Erscheint wöchentlich einmal.
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Nr. 7.
Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeit«: Pfarrer Sperber-Cassel und die Prediger der Pilgermissio«. Druck von I. G. Oncken Nachfolger, G. m. b. H., Cassel.
Sonntag, den 17. Februar 1918.
11. Fahrg.
Du lassest die Menschen Kerben.
(Ps. 90. 3.
Es ist eine ernste Sache, wenn der Tod in einer Familie einkelirt. Da gehen bange Tage und Wochen voraus, in denen man zwischen Furcht und Hoffnung schwebt. M<m süßt sich gern einreden, es habe keine Ge- fahr, und wenn die Krankheit auch ernster Natur ist, so denkt man, Gott sei ja allmächtig und könne leicht alles noch zum Besten wenden; Er wisse ja auch, daß man den Kranken noch nicht entbehren könne, und werde deshalb die vielen Gebete um Genesung erhören. Wenn es nun trotz alledem sichtlich dem Ende zugeht, so gibt es bittere Tranen. Mit zerrissenem Herzen steht man an einem Sterbebett und bald vor einer Leiche.
Gewöhnlich denkt man dann nur an ■ sue natürliche Ursache, die den Tod -
herbeigeführt hat, und
ttieint, wenn dieses oder jenes geschehen oder nicht geschehen wäre, so hätte der ernste Ausgang ver- uneden werden können. Man macht vielleicht dem
Arzt Vorwürfe, daß er die Krankheit nicht reckt erkannt und falsche Mittel angewandt habe; oder man klagt sich selbst an, daß man dieses oder jene« versäumt habe; oder man bedauert immer wieder irgendein unglückliches Versehen, das dem Ver-
storbenen begegnete. Man ist unermüd- lich, die KrankheitS- geschichte bis ins ein. zelnste zu erzählen und zu sagen: Wenn das oder das nicht geschehen wäre, so hätte der Verstorbene noch lange leben können.
Nem, laßt unk nicht so kurzsichtig sein, sondern höher blicken. Moses sagt: „Du lassest die Menschen sterben." ES ist also nicht eine bloß natürliche Ursache, die den Tod herbeigeführt hat, noch weniger ein blindes Ungefähr oder ein unerbittliches Schicksal, sondern der HErr über Leben und Tod. Wenn nicht einmal ein Sperling, vom Pfeil des Jägers ge- troffen, vom Dache fällt ohne Gottes Willen, wieviel
weniger wird der Tod eines Menschen von ungefähr erfolgen können! Der allmächtige Gott ist es, der «ns ein Ziel setzt, das wir nicht überschreiten


