Hund ein Begleiter erstehen, der sie sogar durch das Getriebe der Großstadt sicher leitet.
Der unter der Schirmherrschaft des Großherzogs von Oldenburg stehende Deutsche Verein für Sanitätshunde übernahm es, Hunde für ihren neuen Dienst vorzubilden. Als Versuchsstellen wurden die Ausbildungsabteilungen des Vereins in Oldenburg, Bremen und Münster bestimmt. Die Aufgabe war nicht leicht zu lösen, und der Erfolg wurde zunächst von vielen Seiten an- gezweifelt. Heute sind sie alle eines Besseren belehrt; man ist erstaunt über die Erfolge der Dressur.
Der Blindenführerhund soll dem Kriegsblinden praktische Dienste leisten. Er soll ihn auf der Straße leiten und führen, ihn auf seinen Gängen sicher vor allen Weghindernissen und Gefahren bewahren, er soll ihn an bestimmte Orte führen, z. B. zu seiner Arbeitsstätte, soll verlorene Gegenstände seines Herrn aufsuchen und endlich für diesen einen persönlichen Schutz bilden.
Wir sind sehr dankbar für jede Erleichterung, die irgendeinem Kriegsblinden und sonstigen Kriegsbeschädigten zuteil wird.
Wir denken bei erblindeten Kriegern aber an die Worte des HErrn Jesu, als Er in Matth. 5, 29 und Kap. 18, 9 von Menschen redet, die zwei Augen haben und in die Hölle geworfen werden. Wenn nun auch alle Menschen, ob blind, ob sehend, in ihrem natürlichen Zustand auf der breiten Straße gehen, die in das Verderben führt, so hat doch Gott tu Seiner ewigen Gnade einen Weg der Errettung für alle gefunden, auch für dich, teurer Leser. _
Lausche dem teuren Evangelium des Friedens. Es zeigt dir, daß du von Natur geistlich blind bist, keine Gerechtigkeit, sondern nur Schuld vor Gott aufzuweisen hast; aber es stellt Christum als den Gegenstand des Glaubens vor dich. Beugst du dich im Bewußtsein deiner geistlichen Blindheit und in der Erkenntnis deiner vielen Sünden vor Ihm, dem Retter und Erlöser, so gedenkt Gott deiner Sünden und Ungerechtigkeiten nicht mehr, sondern rechtfertigt dich um Jesu Christi und Seines Werkes und Opfers willen. Du brauchst nur als ein schuldbewußter Sünder zu kommen und zu nehmen, was Gott dir aus freier Gnade und umsonst bietet, so stehst du von Gott selbst gerettet und gerechtfertigt vor Ihm da.
So glaube heute noch, zum ewigen Heile deiner unsterblichen Seele, dem herrlichen Evangelium Gottes! Beuge dich im Glauben vor dem gekreuzigten und auferstandenen Sohne Gottes! Laß dich durch Sein kostbares Blut von deinen Sünden reinigen! Vielleicht endet sehr bald der Tag des Heils, die gegenwärtige Gnadenzeit, und Gott beginnt Seine Zorn
gerichte über alle auszugießen, welche Seim Gnade und das dargebotene Heil gering geachtel oder verschmäht haben. Deshalb tue Butze und glaube dem Evangelium Gottes vor Seinem Sohne. O>. $
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Der geistlich blinde Student, welcher sehend wurde.
In einem kleinen Zimmer saß ein Studem an einem mit Büchern und Papieren bedeckten Tische. Er zählte schon mehr als dreißig Jahre: denn er hatte erst angefangen zu studieren, nachdem er bereits eine geraume Zeit Geschäftsmann gewesen war. Während seiner Studienzeit aus der Universität arbeitete er schon treu für seinen Erlöser und HErrn, der ihm .Heil und Frieden mit Gott erworben und geschenkt hatte. Da seine Arbeit für den HErrn recht gesegnet war, erfreute er sich unter den ernsten Studenten eines seltenen Vertrauens.
Eines Abends spät, als er mit seinen Studien für den nächsten Tag beschäftigt war, wurde er wieder durch den Besuch eines Mitstudenten, der seinen Rat einholen wollte, angenehm überrascht.. Dieser war ein junger Mann, der von allen als der begabteste Student an der Hochschule betrachtet wurde. Bisher hatte er aber allen Eifer auf seine Studien verwendet, und dieselben hatten ihn so völlig in Anspruch genommen, daß die Sorge um sein Seelenheil nicht hatte aufkommen und ihn beunruhigen können. Jetzt aber, da er damit beginnen wollte, selbst anderen die frohe Botschaft zu bringen, ergriff ihn jene Sorge mit großer Gewalt und erschütterte ihn bis ins Innerste. Cs trieb ihn in der Not seiner Seele, den „Missionar", wir man unseren Freund nannte, zu besuchen.
„Mein Besuch wird Sie vielleicht in Erstaunen setzen," sagte er, „denn ich bin gekommen, um Sie zu fragen, was ich tun muß, um selig zu werden. Sie werden mich zwar auf jenen Vortrag Hinweisen wollen über die .Stellvertretung Christi', welchen ich kürzlich selbst hielt: aber ich sage Ihnen, obgleich ich die ganze Lehre von der Gnade Gottes in Christo zur Zufriedtti- heit der Professoren darlegen kann, so kenne ich persönlich doch Christum nicht als meinen Erlöser und Seligmacher. Ganz klar erkenne ich im Geiste den Heilsplan Gottes und könnte noch heute abend ein Examen darüber recht gut bestehen: aber ach, alle diese Erkenntnis, die ich besitze, bringt mir keinen Frieden des Gst wissens und keine Ruhe des Herzens h Ich sucht für meine Seele Frieden und Gewißheit und


