Ausgabe 
17.3.1918
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Jesus spricht-.Wehe der Welt, der Ärgernis j halber. Wehe dem Menschen, durch welchen Argerms kommt!" Matth. 18, 7.).

Ist dir das Her, verworren Bom Gift der Sund' und Welt,

Geh hin zum Samariter,

Er nimmt dir, was dich quält.

Er heilet jeden Schade»

Dem. der sich Ihm vertrau,, neil wird die wunde Seele,

Sobald sie aus Ihn ichaut. M. v. 5J.

%

Aber Mutter, Liebste Mutter!"

Gott redet durch den Krieg und von den Schlacht­feldern aus eine ernste Sprache mit alt und jung. An die Eltern tritt die ernste Frage heran, ob sie ihre Söhne, die nun dem Tode ins Auge sehen müssen, auch zum Heiland hiugewiesen haben, daß sie 'elig sterben können. Welch schönes Zeugnis konnte Gott der Mutter und Großmutter von Ti­motheus geben! Wie furchtbar muß es aber sein, eine Anklage zu hören, wie sie der folgende Brief enthält, den ein junger Krieger in dankbarer Liebe, aber auch voller Todesgewißheit, am Tage, ehe er fiel, an seine Mutter richtete: . Etwas aber,

liebste Mutter, muß ick Dich angesichts der Ewig- feit, vor der ich stehe, fragen. Wohl weiß ich, daß ein Kind kein Recht hat, mit seiner Mutter zu rechten oder sie gar anzuklageu. Auch ich darf es nicht und will es nicht. Aber fragen muß ich Dich, liebste/ beste Mutter: Du hast uns, Deine drei Söhne, w- viel Gutes und Schönes, Wahres und Edles gelehrt. Dir danken wir es, wenn wir tüchtige Menschen und deutsche Männer geworden sind, aber, Mutter, Mutter, warum hast Du uns nicht beten gelehrt? Hier draußen erst mußte ich dem großen, heiligen Gott begegnen. Warum erst hier draußen? Wenn ich heute falle, dann darf ick im Friede» meines HErrn Jesu Christi sterben. Aber werden wir uns wieder- sehen?" ®- D.

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Ilfiu!

Die folgende verbürgte Geschichte aus dem letzten nordamerikanischen Kriege berichtet ein Hauptmann. Wir lagen in Morris Island, einem gottlosen Platz. Wir mußten Laufgräben ziehen, wachen und fechten und waren beständig den feindlichen Kugeln uub Bomben und dem Fieber ausgesetzt. Aber unsere Leute waren ge­duldig und mutig jeder ein Held. Zunr Be­weis hierfür will ich eine Begebenheit erzählen von einem dieser Soldaten, der ein Mitglied meiner Kompagnie war. Eines Tages wurde dieser Soldat er war nicht älter als neun­

zehn Fahre schwer verwundet vom Posten beimgebracht. Eine schmerzliche Operation war notwendig. Der Wundarzt untersuchte ihn und bot ihm zur Stärkung ein Glas Brandy (Schnaps). Er weigerte sich, es zu trinke». Der Arzt aber sagte:Er hat zumel B.ul

verloren und ist zu schwach! wird er dies nicht trinken, so kairir ich nicht für fein Leben ein-

stvheMch ^ mir zu Gefallen trinke

diesen Brandy." ., .. .

Er antwortete :Herr Hanptmann, ich wurde irgend etwas tun, Ihnen zu Gefallen: aber dies

kann ich nicht." . . .

Frank, du warst mir me ungehorsam, du

mußt es auch jetzt nicht fein."

Er sah auf zu mir, feine Augen feucht von den großen Schmerzen, und sagte:Herr

Hauptmann, wenn Sie mir befehlen mich vor die Mündung einer Kanone zu stellen, dann werde ich es'tun, wenn ich kann: aber dieses

kann ich nicht tun." . . ..

Ich fing an, aufgeregt zu werden, denn ich

liebte diesen Jungen, als wenn er mein eigener Bruder wäre, iind konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Ich schrie:Warum willst du auch kränken? Du bringst bciu Leben m Gefahr. Du hast kein Recht, das zu tun. Trinke es deiner Mutter zu Gefallen." ..

Er zitterte, und Tränen, die selbft seine iroßen Schmerzen ihm nicht hervorzutreiben ver- nachten, traten in seine Augen, als er ant­wortete:Herr Hauptmann, es ist aus Liebe zu meiner Mutter, daß ich diesen Brandy nicht trinke. Mein Vater ist gestorben als ein

Trunkenbold. Meine Mutter hat mir gesagt, daß ich möglicherweise die Neigung zu diesem schrecklichen Laster möchte geerbt haben, und ich habe ihr versprochen, dieses tödliche Gift me- iiials zu kosten, welches sie zu einer Witwe und mich zu einer Waise gemacht: und ob ich sterbe mein Versprechen will ich halten. Wir weinten beide wie die Kinder.

Ist er gestorben?" rief ich.

O nein er wurde schnell besser? veil jener" Zeit habe ich meinen Glauben an den Schnaps verloren, dafür aber einen anderen Glauben gewonnen: den Glauben an Gott, Der die Seinigen errettet.

Hin böser Betrug.

Es sind viele Bücher überden guten Ton" geschrieben worden. In einem derselben, welches M in einer Buchhandlung aufschlugen, fiel unser Bl auf das Verhalten bei Krankenbesuchen. Es war