Ausgabe 
24.2.1918
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bie zur Reise erforderlichen Vorkehrungen treffen, um an dem bestimmten Orte gut und sicher an­zulangen, unterlassen sie bei der viel wichtigeren Reise nach der Ewigkeit die Frage:Was soll ich tun, um das ewige Leben zu ererben? Führt mich der Weg, auf dem ich wandle, auch sicher zum Himmel, und was wird mein Los einst in der anderen Welt sein?" Da aber von dev rechten Benutzung unserer sehr kurzen Lebens­frist unsere Seligkeit oder Verdammnis abhängt und später eine Änderung des göttlichen Ur­teilsspruches über unser ewiges Wohl und Wehe nicht mehr stattfindet, so sollten wir beizeiten uns auf diesen so wichtigen und entscheidenden Augenblick mit ganzem Ernste vorbereiten. Der Dichter Johann Herrmann ruft uns zu:

Heut' lebst du, heut' belehre dich,

Eh' morgen kommt, kaun's ändern sich.

Wer heut' ist frisch, gesund und rot,

Ist morgen krank, ja wohl gar tot.

So du nun stirbest ohne Buß',

Dein Leib und Seel' dort brennen muß,"

Jeder sollte suchen, recht bald seines Heils gewiß zu werden.

So traurig für ein irdisches, weltlichge- stnutes Gemüt der Gedanke an den Tod sein muß, so erfüllt er doch ein Herz, das durch den Glauben an das teure Verdienst Fesu Ehr ist! der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens gewiß geworden, mit Freude und Wonne. Denn der Tod eines wahren Jüngers des HErrn macht allen seinen Leiden und Trübsalen ein Ende und versetzt ihn in das Reich der ewigen Freude und Seligkeit, wo Gott alle Tränen von den Augen abwischen wird. Ein Christ stirbt nur, um zu leben und bei Gott zu sein in alle Ewigkeit. Und was die irdische Leibes­hütte anbetrifft, so gilt davon das Wort des Apostels Paulus:Wir wissen aber, so unser irdisches Haus dieser Hütten zerbrochen wird, daß mir einen Bau haben von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht im Himmel."

Suchen.

Da fragte Er (Jesus) sie (Seine Mörder) «dermal: Wen sucht ihr? Sie aber sprachen: 3esum von Nazareth." (Ioh. 18, 7.)

Wohl allen, die auf die Frage: Wen sucht ihr? antworten können: Iesum von Nazareth! | wenn sie mit einem demütigen Gefühl ihres Verderbens' und ihrer Hilflosigkeit mit dem Verlangen nach Gott und ewigem Leben, nach Ruhe und Gerechtigkeit Ihn als den Einzigen, der ihnen dieses geben kann, mit Glauben und Liebe suchen. Wehe aber denen, die auf die

Frage: Wen sucht ihr? antworten müssen: Iesum von Nazareth! wenn sie Ihn suchen, wie diese Menschen; denen Er unausstehlich und ver­haßt ist, die feindselig gegen Ihn wirken, darauf ausgehen, wie sie Seinen Namen entheiligen', die Ausbreitung Seines Reiches hemmen, Sein Wort fälschen, Seine Jünger verhöhnen, ärgern, unterdrücken und Seine ganze Sache auf Erden vernichten möchten.

Beiden erwidert Jesus Christus auf ihre Antwort:Ich bin's!",'den ersten zur Errettung, zu unaussprechlicher Freude und Seligkeit, und den anderen zu Boden schlagend und zermalmend.

Die Ersten.werden Seiner gnädigen Ant­wort und damit einer errettenden Gotteskraft und des ewigen Heils und Lebens schon in dieser Welt inne; den anderen wird Er, schrecklicher wie ein unerwarteter lauter Donner, die Worte zurufen:Ich bin's!" Wenn nun Er, der HErr Jesus, Eich offenbaren wird vom Himmel mit den Engeln Seiner Kraft und mit Feuerflammen, Rache zu geben über alle, die Gott nicht erkennen und nicht gehorsam sind dem Evangelium des HErrn Jesu Christi, dann werden sie Pein leiden, das ewige Verderben von dein Angesicht des HErrn und von Seiner herrlichen Macht; dann werden sie auf die Frage: Wen sucht ihr? auch nicht einmal antworten mögen: Iesum von Nazareth! sondern werden schreien zu den Bergen: fallt über uns! und zu den Hügeln: bedeckt uns vor dem Angesicht Dessen, der auf dem Throne sitzt, und vor dem Zorn des Lammes, denn es ist gekommen der große Tag Seines Zorns, und wer kann be­stehen?

Wie verhält es sich mit dir, mein Leser? Suchst du Iesum feindselig, wie Judas und die Schar, o so laß ab, laß ab von diesem Suchen; du hast große Ursache, dich zu fürchten, du bist ein unglückseliger Mensch, wenn du in deinem feindlichen Sinne gegen Iesum Christum ver­harrst und den Tod liebst, indem du Ihn haßt. O laß dich weisen, demütige dich vor Ihm, küsse den Sohn mit der Huldigung tiefster Ver­ehrung des Glaubens und der Liebe, daß Er gerechten Wege wider Ihn, denn bald wird ent- nicht zürne und du umkoinmst auf deinem un- brennen Sein Zorn, und dann wohl allen, die Ihm mit Wahrheit gehuldigt und vertraut haben.

Suche Ihn, suche Ihn, weil du noch kannst, weil Er Sich noch wird finden lassen, damit du nicht dereinst, wenn du erkennen wirst, was es auf sich hat, Ihm anzugehören oder von Ihm ausgeschlossen zu sein, dich unter denen siehst, zu welchen Er sagen wird:Weicht von Mir! Ich weiß nicht, wo ihr her seid; Ich kenne euch nicht." Suchst du aber Iesum mit Verlangen des Glaubens und der Liebe, wie jene Sünderin.