lißberg. Jeden zweiten und »irrte» Sannt», i» Manat nachmittag« 3 Uhr Berjammlung
Ra nnad l Jeden zwesten »nd vierten Mittwoch im Monat adentl
9 Uhr Versammlung.
Wallernhausen Jeden zweite« »nd vlerten Donner«»« >» Monat abends 9 Uhr Berjammlnng.
Lich Jeden Sonntagabend 8'/, Uhr Versammlung ; jeden Freit»! abend 9 Ubr Gebetsstunde.
Holzheim Jeden ersten S»»nt»« i« Manat nachmitt»
h'/> Uhr Monatsversammlung.
BurkhardtSIelden. Jeden ersten Mittwoch Im Monat «I«
9 Uhr MonatSverjommlung.
Ettingshausen Jede« ersten Donnerstag im Monat aben 9 Uhr MonatSversammlun«.
Villingcni Jeden dritten Donnerstag i« Monat abend» 9 Monatsversammlung
Langsdors. Jeden dritte» F«t>«, t« M»N»I adend» 9 l>
Monatsversammlung.
Bezirk Sellnrod.
Sellnrod. Jeden Sonntagabend 3Va Uhr Versammlung MI teden Mittwoch und Freitag Krwgsgebetsstunde mit Bibelbetrachtung.
Nr. 43,
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