int Blick auf diese» Weltkrieg uub auf dich! Dieselbe Frage, und doch um soviel vertiefter und erweiterter und umfassender, als Seine Gedanken höher sind, als unsere Gedanken!
Von dem eingeborenen Sohne Gortes, der zugleich das am Fluchholz für dich und mich geopferte Lamm Gottes ist, steht geschrieben, daß „Seine Seele gearbeitet hat". (Jes. 53, 11a.)
Hast du schon einmal über diesen kurzen Satz nachgedacht? Seine Seele hat gearbeitet, als Ec die Herrlichkeit beim Vater verließ, „Knechtsgestalt annahm" und „an dem, das Er litt, Gehorsam lernte"! (Phil. 2 , 7; Ebr. 5, 8.)
Seine Seele hat gearbeitet, als Er unverstanden unter Sündern einherging, Wohltat, liebte, und dafür Verfolgung und Verachtung erfuhr!
Wie arbeitete sie in Gethsemane! Der Schweiß rann Ihm wie Blutstropfen zur Erde; und als Er, wahrhaftiger Mensch ebenso wie wahrhaftiger Gott, in jener dunkeln Nacht heißen Seelenkampfes Gemeinschaft mit Seinen Jüngern suchte und Sich nach menschlicher Teilnahme und Liebe sehnte, da wurde Ihm das Bittere nicht erspart, durchzukosten, wie keiner Ihn verstand! Wie einsam und verlassen Er „die Kelter treten" mußte! (Jes. 63, 3 a.)
O und dann in der bangsten aller Stunden, in der Sein Trost und Seine Wonne, der Vater, Ihm um deiner und meiner Sünde willen zum richtenden Gott wurde und Er in tiefster Seelen- dein ausrusen mußte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du Mich verlassen!" Wie hat da Seine Seele gearbeitet! Gearbeitet, lieber Leser, für dich!
Und nun sitzt Er erhöht zur Rechreu des Vaters und wartet auf die Ernte. „Darum, daß Seine Seele gearbeitet hat, will Ich Ihm eine große Menge zur Beute geben, und Er soll die Starken zum Raube haben darum, daß Er Sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und Er vieler Sünde getragen hat und für die Übeltäter gebetet." (Jes. 53, 12.)
Auch aus diesem Weltkrieg ersteht Ihm eine große Ernte: bei Freund und Feind, Hoch und Niedrig, in Lazaretten, Gefangenenlagern, vor der Front, in den Etappen, daheim.
Die Frage geht dich an, lieber Leser! Wirst du mit zu dieser Ernte gehören? Du brauchst -darum nicht zu fallen oder krank zu werden oder als Gefangener weggesührt zu werden oder zu sterben. Erschrick nicht vor der Frage, aber weiche ihr auch nicht aus! Du brauchst bloß, so wie du b st, deine Hand in die für dich am Kreuze durch- Arabene Rechte deines Erlösers zu legen und Ihm zum Danke für Seine werbende Liebe deine Sünde zu bringen. Welch ein Tausch! Ja, für die Befreiung deiner Seele von Sünde, Hölle und ewigem Tod hat Seine Seele gearbeitet!
Uuö nun steht Er tn dieser Stunde vor dir, du teures Menschenkind, schaut dir mit den Auge,, . der Liebe tief in dein nach Frieden verlangendes Herz und fragt dich voll Erbarmens: „Freund, >vie soll die Ernte sein?" M. M. M.
Auf Deinen Ruf, o HErr,
Tret ich vor Dich allda
Und suche Heil in Deinem Wut,
Das floß auf Golgatha!
Weil ich so elend bin,
Willst Du mein alles sein,
Dein Blut macht mich aufs völligste Bon jedem Flecken rein.
N
Zum Iahresschkuß.
„So schicke dich, Israel, und br gegne deinem GotH" Amos4, 19.
Der Jahresschluß ist dazu angetan, uns Menschenkinder zum Nachsinnen zu veranlassen, um einmal rückwärts zu schauen über die vergangenen Tage des alten Jahres. Hinter uns liegen Tage der Leiden, des Kampfes, Tage von Blut und Tränen, Tage von Not und Tod. Große Scharen von Menschen, die mit uns vor Jahresfrist die Schwelle des neuen Jahres überschritten, sind hinüber in die Ewigkeil Mancher ist hinweggerafft Andere hingegen, die das Jahr im Tiegel der Trübsal begannen und nicht hoffen konnten, noch Tage zu leben, sind noch da. um weiterzukämpfen und weiterzuleiden nach den, unerforschlichen Rat und Willen Gottes.
Aber nicht nur Schmerz und Weh und Leid brachte das verflossene Jahr, sondern es war auch ein Jahr der Gnade, der Güte und Langmut, der Barmherzigkeit und Liebe Gottes. Gott hat uns aufs neue das Licht Seiner Gnade leuchten lasten. Wie sollen wir genügend preisen die Gnadenhand, die über uns waltete und uns in schwerer Kriegszeit zu heben, zu tragen und zu erretten wußte? Sind wir bereit, diesem Gott der Barmherzigkeit, der auch in Seinem richterlichen Schreiten durch die Welt noch Gnade erweist, zu begegnen? Wolle» wir uns von Ihm unterweisen und Seinen Weg zeige» lassen, daß wir ihn wandeln? Siehe, Er schafft d,e Morgenröte und die Finsternis, die Enden der Erdr hält Er in Seiner Hand, und es ist niemand, der aus Seiner Hand erretten könnte. Er tritt einher auf den Höhen der Erde, Er heißt HErr Zebaoth Vor Seinem Schelten beben die Berge, das Erdreich mnß erzittern, wenn Er Sich hören läßt. Hab^n wir Seine Stimme verstanden in den Stürmen vergangener Tage? Wissen wir, was Er uns zu sagen hatte, als Er uns ins stille Kämmerlein nahm und uns züchtigte mit ernsten Nutenschlägen? Wahrlich, $ ist an ber Zeit, daß wG uns anschicken, Ihm z«


