Ausgabe 
15.9.1918
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% Gemeinscbaftsblatt für Hessen.

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Erscheint wöchentlich einmal.

Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich.

Verlag ätr öucbvsaaiung aer Püaernsissloa KMen.

Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeit«!

Pfarrer Sperber-Cassel und die Prediger der Pilgermission. Druck von I. G. Lucken Nachfolger, G. m. b. H., Cassel.

Nr. 37/38. Sonntag, bin 15. und

22 . Srptcmbcr 1918. 11 . Jahrg.

Jesus, der Sünderfreund.

(Luk. 19, 10.)

Des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und seligzumochen, was verloren ist." Dies ist einer der köstlichsten Verse in der ganzen Bibel. In diesen kurzen Worten wird uns verkündigt, weshalb Jesus, der Sohn Gottes, in die Welt gekommen ist. Er kam zu einem bestimmten Zweck; Er kam, nm ein Werk zu vollbringen, und in diesem kurzen Worte wird uns die ganze Geschichte bekannt gemacht. Er kam nicht, um die Welt zu ver­dammen, sondern um die Verlorenen selig­zumachen.

Als Er vom Himmel her zu uns in unser armes Erdental kam, teilte Er unv klar und bestimmt die Ursache Seines Kommens mit. Gott 'sandte Ihn, und Er kam, um den Willen Seines Vaters zu erfüllen. Dieser Wille sollte uns nicht ver­borgen bleiben, und siehe, er war zusammengefaßt in die trostreichen Worte: zu suchen und selig- zumachen, das verloren ist.

Wenn Gott zu irgendeiner Zeit einen Boten aussandte, dann brachte Er auch stets die'Botschaft zur Ausführung. Gott sandte Moses nach Ägypten, um drei Millionen Sklaven aus der Gcwaltherr- schaft Pharaos zu erlösen. Hatte diese Sendung Erfolg? Anfangs schien es nicht so. Pharao fragte frech:Wer ist der Gott, dessen Stimme ich hören müßte?" Wenn wir auf diese gottlose Antwort lauschen und sehen, wie der Tyrann dem Knechte Gottes verbot, noch ferner vor sein Angesicht zu kommen, dann will es uns scheinen, als sollten sich der Botschaft unüberwindliche Schwierigkeiten ent­gegenstellen. Aber bald zeigt es sich anders. Gott streckte Seine mächt'ge Hand aus und zwang den Gewalthaber, die Kinder Israel ziehen zu lassen.

Gott sandte Elias zur Zeit Ahabs mit einer schweren Botschaft. Er sollte den Himmel ver- schließen drei Jahre und sechs Monate lang. Ob der Unglaube die Botschaft belächelte oder vor ihr

zitterte, sie mußte buchstäblich erfüllt werden. Gott weiß Seinem Willen Nachdruck zu verleihen und Seine Versprechungen wie Seine Drohungen wohl zu erfüllen und auszuführen.

Hier sendet nun GM den Sohn Seiner Liebe, der von Ewigkeit her in Seinem Schoße war. Meinst du, daß dessen Sendung ihren Zweck ver­fehlen könnte? Gott sei Lob und Dank, Er ist nicht vergeblich gekommen, Er kann seligmachen immerdar alle, die durch Ihn zu Gott kommen. Kein Leser dieser Zeilen ist so unselig, so verloren, den Er nicht retten könnte. Gepriesen sei Sein herrlicher Name!

Eines Tages erfuhr der Oberzöllner Zachäu«, daß Jesus von Nazareth in der Nähe sei.

Jesus von Nazareth! Ist der hier in der Nähe?" fragte er.Ja, Er kommt eben in die Stadt, dort unten zum Westtor muß Er hereinkommen."

Den muß ich sehen," sprach der Oberzöllner und eilte davon. Bald traf er denn auch mit der Menge zusammen, die sich um Jesus von Nazareth gesammelt hatte. Doch wie sehr er sich auch an­strengen mochte, es gelang ihm nicht, nur mit einem Blick den Heiland zu sehen. Doch der Mann wußte Rat. Schnell eilte er den Weg entlang bis zum nächsten Maulbeerbaum und kletterte so schnell es gehen wollte hinauf, setzte sich auf einen Ast und erwartete sehnlichst, nunmehr dem Heiland ins Angesicht schauen zu können. Und siehe da, er sollte den Wunsch seiner Sehnsucht erfüllt sehen. Jesus nahte dem Baume, blickte aufwärts und ward des Mannes in den Zweigen gewahr. Gleich ruft Er ihn mit Namen:Zachäus! steige eilend her­

nieder, denn Ich muß heute in dein Haus einkehren."

Zachäus mag wohl erschrocken sein, daß ihn der Sohn Gottes mit Namen rief. Vielleicht dachte er:Woher kennt mich Jesus denn? Ich bin

Ihm ja noch gar nicht vorgestellt." Ja, mein Freund, Jesus kennt jeden Sünder. Er kannte den Zachäus, Er kennt auch dich. Du kannst dich nicht vor Ihm verbergen. Er weiß, wo du