sie aus der Schule heim. Den Knaben an der
f Zaldecke sieht man's an, daß sie in lebhaftem ustausch eben Gehörtes erörtern. Und den jungen Freundinnen liest man es aus den nachdenklichen Augen, daß die Gedanken noch bei der letzten Schulstunde zurückgeblieben sind.
Sie müssen einen tüchtigen Lehrer haben, der es versteht, sich dem Denkvermögen der Jugend anzupassen und dasselbe emporzuziehen und zu erweitern. Denn sein Einfluß reicht über die Schulstunde hinaus und ins Leben hinein. Ja, nicht nur in das Leben dieser jungen Menschenkinder. Von ihnen wird er weitergetragen in die Häuser und Elternherzen: hinein zu Nachbarn und Geschwistern. l
Lieber Leser, lockt es dich nicht, deinen Kindern und Anvertrauten ein solcher Lehrer zu sein? Ob du nun seminaristisch zum Lehrerberuf herangebildet bist, ob du am Ambos oder an der Hobelbank, am Schusterleisten oder hinter dem Ladentisch jüngere Hände praktisch unterweist und junge Kräfte erziehst, ob du, liebe Hausfrau, deinen Kindern mit deinem Wandel und deinen Erfahrungen zu dienen hast — wer immer du bist: lockt.es dich nicht, der Heranwachsenden Generation, die in den gegenwärtigen Zeiten mehr als sonst in der Gefahr körperlicher und sittlicher Verwahrlosung steht, ein guter Führer zu sein?
Dann lerne von Einem, der darum ein vor- | bildlicher Lehrer war, weil Seine Lehre sich mit Seinem Leben deckte. Lerne von Jesu, der die göttliche Berechtigung besaß, von Sich sagen zu können: lernt von Mir!
Sein Tagewerk war Dienen, Sein Handeln Liebe, Sein Leben Selbstentäußerung, Sein Sterben ein Opfer lückenloser, vollkommener Hingabe. „Ob Er wohl in göttlicher Gestalt war, entäußerte Cr Sich selbst, nahm Knechtsgestalt an, erniedrigte Sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze." (Phil. 2.) „Ob Er wohl hätte mögen Freude haben, erduldete Er das Kreuz" (Ebr. 12) aus Liebe zu dir und zu mir und zu einer ganzen ohne Ihn verlorenen Welt.
Geh bei Ihm in die Schule, dem jede einzelne Menschenseele so kostbar war, daß Ihm zu ihrer Errettung kein Opfer zu groß dünkte, und laß dir von Seiner Liebe schenken für die jungen Seelen, die dir anvertraut und die so beeinflußbar und weich sind, daß deine Hände sie formen können, wie der Töpfer den Ton!
Du wirst einst Rechenschaft abzulegen haben vor Gott über das, was dein Einfluß und dein Beispiel aus den anderen gemacht hat. Auch du, Vorgesetzter, im Felde aus deinen Untergebenen! Du, pflegender Bruder und pflegende Schwester, in den Lazaretten! Wie willst du das Examen als guter und tüchtiger Lehrer bestehen, "wenn
du nicht zuvor ein Schüler Dessen warst, Den Gott der Welt zur Weisheit und Wahrheit gesetzt hat?
Erst laß dir von Jesu deine Sünden vergeben, dann strafe die Sünden anderer! Erst gehe Ihm den Weg des Dienens und Liebens nach, dann führe andere den rechten Weg durchs Leben.
Nirgend sonst lernt man, ein tauglicher Lehrer junger Menschenseelen zu werden, als unter der Lehrkanzel des Kreuzes auf Golgatha!
M. M. M.
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Das war „nett".
Ich war auf dem Heimweg aus einer christlichen Abendversammlung, so erzählt Fankhauser in „Knüppel und Knorren". Es war ein gewaltiger Ruf zur Buße und Umkehr an die Zuhörer ergangen. Des Menschenherzens verzweifelter Schade war im Hellen Lichte • des Wortes Gottes aufgedeckt worden. Dann aber war hell und lieblich der Gnadenruf erklungen: Jesus Christus war uns vor die Augen gemalt worden als unter uns gekreuzigt. Eine heilige Stille schwebte über der Menge. Man fühlte den Geist Gottes wehen. Es deuchte mich, kein Halm könne in diesem weiten Felde aufrecht bleiben, jede Seele müsse gebeugt und gebrochen werden unter Gottes Eiligkeit, unter Gottes Gnade.
Nachdenksam und tief ergriffen ging ich still meines Weges, Scharen vor mir, Scharen hinter mir. Gewiß, es kann nicht anders sein, das heilige Feuer hat in aller Herzen eingeschlagen!
Da höre ich vor mir zwei Damen miteinander sprechen. „Das war aber doch ein netter Abend," sagte die eine.
„Ja, freilich, Herr N. ist ein ausgezeichneter Redner," antwortete die andere.
Auf das weitere Gespräch gab ich nicht mehr acht. Ich hatte genug. Wie ein Schuß war mir das Wort ins Herz gefallen. Wie ein jäher Frost hatte es mein erwärmtes Gemüt getroffen. So! Nett sei's gewesen! Ist das der Eindruck, und sonst nichts f Ein guter Redner, und weiter nichts! Kein Bote Gottes für uns, kein Pfeil vom Herrn! Und das waren nicht unbeholfen« Leute, die den rechten Ausdruck nicht gefunden hätten; es waren gebildete Damen, deren Zungen geübt waren, die Gedanken wiederzugeben. Nett! Guter Redner i Wenn das nicht tiefer gegangen ist, was soll dann noch tiefer gehen?! Wenn ein solcher Hammer nicht ein Sandkörnchen abgesprengt hat, was soll dann den Felsen zerschmeißen?! Wer soll das Herz dieser Leute noch erreichen?! Niedergeschmettert im tiefsten


