Ausgabe 
7.4.1918
Seite
3
 
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Innern, ging ich fürbaß, bis ich mir sagte:Das weißt Du, HErr, allein!"

Du, teurer Leser, hast dieses Blatt in die Hand bekommen. Vielleicht hat es dir jemand gegeben, der um das Heil deiner Seele bekümmert ist und für dich betet, oder du hast es irgendwo aufgehoben und weißt nicht, wie es an den be­treffenden Platz gekommen war. Sage, was ist dein Urteil? Es täte mir herzlich leid, wenn du nachher das Blatt weglegen würdest und dabei dächtest, .das ist ein ganz nettes Blatt".

O nein, das Blatt sucht nicht irgendeine Anerkennung von dir, aber es möchte bezwecken, daß du nach dem Lesen ernstlich über deine Sünden nachdächtest. Es möchte, daß die Frage:

Wo werde ich die Ewigkeit zubringen?" jo brennend in dir würde, daß du nie wieder einen Augenblick Ruhe hättest, bis du auf diese Frage eine klare und bestimmte Antwort hast.

Oft schon hat der Geist Gottes und dein Gewissen dich überführt und dir deine Schuld vor die Augen gestellt, und du hast bis heute diese Mahnstimme überhört und unbeachtet ge­lassen. Einmal mußt du Gott begegnen, ent­weder jetzt inder angenehmen Zeit, am Tage des Heils" oder amTage des Ge­richtes", wo du zu deinem ewigen Schrecken erfahren mußt, daß esfurchtbar ist, als un- bußfertiger Sünder in die Hände des le­bendigen Gottes zu fallen". (Ebr. 10, 31.)

Aber heute, jetzt, in diesem Augenblick, hat der HErr Seine rettenden Hände ausgestrcckt, um dir alle deine Sünden zu vergeben, wenn du im Bewußtsein deiner Schuld zu 3hm kommst und bei 3hm Hilfe suchst. Mache es wie der verlorene Sohn: mache dich auf, gehe zu 3esu, bekenne 3hm deine vielen Sünden, und du wirst Sein liebendes Herz kennen lernen: du wirst dann entdecken, daß Gott in Seinem ewigen Er­barmen auch dich so geliebt hat, daß Er Seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß du nicht ver­lorengehst, sondern das ewige Leben habest.

3a, es ist eine herrliche Tatsache:Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit Sich selbst und rechnete ihnen ihre Übertretungen nicht zu Er hat Den. der Sünde nicht kannte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir Gottes Gerechtig­keit würden in 3hm." (2 Kor. 5, 19 u. 21.) Der HErr 3esus, der selbst die Versöhnung durch Seinen Opfertod zustande gebracht hat, Er läßt dich bitten, diese Versöhnung nun anzunehmen. Tue es, und du wirst Ruhe finden für deine Seele. Und das Wort Gottes ist für dich nicht ..nett", sondern ewige, selige Wahrheit. O. D.

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Gott will es nicht.

Heiß tobte die Schlacht vor Ch. Die Gra­naten flogen, und die Schrapnelle platzten in der Luft. Wieder sauste ein solches dicht über die Köpfe der deutschen Soldaten hin mit solcher Wucht, daß einer von ihnen von dem starken Luftdruck zu Boden geworfen wurde. Ein paar Minuten lag er wie betäubt da, dann raffte er sich empor: doch hatten die Kameraden einen Vorsprung gewonnen. Cs schwirrte von allen Seiten um ihn her. Krach! jetzt riß ihm ein Schrapnell den linken Arm vom Handgelenk bis fast zum Ellenbogen entzwei. Er stürzte wieder auf den Rücken hin. Mit aller Kraft aber schleppte er sich noch bis zu einem kleinen Hügel. Hinter demselben konnte er noch einmal mit dem rechten Arm hervorschießen. Bald aber bekam er als feurige Antwort durch einen Granatsplitter eine so schwere Verwundung am rechten Oberschenkel, daß an eine Gegenwehr nicht mehr zu denken war. 3etzt erst kam er recht zum Bewußtsein seiner trostlosen Lage. Er sah seinen zerrissenen Arm und sein zerschmet­tertes Bein. Die Phantasie malte ihm grausige Schreckbilder vor. Es war wohl kaum noch eine Hoffnung vorhanden, daß ihm seine Glied­maßen erhalten blieben.

Doch ach, wenn sie ihm abgenommen werden mußten, dann war er em Krüppel sein Leben lang entsetzlicher Gedanke!

Da packte das junge Blut die Verzweiflung. Sein einsames Leben stieg vor ihm auf, er hatte weder Vater noch Mutter mehr, war eine heimat­lose Waise. Wer sollte sich seiner dann an­nehmen? Ein Gefühl trostloser Verlassenheit kam über seine Seele. Es graute ihm unsagbar vor dem traurigen Lose, das er vielleicht noch, ach, wer weiß, wieviel 3ahrzehnte hier unten weiter tragen müßte.Lieber tot als solch ein Leben!" Cr atmete schwer. Düstere Gedanken marterten sein Hirn.

3a, was soll mir das Leben? Weg damit!" Der finstere Plan war gefaßt. Er hatte noch zwei Schüsse im Gewehr. Einer davon muß doch treffen.

Aber da brach es plötzlich wie ein himm­lisches Erkenntnislicht über ihn herein.Gott will es nicht!" rief er erschüttert aus, und im weiten Bogen schleuderte er das Gewehr von sich fori. Dann stürzten ihm heiße Reuetränen aus den Augen. Aber sie waren seliger als die finstere Verzweiflung, sie tauten die Bitterkeit aus seinem Herzen fort.

Ganz neue Gedanken durchfluteten plötz- lich seine Seele. Warum wollte er denn sein junges Leben auf so sündige Weise Gott wieder vor die Füße werfen? Er konnte es doch auch