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Redakteur; Stadlmissionar Herrmann-Gießen. Pfarrer Sperber-Cassel und die Prediger der Druck von I. G. Oncken Nachfolger, G. m.
Mitarbeiter -
Nr. 8/9. Sonntag, den 24. Februar und 3. März 1918. 11- Jahrg.
Mutter und Tochter.
Der König David jagt: „Ich sperre meinen Mund auf und lechze nach Deinen Geboten, denn mich verlangt danach." sPs. 119, 131.) Auch die alte Frau Müller liebte das Wort Gottes. Ihre Tochter liebte die Welt und das Vergnügen, aber sie liebte auch ihre Mutter, und deshalb las sie ihr täglich aus dem Bibelbuche vor, ließ aber lange Zeit das Wort Gottes nicht aus sich selbst einwirken.
Doch nach dem Tode der Mutter dachte die Tochter an deren inbrünstige Gebete, an ihre Freude an Gottes Wort, an ihre Freude am HErrn und Er- loser, die sie in ihren Sterbestunden immer wieder bezeugt hatte, und fie brach unter der Last ihrer Sünden zusammen, suchte Heil in Jesu und fand Frieden mit Gott.
Viele teure Menschenkinder gehen achtlos an deni Worte Gottes vorüber. Sie haben in ihrer Jugend viele Bibelsprüche gelernt, aber nie über deren Sinn und Inhalt ernst- lich nachgedacht.
Wie ganz anders ist es bei David. Er lechzt wie ein Verschmaebteuder nach dem Worte Gottes
und labt sich daran In den 176 Versen obigen Psalms preist er in immer neuer Weise die Herrlichkeit und Kraft des Wortes Gottes. Wie beschämend ist uns das' Ach, die meisten in unserem Volke lechzen nach
einem anderen Wasser Augenlust, Fleischeslust, hoffärtiges Wesen, das sind die löchrichten Brunnen, daran sie sich laben wollen Aber das arme Herz muß zeitlich und ewig verschmachten, das in die- sen Giftquellen seine Erquickung sucht.
Wie lechzt unser Volk nach immer neuen Vergnügungen, nach immer neuer Beran- schung! O komm doch, liebes Herz, zu dem lebendigen Wasser, das dir in deiner Bibel entgegenquillt. Gehe schuldbeladen zu dem Heiland, der auch für dich Sein teures Blut vergossen hat. um auch dich vom ewigen Tode zu erretten. Die ganze Bibel zeugt von diese» Heiland. Er ruft dir durch das Wort Gottes zu: „Wen da dürstet, der komme zu Mir und trinke!" Wie köstlich ist für ein von der Sünde überzeugtes Gewissen die Lehre der Heilige« Schrift von der Rechtfertigung durch den Glaube« aus lauter Gnaden.


