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den Unglauben Seiner Zuhörer straft und ins Licht stellt. Oder denken wir daran, wie Cr im Hause des Pharisäers Simon war und wie holdselig Seine Worte der Sünderin gegenüber und wie gewürzt mit Salz die an den Pharisäer Simon waren. Denken, wir an die Begebenheit, als einmal Laurer zum HCrru Jesu kamen und wollten Ihn in der Rede fangen. Diese Leute traten au Ihn heran mit den Worten: „Meister, wir wissen, daß Du aufrichtig redest und lehrst und achtest keines Menschen Ansehen, sondern Du lehrst den Weg Gottes recht." Wie ähnlich klingen diese Worte denen des Nikodemus, der da sagte: „Meister, wir wissen, daß Du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen tun, die Du tust, es sei denn Gott mit ihm." Unser HErr und Meister, vor dem alle Gedanken der Herzen offenbar sind, hatte für den heilsverlangenden Nikodemus eine liebliche Antwort. Cr redet mit ihm von der unbedingten Notwendigkeit der Wiedergeburt und sucht ihn in seiner Unwissenheit zu belehren und sagt ihm am Schlüsse der Unterredung: „Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muß des Menschen Sohn erhöht werden; auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Also hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen eingebormn Sohn gab, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat Seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß Er die Welt richte, sondern daß die Welt durch Ihn selig werde. Wer an Ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet; denn er glaubt nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges tut, der haßt das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß feine Werke -nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, daß feine Werke offenbar werde»; denn sie sind in Gott getan." (Ioh. 3, 14—21.)
Jenen Laurern ihre List merkte Er und widmete ihnen nicht viele Worte und nicht viel Zeit. Gleichst du aber, teurer Leser, dem Obersten Nikodemus, der sich zu Jesu wendet, um von Ihm Lebensworte zu hören und volle Klarheit über den Weg zur Seligkeit zu erlangen, dann sei versichert, daß Er Sich dir gegenüber äußerst lieblich und gnadenreich zeigen wird. Liest du dieses Blatt mit dem Verlangen, den Weg zu Gott zu finden, so wird dir aufmerksames Lesen zum Segen dienen.
... O. D.
An einem Dienstagabend, es war am 18. April 1882, faß ich in einem Wirtshaus in Harlem als ein heimatloser, freundloser und sterbender Trunkenbold. Ich hatte alles, wofür ich Geld zum Trinken herausschlagen konnte, verpfändet und verkauft. Ich konnte nicht mehr schlafen, wenn ich nicht sinnlos betrunken war. Ich hatte seit mehreren Tagen nichts mehr gegessen und in den letzten vier Nächten regelmäßig von Mitternacht bis Morgen cielirium tremens gehabt. Oft hatte ich' früher gesagt: „Aber ein Vagabund werde ich nicht; ich ncrbe mich nie einstecken lassen; ehe es bei mir zu dem kommt — wie das ja bei den Trinkern leider in der Regel geschieht — werde ich mich ins Wasser stürzen." Aber der barmherzige Gott hatte gnädigere Gedanken über mich als ich selbst, denn als ich auf jene Stufe gesunken war, war ich nicht mehr imstande, die Äiertelstunde von jenem Wirtshaus zum Flusse zu gehen. Als ich nun so in Nachdenken versunken dasah, schien es mir, als fühle ich die Gegenwart eines großen und mächtigen Wesens. Ich konnte mir jedoch damals nicht denken, was es war. Später jedoch erkannte ich, daß Jesus, der große Sünderfreund, mir nahegetreten war. Ohne zu wissen, was ich tat, stand ich auf und schlug mit der Faust auf den Wirtstisch, daß die Gläser rasselten. Einige, die in der Nähe standen und j tranken, sahen sich erschrocken um. Ich aber : rief: „Wenn ich denn doch mein Laster mit dem natürlichen Tode des Trinkers büßen soll, so will ich wenigstens nüchtern sterben. Ich trinke nicht einen Tropfen mehr!" Denn ich fühlte bestimmt, daß mein Tod nahe sei. Einige meinten: „Wenn du dieses Versprechen halten willst, so mußt du dich einsperren lassen." „Gut," sagte ich und ging zu der nächsten Polizeistation, die ganz nahe war, und bat, mich in eine Zelle einzuschließen.
Ich wurde in eine enge Zelle gebracht, und es schien, als ob alle Dämonen, die nur in dem engen Raume Platz finden konnten, mit mir hineingekömmen wären. Aber Gott fei Dank, das war nicht meine ganze Gesellschaft; nein, jener gute Geist, der mir schon im Wirtshaus begegnet war, kam auch mit hinein und lispelte mir freundlich zu: „Betel" Ich betete, und obgleich ich keine besondere Hilfe fühlte, hielt ich doch an mit Beten. Sobald ich fähig mm, meine Zelle zu verlassen, wurde ich auf das Polizeibüro geführt, kurz verhört und wieder zurück in meine Zelle gebracht. Endlich wurde ich entlassen und nahm meinen Weg zu meines Bruders Haus, wo ich sorgfältig gepflegt wurde. Während ich im Bette lag, arbeitete der Heilige
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