Ausgabe 
20.1.1918
Seite
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Er will auch dir, lieber Leser, Gnade .und Heil zulei! werden lusscn. Slbcr gedenke daran, daß heule oder morgen dein irdischer Pilgerlauf ein Ende nehmen kann, und deshalb bedenke, wo du dann hingehst.

Der Weg des Gläubigen endet im Vaterhaus, in himmlischer Herrlichkeit; der Weg des unbekehrten Menschen in unaufhörlicher Pein, in ewiger Finster- nis. Darum stehe still, blicke rückwärts über deine Vergangenheit, erkenne deine Sünden und komm mir deiner ganzen Schuld zu Jesu, der am Kreuze für dich starb.

Höre ans die lieb-volle Einladung des HErrn: Laßt euch versöhnen mit Gott!" Gott hat Den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht; Er ist nahe allen, die Ihn von Herzen anrufen. Er ist bereit, auch dir alle, alle deine Sünden zu vergeben, wie groß ihre Zahl auch sein mag. Aber zögere nicht; vielleicht ist heute dein letz er Gnaöentag. O D.

So komm nun mit uns!"

(4 Mose -10, 2832.)

Im zweiten Jahre der Wüstenwanderung zog Israel, nachdem es lange am Berge des HErrn ge- lagert hatte, weiter nach Midian. Da ward dem Moses eines Tages Besuch angesagt: sein Schwager Hobab, der Bruder Jethros, war gekommen. Zug um Zug der großen Menge Volkes war ivohl schon an ihm vorübergezogen, che er zu Moses gelangen konnte, und nach der ersten Begrüßung mag von seinen Lippen die erstaunte Frage erklungen sein:Wo will diese gewaltige Menge Volkes Platz finden, sich anzusiedeln?" Da gibt ihm Moses die glaubens­starke Antwort:Wir ziehen dahin an die Stätte, davon der HErr gesagt hat: Ich will sie euch geben." Und noch mehr: er weiß, was ihrer dort wartet im verheißenen Lande; denn:Der HErr hat Israel Gutes zugejagt." Darum drängt ihn sein liebewarmes Herz zu der Bitte:So komm nun mit uns!" '

Aber Hobab ist, wie auch sein Name sagt, ein Zauderer; er will doch lieber in seinem Lande bleiben und zu seiner Freundschaft zurückkehren, als sich aufs Ungewisse dem Volke Gottes anzuschließen. Doch Moses wiederholt seine Bitte inniger und dringender, stellt ihm vor, wie er durch seine Orts­kenntnis in der Wüste sich ihnen nützlich machen kann und wie alles Gute, das Jehovah an Israel tun wird, auch ihm zuteil werden soll. Da hat sich Hobab endlich überreden lassen und ist mitgezogen; denn nach dem Einzug in das gelobte Land finden wir feine Nachkommen (Nicht. 1, 16) unter dem Stamme Juda wohnen.

Wie so manches andere Ereignis des Alten Testamentes, das, wie Paulus an die Korinther

schreibt, uns geschrieben ist zur Warnung oder zu, Nacheiferung, so kan» auch diese Ileine Begebenheit uns zur packenden Jlluslrntion werden, wenn wir sie in das Licht des Neuen Testamentes rück n Ja, in noch viel herrlicherer Weise, mit leuchtenden Angen und jauchzender Stimme kann das neutesta- mcntliche Volk Gottes dies Wort aus dem Munde Mosis als das scinige ausnehmcn und ausrufen: Wir ziehen dahin an die Stätte, davon der HErr gejagt hat: Ich will sie euch geben!" Denn der solches gesagt und verheißen hat, ist selbst hin- gegangen, uns die Ställe zu bereiten, und will uns zu Sich nehmen, aus daß mir seien, wo Er ist (Joh. 14, 2. 3), und Sich zum Todesgang für di« verlorene Menschheit anschickcnd, flehte Er für* bittend:Vater, Ick, will, daß, wo Ich bin, auch die seien, die Du Mir gegeben hast, daß sie Mein« Herrlichkeit sehen." lJoh. 17, 24.) Mit unumstöh. licher Gewißheit vertrauen Ihm nun auch die Seinigen, daß Er sie heimbringen wird; denn was Er zujagt, das hält Er gewiß.

Alle diejenigen aber, die sich durch Göltet Gnade diesem Zuge nach oben haben anschließeri dürfen, fühlen sich nun gedrungen, zur Rechten uni zur Linken, zur Zeit und zur Unzeit, daheim uni draußen und allewege denen, die noch abseits diese» Zuges stehen, znzurufen:So komm nun mit unsU Ich weiß nicht, wie dein Name lautet; Hobat heißt du gewiß nicht; aber bist du etwa ein Ho- bab, ein Zauderer, der auch vorerst die Antwort gibt:Ich will nicht mit euch ziehen; ich will ,.in meinem Lande und bei meiner Freundschaft, da» heißt in meinen alten Wegen und Lcbcnsgewohn- heiten bleiben?" Wisse, das hieße Verzicht leister auf dein himmlisches Bürgerrecht und dich absichtlich ausschließen von der Gemeinde Gottes. Es hieß« Jcsuni, in dessen Auftrag solche Bitte an dich er­geht, von der Tür weisen und damit eine Torheit begehen, deren Folaen du eine Ewigkeit lang z« bereuen häliest. O, daß du darum noch heut« dem Rufe Folge leisten möchtest:So komm nur mit uns!"

Siche doch d e eilenden Tage deines Leben» entfliehen; und wenn du ihrer auch noch viele Tau­send vor dir hättest, sie vergehen schneller, als dt> denkst und dann? Und wenn du zur Schar derer gehörst, die Leib und Leben einjetzen zum Schutze des bedrängten Vaterlandes, kann nicht der morgende Tag schon dein letzter sein? Und dann? Darum laß dich hinaufweisen auf deinen Platz i» der Herrlichkeit, der auch für dich bereitet ist soll er leer bleiben oder ein anderer ihn einnehmen? Und warum lebst du hier auf Erden? Gott gab dir Kräfte und Gaben, und was du mit denselben gewirkt hast, dafür bist du ihm dereinst Nechenschaft schuldig. Wehe dir, wenn du sie nur im Dienste der Welt und Sünde verzehrt hast! Aber noch ist's Zeit, und wenn es der Rest deines Leben»