Ausgabe 
10.3.1918
Seite
4
 
Einzelbild herunterladen

Beim Abschied drückte er der Frau zum Zeichen seiner Dankbarkeit ein Goldstück in die Hand. Er schied mit der Bitte, sie möchte auch fernerhin niemand, auch den ärmsten Bett­ler nicht, ohne ein ernstes Wort von ihrer Schwelle entlassen.

Die kleine Zöunde.

Es war Frühstückspause. Mehrere Ar­beiter saßen auf der Straße und aßen ihr Butterbrot.Na tiu!" rief plötzlich einer von ihnen,was ist denn da passiert?"

Sie richteten sich alle in die Höhe, sie sahen alle auf den todblassen und blutüberströmten jungen Mann, den man langsam auf einer Bahre vorübertrug.Er ist vom Gerüst ge­fallen," sagte einer der Träger im Vorüber- gehen und zuckte dazu vielsagend mit den Schul­tern.Wir tragen ihn ins Krankenhaus; aber ob wir ihn lebend Hinkriegen?"

.Der traurige Zug war verschwunden, und die Arbeiter gingen wieder in den Neubau zurück. Nur einer blieb noch stehen und wickelte sich sein rotes Taschentuch um die Hand, denn er hatte sich eben beim Essen geschnitten. Er blickte nach der Ecke, wo das Krankenhaus lag.Der arme Kerl, dem läutet auch bald bas Toten- glöcklein," sagte er, und dann ging er den Ka­meraden nach an die Arbeit.

Der schwerverletzte junge Mann genas. Die Arzte und Wärterinnen hatten ihr Bestes getan an den so schweren Wunden, und Gott hatte es ihnen gelingen lassen. Tagelang hatte er ohne Besinnung gelegen, und als ihm die Besinnung wicderkam, da läutete gerade das Glöcklein der nahen Kavelle.3st's Sonntag heute?" fragte der Kranke verwirrt.

Nein, das Totenglöcklein war's, und es

läutete eben für jenen Arbeiter, der dem Schwer- verwundeten so mitleidig nachgeblickt hatte. Er war an jener kleinen Schnittwunde gestorben. Unbegreiflich! Zu traurig! Es war ja eigent­lich nichts! So ein kleiner Schnitt! Wie leicht passiert das, wie oft schneidet sich unsereins!"

Jawohl, jawohl! Es war auch nichts weiter, als daß Gift in die kleine Wunde kam, und das Gift drang ins Blut, und vergiftetes Blut bringt den Tob.

So ein kräftiger Mann, wie er war," schluchzte d,:e arme Frau,nie war er sonst krank." Ob schwach, ob stark. Gift ist Gift und bringt den Tod.

Der Teufel weiß es wohl, daß die Sünde das Gift ist, was den ewigen Tod bringt, und daß es ihm leicht ist, eine Seele zu vergiften. Er weiß aber auch, daß Jesus ein Arzt ist, der durch die Kraft Seines Blutes die giftigste Todeswunde unfehlbar heilt. Darum fürchtet der Teufel Nichts so sehr, als daß Menschen zu Jesu kommen und sich von 2hm heilen und heiligen lassen. Er redet darum den Seelen vor, daß ihre Wunden zu unbedeutend und darum ungefährlich sind.Für grob? Sünder, die Schlimmes auf dem Gewissen haben, ja, da mag es gut fein, wenn sie sich bekehren," sagt er, aber du! Du hast ja gar nicht so arg Schlimmes gemacht. Na, so einiges, das hätte ja vielleicht anders sein müssen, aber du bist doch immer brav und fleißig gewesen." Und wenn so ein armer Mensch das dem Teufel glaubt, dann wickelt er das rote Tuch eigener Gerechtigkeit um diekleine Sünde", die eigentlichnichts" ist, und verkleistert und vergibt sich selbst sein« Schuld, um dann zu spät zu erkennen, daß er betrogen ist, daß all sein Tun vergiftet war und sein Leben ein verlorenes. M. v. O.

>

Versammlungs-Anzeigen.

Bezirk Gietzen. Stadtmichon Gießen, Löberstraße 14.

3et>fttjSomita9 l'/i Udr Somitn.ieicfmfc; -I Uhr Jnngsrau-nvrrei» l «,/, Uhr Versammlung; 4V« Uhr Gbriftlidift Verein junger Männ-rl irt»n Mittwoch 8>/i Uhr videlstunde ^ i(7rr Freitag 87« Uhr Gebetsstunde.

Bezirk Bellnhausen.

Jede« Sonntag 3 Udr Versammlung tm Vereinihau« Bellnhausen

Bezirk Lriedberg. Stadtmission Friedberg, Ludwigstr 24.

Jeden Sonntag, nachm. 2 Uhr Fonntagsjchulel abends 8» Uhr Versammlung l jeden Donnerstagabend 87» Uhr Bibel- und Gebetsstunde.

Bezirk Lich und Schotten.

R i d d a Jeden Sonntagabend 9 Uhr Versammlung; jeden Montag­abend 9 Udr Gebetsslunde, jeden Dienstagabend 9 Ubr Bibelftunde. Jede« dritten Sonntag im Monat nachmittags » Uhr Gemeinichastskonserenz

Schotten Jeden Sonntagmittag 127« Uhr Sonntagsjchule, jeden Sonntagabend u Uhr Versammlung.

Bebenrod. Jede» zweiten und »der»«« Sonntag Im Monas nach- »«44 » Uhl Versammlung.

Lißberg Jeden zweiten und vierten Sonnt», t» Mona» n«d mittags - Nb-. , nammlung

Ransladi Jeden zweiten und vierten Mittwoch Im Monat »den»

9 Uhr Beriamwllula

Waller üb» ulen Jeden zweiten und vierten Donnerstag >» Monat abends y Uhr Versammlung.

Lich. Jede» Sonntagabend 8*/» Uhr Versammlung l jeden Sreil«,-

»bend 9 Uhr Gebetsslunde

Hol, he im Jeden ersten Sonntag lm. Monat nachmitt««!

37, Uhr Monatsuerjammlung.

Burlhardtsselden Jeden ersten Mittwoch im Monat abendl

9 Uhr Mouatsversammlung.

Ettingshausen Jeden ersten Donnerstag im Monat abend! 9 Ubr Monatsversammlung

Bi Hingen Jeden dritten Donnerstag Im Monat abend» 9 U«

Monatsversammlung.

La ngsdors. Jeden dritten Freltag I« Monat ade«»» 9 »ln

Monatsversammlun«.

Bezirk Sellnrod.

Sellnrod. Jeden Sonntagabend 87, Ubr Versammlung > in[ jeden Mittwoch und Freitag Kriegsgedetsstnnde mit Vibelbetrachtun«

i

s

Einzelne E

Verlag

Nr. 11

Im Sie preßt den heutee Brief des O, wenn e jchon so oj hätte, sie ihm berge! dieses Ma ist er docl ziger So!st Liebe gell Reue gel jedes W logen," si sie voll L Warum, müssen ge solchen ^ und Lüg, Sohne ha!

Er ivar Kindgewej fromm un sam. Das eines Tage Eisenbahn, ult ist der l so fragt Schaffner. Jahre." Jahre, Mo nef er da und sah sie an. Mut und ihm Sie mußt Schaffner N'c gewes