Eisenstein in die Erde gelegt, insbesondere Braun- und Spateisenstein, aus welch letzterem man das weltbekannte Stahl- und Spiegel-Roheisen bereitet, das vor dem Kriege bis nach Amerika versandt wurde. Viele Menschen steigen täglich in die Tiefe hinab, um der Erde diese Schätze zu entnehmen und sie ans Tageslicht zu bringen. Und, Gott sei Dank! unter diesen im Schoße der Erde beschäftigten Arbeitern befinden sich manche, die nicht nur nach den, wenn auch wertvollen, so doch vergänglichen Metallen graben, sondern auch „Schätze im Himmel" gesammelt haben, „wo iveder Motte noch Nvst zerstört, und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen".
Zu dieser Atlasse von Arbeitern gehörte aller- bings unser alter Freund nicht. Er war ein sehr fleißiger Bergmann gewesen. Manche Schicht hatte er >» der Tiefe der Eide zngcbracht, manche Tonne Eisenstein zu Tage g fördert und mancher Gefahr mutig ins Auge geschaut. Uber vierzig Jahre lang hatte er in den Bergmannsgruß „Glück ans!" mit eiiigestiinint. Auch ivar er ei» guter, verständiger Familienvater, der seine Familie sehr liebte, um ihr Wohl und Weh besorgt ivar und sie durch unermüdlichen Fleiß möglichst voranzubringcn suchte. In den Augen der Welt galt er als sromnicr, gottcs- süichtiger Mann, der fleißig zur Kirche ging mib ein ruhiges, gesittetes Hetzen mit se.ner Familie führte. Bon seinen Kindern waren aiich wirklich einige gläubig; desgleichen kannten manche nahe Ber- wandte von ihm Christum nach der Schrift und aus Erfahrung als ihren Heiland. B.n ihm selbst konnte man dies leider nicht sagen.
Doch Gott rief dem ersten Menschen zu: „Adam, wo bist du?" Auch unser aller Aergniann sollte den göttlichen Nus in seinem Herzen vernehmen. Wie mancher gläubige Mitarbeiter hatte ihiii gesagt: „Suche Jesuit, und Sein Licht, alles aiidre Hilst dir nicht"; und ivie ivarcn seine gläubigen Kinder rine Predigt für ihn gewesen I Aber alles das hatte keine Änderung bei ihm hcrvorgcrufen. Gott mußte noch ernst mit ihm reden.
Ter alte Bergmann erkrankte heftig, ja, der Tod nahte heran. Ta kam eines Tages sein Schwager, ein gläubiger Mann, um ihn zu besuchen, und ohne sonst viel zu sagen entfernte er sich mit den Worten: „Wo willst du die Ewigstit zubringen?" Die Worte waren ein Pfeil aus dem Köcher Gottes.
„O Ewigkeit, du Dounerwort,
O Schwert, das durch die Seele bohrt,
O Ailsaug sonder Endet"
Eine nicht zu bemeistcrnde Angst bemächtigte sich des Kranken. Er schickte zu seinem Bruder und seiner Schivester, gläubigen Leuten, die in demselben Dorfe wohnten. Sie folgten dein Niife und fanden den Kranken in einer unbeschreiblichen Sündennot. Sei» gguzes Leben zog an seinem Geiste vorüber, uud jetzt sah er es im Lichte Gottes; jetzt sah er,
daß er von der Sünde beschmutzt und besudelt, in Feindschaft gegen Gott und völlig unfähig war, so vor Ihm zu erscheinen. „O meine Sunden, meine vielen Sünden I" jammerte er. „Was muß ich tun, daß ich errettet werde?"
Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, dem Kranken Christum vorzustellen als den alleinigen Mittler zwischen Gott und Menschen. Der herbeigerufcne Bruder des Kranken tat es, so weit der Herr ihm Gnade schenkte. Er stellte dein Sterbenden vor Augen, ivie der HErr Jesus gerade für Berlorene gekommen und in den Tod gegangen sei; ja, daß Er, „zur Sünde gemacht", unsere Stelle im Gericht vor Gott eingenommen habe, so daß jetzt „jeder, der an Ihn glaube, nicht verloreogehe, sondern ewiges Leben habe". Der Greis lauschte den Ausführungen seines Briidcrs mit sichtbarer Spannung, stricht lange dauerte es, und der Kampf in seinem Innern ivar ausgestritten, und göttlicher Friede zog in sein Herz ein. Ein verlorener Sünder und ein gestorbener und auferftandencr Heiland waren zu- fninmengetrossen. Jubel und Dank stiegen aus dem Herzen des Kranken z» Gott empor für Seine unaussprechliche Gnade, daß Er ihn noch an seinem Lebensabend das Heil in Jesu hatte finden lassen. Nun war er sichergestellt für die Ewigkeit, an die er soeben noch mit Angst und Schrecken hatte denken müssen. Boll Freude rief er aus: „Gerade an der Schwelle der Eivigkeit, in der letzten Stunde habe ich Heil gefunden."
Wenige Tage nach seiner Bekehrung durfte er aus aller Krankheit und Not heraus heimgehen in die eivige Heimat droben. „Samenkörner."
gtrtd) vierundzwanzig Stunden!
Bor etwa achtzig Jahren lebte in der Schweiz ein junger Student, der ein Alter von neunzehn Jahren erreicht hatte, ohne je ernstlich an das Heil seiner Seele gedacht zu haben. Gleich vielen anderen Menschen meinte er, daß er noch genügend Zeit habe, um sich auf den Tod, den er weit entfernt wähnte, vorziibcreilcn. Da plötzlich erkrankte er. Der her- zngernscne Arzt tat sein Bestes; aber er vermochte das Fortschrcilen der Krankheit nicht zu verhindern. Unser junge Freund sah sich unerwartet an der Schwelle der Einigkeit. Wer vermöchte seine Verzweiflung zu schildern, als der Arzt ihm eines Tages auf seine angstvolle Frage zögernd erwiderte, er würde voraussichtlich kaum noch vierundzwanzig Stunden zu leben haben!
Als der, Doktor sich entfernt hatte, erschienen zwei gottesfürchtige Studenten. Sie wollten ihren kranken Kameraden und Freund besuchen. Sie fanden ihn sehr niedergeschlagen.


