Ausgabe 
1.9.1918
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jetne Ernte auch um dich her, teurer Leser; heute kehrt er hier, morgen dort ein, sowohl m der Heimat wie draußen. Könnte er nicht plötzlich auch bei dir anklopfen?Gewiß," sagst du,man ist keinen Augenblick sicher." Aber trotzdem gehst du ruhig und sorglos voran! Du kennst die Gefahr; du weißt, daß der dünne Lebensfaden jeden Augen- blick zerreißen kann, und doch triffst du keine Bor­kehrungen, um dem Tode ruhig und getrost ins Auge sehen zu können! .

Wahrlich, nur ein Schreit liegt zwischen drr und dem Tode. Die nächste Nacht kann die letzte' für dich sein; vielleicht schläfst du ein, um nie wieder zu erwachen. Aber was dann? ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!" (Ebr. 10, 31.) Es ist schrecklich, stör dem dreimal heiligen Gott erscheinen zu müssten, unversöhnt, mit zahllosen uniiützen Worten, unreinen Gedanken und bösen Werken! Und bedenke e8:. Bald, sehr bald kannst du vor Gott erscheinen müssen.

Doch Gott sei gepriesen I so wie nur ein Schritt zwischen dir und dem Tode ist, so ist auch nur ein Schritt zwischen dir und dem Leben, dem ewigen Leben.

Ein Heiland, ein Erretter ist^ da, und Er ist nahe einem jeden, der Ihn anruft. Er selbst sagt:Wer zu Mir kommt, -den werde Ich nicht hinausstoßen." (Joh. 6, 37.) Er ist gekommen, zu suchen und seligzumachen, was verloren ist. Er starb am Fluchholz, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren werde, sondern das ewige Leben habe.

Darum wache auf, wache auf, ehe es zu spät ist!

Eile zu Jesu! O. D.

H Land, Land, Land, höre des KKrrn Wort!"

Schon vor Jahr und Tag ist das Wort aus- * gesprochen worden, daß unsere Feinde, und unter # ihnen besonders England, den Krieg nur verlängern aus Furcht vor dem Friedensschluß. Darum auch haben sie bisher jedes Friedensangebot zurückgewiesen, weil der für sie erreichbare Friede nicht den erhofften Sieg und die erträumten Früchte des Sieges bringen konnte. Darum ihr ungebrochener Kriegswille trotz der sich häufenden Mißerfolge und trotz der unge­heuren Opfer, weil diejenigen, die den Krieg herauf­beschworen haben, ihre Rolle ausgespielt haben und als solche gebrandmarkt würden, die das Land in ungeheures Unglück gebracht haben. Darum klammern sie sich noch immer an eitle Siegeshoffnungen, wie der Ertrinkende an einen Strohhalm. Ihre Furcht vor dem Frieden ist uns verständlich, wird ihnen aber, wie wir zu Gott hoffen, nichts helfen; denn der Tag wird nicht mehr fern sein, an dein stch ihre Völker nicht mehr blenden und betören lassen von eiteln Worten."

Und doch eine große Furcht vor dem Frieden will sich auch in unser Herz schleichen, wenn wir in unser Volksleben hineinschauen, aus dem uns so viele Dinge entgegentreten, die uns beweisen, wie- wenig anders der größte Teil unseres Volkes durch den Krieg geworden ist und wiewenig geeignet darum auch für all die großen Aufgaben der Zukunft, die Gott mit unserem Volke im Sinne zu haben scheint. Auf Schritt und Tritt begegnen uns Kleinmut und Bitterkeit, Geldgier und wucherisches Treiben, Selbstsucht und Unehrlichkeit, Oberfläch- lichkeit und Leichtsinn, Zuchtlosigkeit und Gottlosigkeit, darüber man bittere Tränen weinen möchte. Und wenn unserem Volksleben trotz vierjähriger harter Kriegszeit solche Früchte entsprießen, wie wird eS dann wohl werden, wenn die züchtigende Hand Gottes von uns genommen wird und der Friede wieder Einkehr hält? Wahrlich, die Furcht, daß dann in kurzer Zeit alles innerlich Erlebte und Errungene wieder verlorengeht oder zertreten wird von den Mächten des Unglaubens und der Welt- förmigkeit, solche Furcht dürfte wohl berechtigt, sein.

Daß die Welt reif war für das Gericht Gottes, wie es sich in diesem Völkerringen offenbart, das ist schon lange vor dem Kriege von allen ernst- denkenden und bibelgläubigen Menschen erkannt und gepredigt worden. Daß aber diese Gerichtvzeit Gottes sowenig verstanden und beherzigt wird, das ist tief zu beklagen^ denn nun ist es als sicher anzunehmen, daß weitere und vielleicht schwerere Gerichte Gottes kouimen müssen und kommen werden, wie die Geschichte des Volkes Israels uns genugsam Beispiele darüber lehrt. Wohl hofften wir, nach dem Kriege noch eine Zeit zu erleben, in der geerntet wird, was jetzt in blutiger Notzeit gesät wird, in welcher das Reich Gottes noch einmal zu hoher Blüte gelangt ob sich solche Hoffnung aber erfüllen ivird? Hat es nicht sogar den Anschein, als ob das Gegenteil eintretcn könnte? Ja, mit Furcht und Zittern möchten wir dem Frieden und den Tagen danach entgegensehen, wenn unser Voll in seiner Mehrheit auf den jetzt betretenen Wegen verbleibt; wenn es nicht endlich sich noch besinnt und erkennt, was zu seinem Frieden dient; wenn es nicht umkehrt und Buße tut und die Gnade Gottes sucht, wie sie sich geoffenbart hat in Seinem Sohne Jesus Christus. In Ihm allein ist dein Heil, mein deutsches Volk, in Ihm und in keinem anderen. Treue Zeugen des Evan­geliums, die Gott dir schenkte in dieser weltbewegenden Zeit, haben dir oft schon dasselbe zugerufen. Warum hörst du nicht auf solche Wortes Warum folgst du ihnen nicht auf diesen Glaub nswegen? Warum handelst du so ganz anders, 1° w.vergöttlich und dir selbst zum Schaden?O O ld, Land, Land, höre des HErrn Wort!" G. £>