Ausgabe 
26.5.1918
Seite
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Jona wollte Gott entfliehen.

Mancher Mensch will Gott entfliehen und wirft sich in die Arme der Sünde; er sucht durch Zerstreuungen die Stimme des HErrn zu über­hören. Doch einmal kommt für jeden der Augen­blick, wo Gott ihn finden wird, mag er sich, verbergen, wo er will. Dann ist sein Los für ewig entschieden, dann ist keine Umkehr, keine Rettung mehr möglich. Darum wache auf, wenn du noch schläfst, wenn du noch nicht bekehrt bist, und nimm deine Zuflucht zu Jesu, um bei Ihm ewiges Heil und ewiges Leben zu finden.

Jona hatte gesündigt, aber er fand Gnade bei Gott. Er erkannte, was er getan hatte, und Gott erbarmte Sich über ihn. Auch du bist ein Sünder, aber auch über dich will Gott Sich erbarmen, auch dir will Er Gnade schenken; jedoch nicht, ohne daß du deine Schuld und Sünde vor 2hm bekennst und richtest. Solange Jona dies nicht tat und dem HErrn zu entfliehen suchte, fand er in Gott seinen Verfolger; und solange du auf eine andere Weise dein Gewissen zu beruhigen suchst, als auf dem Wege, den Er dir vorschreibt, solange du nicht als ein armer, verlorener Sünder zu Jesu kommen willst, findest du in Gott deinen Gegner. Denn Gott kann dir nicht anders gnädig sein, als um Jesu willen. Rur das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, reinigt von aller Sünde. - Jesus ist der einzige Weg zum Vater.Niemand." jo sagt Er.kommt zum Vater, als nur durch Mich." Bedenke dieses wohl und ruhe nicht, bis du Frieden gefunden hast in dem Blute 3esu? Q. D.

Bekehrung zweier Musikanten.

Zwei Musikanten spielten in einem großen Distrikt bei Hochzeiten, Festtagen und bei anderen Lustbarkeiten zum Tanze. Viele Fahre hatten sie dies fortgesetzt und sich dadurch einen großen Erwerb verschafft; aber sie konnten, wie sie selber später bekannten, nie mit völliger Ge­wissensruhe musizieren.

Einst ging einer von beiden Musikanten nach einem Hause, um dort zum Tanze zu spielen, unterwegs in der Einsamkeit fing sein Ge­wissen an, ihm darüber laute Vorwürfe zu machen, und er geriet dabei in solche Unruhe, daß er auf dem freien Felde an einem Orte, wo er nicht leicht gesehen werden konnte, mit seiner Geige auf dem Rücken, sich vor Gott auf die Knie niedcrwarf und Fhn um Vergebung aer Sünden und Rettung seiner Seele anrief.

Durch fleißiges Kirchengeben glaubte der Musikant sein beunruhigtes Gewissen zum Schweigen bringen zu können, aber die Un­ruhe seiner Seele nahm im stillen immer mehr zu. Manchmal sprachen auch beide Freunde mit­einander darüber, daß ihr Gewerbe Gott nicht wohlgefällig sein könne, doch konnten sie sich davon nicht lossagen, weil sie dadurch ein gutes Einkommen hatten und ohne dasselbe ganz brot­los zu sein meinten.

Endlich aber kam für beide die Stunde der Befreiung. Einst wanderten sie wieder zu­sammen mit ihrem unruhigen Gewissen nach einem Hause, um daselbst zum Tanze zu spielen. Dies taten sie auch die ganze Nacht hindurch bis zum folgenden Morgen. Aber mitten im Spielen fragte der eine Musikant den anderen mit Tränen in den Augen:Was dünkt dich> wie würde es uns gehen, wenn wir nun plötz­lich vor Gottes Gericht gestellt würden?" Jämmerlich, jämmerlich I" antwortete der andere mit bebendem Herzen.

Darauf legte der erste mitten im Spiele weinend und schluchzend seine Geige nieder und suchte einen einsamen Ort, um daselbst weinen und beten zu können. Dies erregte unter der Gesellschaft Aufsehen. Sein Kamerad suchte ihn auf und fand ihn auf den Knien um Vergebung und Rettung flehend. Nun kamen auch die Tänzer hinzu. Federmann forderte ihn wieder zum Spielen auf, er aber schwieg, und Tränen stürzten über seine Wangen herab. Der andere, welcher damals noch keine so starke Rührung des Herzens hatte, zog jetzt die Leute von dem Betrübten hinweg und spielte weiter.

Man machte dem ersteren den Vorwurf, er sei betrunken, was er stillschweigend hinnahm. Da aber die Tänzer.das Spielen schon bezahlt hatten, glaubte der andere, so lange spielen zu müssen, als es den Leuten gefiele. 1

Nachdem die Tanzgesellschaft auscinander- gegangen war, gingen beide Musikanten an einen einsamen Ort, klagten, weinten und beteten zusammen. Sie entschlossen sich nun, sogleich nach der Stadt zu gehen und einen Prediger daselbst um Rat zu fragen. Der Diener Gottes am Evangelium konnte den hcilsoerlangenden Musikanten das Wort von Fesu Kreuz und Opsertod verkündigen. Der HErr tat ihnen das Herz für diese göttliche Botschaft auf.

Getröstet und beruhigt gingen sie nun von dem Prediger hinweg und faßten den Entschluß, das Musizieren ganz aufzugebcn und ihren Unterhalt auf eine andere, Gott wohlgefälligere Art zu suchen. Sie hielten auch wirklich Wort, und jedermann wunderte sich darüber. Da sie häufig gefragt wurden, warum sie das Musizieren ausgegeben hätten, so hatten sie oft Gelegenheit,