Ja, Gott hat auf Golgatha Seine unendliche Liebe zu den sterblichen Menschen gezeigt, denn, „tm wir Sünder waren, starb Christus für uns". (Röm. 5, 8.)
Willst du nicht dein weltliches Leben ausgeben? Willst du nicht.deine vergeblichen Versuche, dich vor Gott zu rech!fertigen, einstellen, und dich ganz dem Werke Christi anvertrauen, das für dich geschah? Denn wenn du an Ihn glaubst, wirst du die Herr- liche Erfahrung machen, daß dir vergeben ist und du gerechtfertigt bist.
Sein schmerzreicher Tod sühnt unsere Verbrechen. Der Abgrund ist unter unseren Füßen fortgenominen.
Jesus Christus ist um unserer Sünden willen dah i geg ben und um unserer Gerechtigkeit willen auseistanden. „Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren L»Errn Jesum Christ." (Nöm. 5, 1.)
0. D.
Pas Sterben von drei Schwestern.
Nikolaus Ernst von Luckoivin zu Miltiz bei Freiberg verlor innerhalb dreier Wochen drei blühende Töchter durch den Tod.
Magdalene, die jüngste, aber früh schon weit- gesörbikte Tochter, ivurde am 23. Mai 1690 von den Blattern ergriffen. Vergeblich wurde jegliche ärztliche Hilfe angeivandt. Als man sie am 29. Mai, es war der Himmelfabrtstag, fragte, ob sie denn nicht länger bei den Ihrigen bleiben wollte, antwortete sie sehr freudig: „Die Tür ist schon offen; Jesus wartet meiner, was ich hier verlasse, das finde ich dort wieder. Ich finde den himmlischen Bater, meinen liebsten Jesum, meine gute Mutter und meine lieben Geschwister, die mir in die Ewigkeit vorangegangen sind " Sie nahm nun liebreich Abschied von ihren drei älteren Schwestern und ihrer zweiten Mutter, deren Hand sie lange und fest an ihren Mund drückte, indem sie ihr zugleich für alle mütterliche Liebe und gute Erziehung herzlich dankte. Um ihren tiefgebeugten Vater nicht noch mehr zu s betrüben, schied sie von ihm mit nur wenigen und nachdrücklichen Worten. Am anderen Morgen um 10 Uhr entschlief sie sanft, sechzehn Jahre alt. Aus ihren Mienen lag ein seliges, stilles Warten auf den HErrn, ihren Erlöser, und Ergebung in Seinen heiligen Willen.
Christine Dorothea, die mittlere Schwester, legte sich am 8. Juni, am Pfingstfest, an gleicher Krankheit, welche ebenso der vereinten Hilfe geschickter Ärzte widerstand. Mit freudigem Glauben bekannte die Sterbende: „Jesus ist meines Herzens Trost und mein Teil. Ich lebe, doch nun nicht ich; denn was ich jetzt noch lebe im Fleische und in meinem kranken Leibe, das lebe ich im Glauben des
Sohnes Gottes, Ser mich, ja, auch mich, geliebt, und Sich selbst für mich dargegeben hat."
Nach einiger Zeit hob sie ihre Augen empor und schaute mit hellen Blicken zum Himmel auf, als sähe sie der wahren Zukunft ihres Heilandes entgegen, faltete ihre Hände und befahl mit brünstiger Andacht ihre Seele in Seine treue Obhut. Die Augen schlossen sich, und aus eine tiefe Ohnmacht begann der Todes- schlaf, in welchem sie still, ohne Bewegung, vollendete. Dies geschah am 11. Juni. Sie starb im Alter von achtzehn Jahren.
Katharina Elisabeth, die älteste der drei Schwestern, wurde an demselben Tage von der nämlichen Krankheit ergriffen. Anfangs schien die Hilfe eines neu herzugerusenen Arztes gesegnet zu sein; aber bald stellten sich Ohnmächten als Vorboten des Todes ein. Die Schmerzen des Leibes wurden sehr heftig, aber kein Wort der Klage und Ungeduld kam über die Lippen der Kranken, welche von besonders munterem und heiterem Gemüt war; denn sie hatte ihre Lust an dem HErrn, und ihre liebste Freude war es, von Ihm zu reden. Von zartester Kindheit an batte schon das Werk Seines Geistes in ihr begonnen, und ihre vorzüglichen Geistcsgaben, ihr heller j Verstand und ihr großes Fassungsvermögen standen ganz im Dienste Gottes. „Mir ist wohl genug,"
! ries sie in ihren großen Leiden aus; „diese Schmerzen sind zu ertragen, der Abschied von der Welt schmerzt mich nicht; aber das tut mir weh, daß ich durch meinen Tod meinen lieben Eltern zu ihrem großen j Herzeleid noch ein neues hinzufügen muß. Doch es ist Gottes Wille! Er, der dies tut, ist auch mächtig, sie zu trösten I" Darauf nahm sie von Vater und Mutter Abschied, dankte namentlich der Mutter für ihre gute Erziehung und mütterliche Treue und be- i schäftigte sich von da ab nur noch mit ihrem Gott und Heiland. Das immer wachsende Verlangen ihres Herzens, daheim zu sein bei Christo, wurde bald gestillt. Mit fest zum Gebet geschlossenen Händen entschlief sie, einundzwanzig Jahre alt.
Bereite dich vor.
Ist irgend etwas, so ist dies gewiß, daß dem einen früher, dem anderen später der Tod hevorsteht, „denn es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht". (Ebr. 9, 27.) Gar viele, ja die meisten werden in der Blüte ihres Lebens dahingerafft. Und doch leben leider viele Menschen leichtsinnig und gedankenlos in dieser Welt, als hätten sie die ganze Ewigkeit hier zuzub.ingen. Während sie für ein irdisches Ziel bei einer Reise zum Beispiel vorher alle nötigen Erkundigungen einziehen, damit sie den rechten Weg einschlagcn ! und nicht das Ziel verfehlen und auch vorher


