Ausgabe 
1.9.1918
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Aufwärts!

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Nr. 35/36. Sonntag, den 1. und

8. September 19k 8. 11. Jahrg.

Krieg.

Früher haben wir von Kriegen gehört und uns die kriegerischen Ereignisse vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte vergegenwärtigt, aber jetzt leben wir über vier Jahre in dem größten Kriege der Weltgeschichte.

Trotz aller Schmerzen und Leiden, die über uns ergangen sind, haben wir doch viel Ursache, dem Schlachtenlenker dankbar zu sein, daß Er unser Land behütet hat und daß es nicht der Schauplatz des Krieges geworden ist. Nächst der großen Gnade Gottes haben wir unseren erprobten Feld- Herren, unseren Offizieren und Mannschaften sehr viel zu verdanken. Jeder Soldat kennt seine Aufgabe, er folgt dem gegebenen Befehl, er ist ruf seinem Platze.

Der Offizier auf unse­rem Bilde saßt ruhig den hcranstürmenden Feind ins Auge, ruhig schätzt er die Entfernung ab, damit die Ge­schosse ihr Ziel richtig treffen.

Viele Daheimgebliebene haben das Gefühl, unseren Kriegern Dank zu schulden, und sinnen zu­weilen, in welcher Weise ein solcher Dank bekundet werden kann. Einige denken, wenn sie einen beur­laubten Soldaten mitnehmen in eine Wirtschaft, dort einige Glas Bier für ihn bezahlen, dann haben sie das getan, was sie zu tun vermochten, und somit dem Soldaten ihre Dankbarkeit bewiesen.

Doch ach! Ist damit den Soldaten gedient?

Nein, nein und wieder nein!

Mancher Soldat ist draußen vor den Ernst der Ewigkeit gestellt worden, er hat Entschlüsse

gefaßt, sein Leben zu ändern, die Bahn der -Lünde und des Vergnügens zu verlassen und Frieden mit Gott zu suchen.

Nun kommt er heim.

Hier drohen ihm tausend Gefahren.

Er wird eingeladenzum Bier,zurAbendgesellschaft,

zum Theater In sehr vielen Fällen hat der Soldat nicht genug Willenskraft und Energie, allen diesen Lockungen zu widerstehen. Er läßt sich von seinen ernsten Entschlüssen ableiten, und nach etlichen Tagen oder Wochen ist er auf seiner früheren Bahn.

Bedenken wir, welch ernste Sprache Gott mit uns redet. Bedenken wir, ob wir einen solchen Einfluß auf unsere Nachbarn und Freunde ausüben, daß sie uns nicht dereinst vor Gott verklagen.

Bedenken wir ferner, daß wir sterben müssen, daß unser Leben ein Ziel hat und wir davon müssen. Täglich hält der Tod, der König der Schrecken,