Ausgabe 
10.3.1918
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Wenn ich nun nichts anderes besäße als das, was die Welt geben bann, was würde aus mir werden? Wenn ich noch in meinen Sünden wäre, wie könnte ich dann einem heiligen Gott begegnen? Aber nein, ich gehe ins Paradies, ich gehe zu Jesu! Ach, wenn ihr wüßtet, wie schön das ist, welch ein Licht, welch ein wunder­bares Licht mich umstrahlt! Aber nicht nur für mich, auch für euch ist Jesus gestorben, und ich bitte euch: Geht zu Ihm! Er sagt: .Siehe, jetzt ist die wohlangenehme Zeit; siehe, jetzt ist der Tag des Heils/" (2 Kor. 6, 2.)

Kein Auge blieb trocken bei diesen ein­dringlichen Worten. Nachdem die Mädchen sich entfernt hatten, erschien der Arzt.

Lieber Herr Doktor," wandte sich jetzt die Kranke an diesen.Ich weiß, Sie glauben nicht an meinen Heiland, und Sie sind unglück­lich. Ach, wenn Sie doch auch an den HErrn Jesus glauben wollten! Er hat Sie lieb, und Er hat Vieh auch für Sie als Lösegeld gegeben! O wie würde ich mich freuen, wenn ich Sie einst bei Ihm, in Seiner Herrlichkeit wieder­finden würde!"

Der Arzt antwortete kein Wort. Bis zu Tränen gerührt, verließ er das Zimmer. Noch an demselben Nachmittag verließ die Seele die abgezehrte Hülle und ging zu Jesu.

Von diesem Tage an ging eine tiefe Be­wegung durch das Dorf. Die jungen Mädchen, die das letzte ergreifende Zeugnis der so glück­lich Entschlafenen vernommen hatten, erschienen vollzählig zu den Versammlungen, die allabend­lich in einem geräumigen Zimmer abgehalten wurden; und der Geist des HErrn war da, um zu wirken. Schon nach Verlauf von zehn Tagen bekannten nicht weniger als fünfzehn Seelen Iestim als ihren Heiland.

Die Freude des alten, greisen Gläubigen, von dem wir im Anfang hörten, war groß. Wie wunderbar hatte der HErr seinen Wunsch erfüllt! Nun konnte er mit dem Psalmisten ausrufen:Wie wir gehört hatten, also haben wir es gesehen."Schmeckt und seht, daß Iehovah gütig ist! Glückselig der Mann, oer auf Ihn traut!" (Pf. 48, 8; 34. 8.)

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Nur ein kurzes Wort.

Eine gläubige Witwe erzählt, eines Tages habe ein armer, zerlumpter Mensch an ihre Tür geklopft und gebettelt. Während sie ihm ein Stück Brot abgcschnitten habe, sei sein Auge auf den cm der Wand hängenden Spruch ge­fallen:Ich und mein Haus, wir wollen dem HErrn dienen."

Beim Lesen dieses Spruches geriet der Mann in die größte Aufregung. Er begann in den häßlichsten Ausdrücken über die Christen, dieMethodisten", wie er sie nannte, zu

schimpfen.Ich sehe, Sie gehören auch zu dieser Sorte," fügte er hinzu.

Gott sei Dank, ja, ich glaube an

den HErrn Jesus," gab die Witwe zur

Antwort,und ich hoffe, lieber Freund, daß, sollten Sie je wieder zu mir kommen, Gott auch Ihr böses Herz umgestaltet haben wird.

Denken Sie daran, daß Sein Wort sagt: ,Wer da glaubt, wird errettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden/"

Diese ernsten Worte machten den Mann nur noch zorniger. Unter Flüchen und Schimpf­worten auf die Frau, die ihm doch nur Gutes erwies, ging er davon.

Jahre vergingen. Die ganze Begebenheit war der Frau so gut wie aus dem Gedächtnis geschwunden. Da erschien eines Tages ein acht­bar gekleideter Mann in ihrer Wohnung. Lä­chelnd fragte er:Erinnern Sie sich meiner nicht mehr? Bor Jahren war ich schon einmal bei Ihnen. Damals habe ich weidlich über die Methodisten" geschimpft. Aber gerade diese hat Gott benutzt, um meine Seele zu erretten. Er­innern Sie sich noch der ernsten Stelle, die Sic mir beim Fortgehen zuriefen:Wer da glaubt, wird errettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden!'? O wie sind mir diese Worte nachgegangen! Wie haben sie in meinem Innern gebrannt!"

Bei diesen Worten traten dem Manne Tränen der Dankbarkeit und der Freude in die Augen. Nach einer Pause fuhr er fort zu be­richten, welche Wege Gott weiter mit ihm ge­gangen sei. Eines Nachmittags war er in eine Bibelstunde geraten. Dort waren in besonderer Weise die Worte der Frau in sein Gedächtnis zurückgerufen worden. Er ging heim, konnte aber in der folgenden Nacht keinen Schlaf finden. Vierzehn Tage lang dauerten seine Kämpfe. Der Unglaube," so sagte er,verhinderte mich, den ersehnten Frieden zu finden, obwohl ich wäh­rend der ganzen Zeit die Worte nicht los wurde: ,Wer da glaubt, wird errettet werden/" Endlich aber wichen die Zweifel vor der retten­den Gnade. Er vermochte an Den zu glauben, der Sich für Sünder in den Tod gegeben hat.

Am Ende der Unterhaltung kam er auch auf fein verändertes Außeres zu sprechen, das so sehr von seiner früheren Erscheinung abstach. Er tat es mit den Worten:Es ist der HErr, der alles verändert hat. Ich habe erfahren, daß die Gottseligkeit zu allen Dingen nütze ist, indem sie die Verheißung des Lebens hat, des jetzigen und des zukünftigen/"(1 Tim.4,8.)