weiches ich für ewig verdient hatte, ist an Ihm, de« heiligen Sohne Gottes, auf dem Kreuze vollstreckt worden, damit ich Frieden fände. Alles
für mich!
Hast du, mein Freund, einmal so in die Todes- wunden des Sohnes Gottes hineingeblickt, daß dem Herz wirklich in überströmender Dankbarkeit über das Kreuz von Golgatha schreiben konnte! Für wich!? Du wirst nicht eher Frieden und Gewißheit der Vergebung aller deiner Schuld finden, du wirst nicht eher genesen von allen Wunden, ivelche dir die Sünde schlug, als bis du diese selige Bot- schast einer ewig gültigen Versöhnung mit dem ganzen Herzen erfaßt: Jesus starb für mich, Er ist mein Heiland! Wenn du so mit dem Herzen die Gnade ergreifst, dann wird Jesus dein Herr und Gebieter, der das Steuerruder deines Äbens führt, und du wirst Sein Zeuge inmitten tziei»r Welt, wo man Ihn nicht kennt. v. V.
L
Auf dem Ariedöof.
Das Totenfest führt viele hinauf auf den Friedhof. Da brechen manche alten Wunden wieder aus, die schon fast vernarbt waren. Da fangen viele frische Wunden aufs neue an zu bluten. Wie viele Gräber sind doch auch in diesem Jahre wieder ge- graben worden!
Am Totenfest wachen die alten Erinnerungen wieder auf. Da stehen die vergangenen Tage mit ihrem Glück, mit ihrem Leid wieder vor der Seele, lind — da fangen auch die Tränen der Wehmut wieder an zu fließen.
Wo ist ein Tröster für solchen Schmerz? Die Menschen? Die reden davon, daß wir alle einmal sterben müssen, daß dies das Los aller Menschen ist — aber ist das ein Trost?
Oder sie sagen: Mit der Zeit wird auch diese Wnnde sich schließen. Aber ist das ein Trost?
Ich weiß einen besseren Tröster, der wirklich zu »rösten versteht. Das ist der HErr, unser Heiland!
O wie hat Jesus Sich aufs Trösten verstanden! Hr brauchte zu der armen bekümmerten Witwe von Rai», die hinter dein Sarge ihres einzigen Sohnes hergiug, nur zu sagen: „Weine nicht!" — da hörten ihre Tränen auf zu fließen. Noch hatte Er ihr den Sohn nicht wiedergegeben; aber Seine Nähe wirkte io beruhigend, so tröstlich auf die gebeugte Frau ein, daß der Strom ihrer Tränen versiegte.
Es heißt einmal beim Propheten Jesaja: „Ich wiü euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet." Da schlägt Gott eine Saite in unserem Herzen an, die mitschwingt und mitklingt. O wie versteht sich eine Mutter aufs Trösten I Was es auch für Nöte sind, mit denen das Kind zur Mutter kommt, ob es ein Riß in der Haut ist oder ein Steinchen im
Schuh, ob ein Spielzeug hingefallen und zerbrochen ist oder ob der große Hund das Kind erschreckt har, die Mutter hat Verständnis für den Schmerz. Sie hat immer ein freundliches Wort, das tut so gut. Sie hat eine so linde Hand, wenn sie damit streichelt, dann tut es nicht mehr weh. Nicht wahr, eine Mutter kann trösten? , ^
Und siehe, damit vergleicht sich der HErr. So wie eine Mutter will Er trösten. Willst du nun nicht mit all deinen Kümmernissen zu Ihm kommen und Ihm alles sagen und klagen? Ach, w,e oft bist du zu Menschen gegangen und hast die um Trost gebeten! Aber Menschen sind leidige Tröster (Hiob 16, 2), die können nicht trösten. Nicht ohne besondere Absicht heißt es hier in dem Worte: „Ich, Ich bin euer Tröster." Zweimal betont Er es, daß Er unser Tröster ist. Darum ist es so töricht, wenn man zu Menschen geht, die doch nicht trösten und helfen können. Komm doch zu Jesu! Sen, Ohr hört mit Teilnahme alle deine Klagen, Sei» Herz schlägt für dich in herzlicher Liebe. Seine Hand legt sich so freundlich auf dein unruhiges Herz. Sein Mund spricht so holdselige Worte. Hv, Er wird dich trösten, wie einen seine Mutter tröstet!
K
Kr starb für mich.
Ein Reisender kam vorlängst auf einer Wanderung in den südlichen Staaten Amerikas an einem Begräbnisplatz vorbei, auf welchem er einen Mmln bemerkte, der sich über einen frischen Grabhügel beugte und mit tränenbenetzten Augen in den sorgfältig umgegrabenen Boden Blumen pflanzte. Nachdem er denselben eine Zeitlnng beobachtet und seine tiefe Traurigkeit wahrgenommen hatte, fragte er ihn. „Sie trauern ivohl über dem Grabe Ihres Weibes oder eines geliebten Kindes, nicht wahr?^
„O nein," war die Antwort, „ich habe weder
Weib noch Kind verloren." .
„Darf ich denn wissen," fragte der Reisende, „wessen Tod die Ursache Ihrer großen Trauer ist?
„Ich pflanze diese Blumen und vergieße d,e e Tränen für jemand, der für mich starb," laute e die Antwort. „Ich wurde in dem letzten Kriege al. Soldat einberufen. Ich hatte Weib und Kinder, die, wenn ich fiel, unversorgt zurückgeblieben waren. Da trat mein Freund in mein Haus und sagte. »Ich habe weder Weib noch Kinder und will daher statt deiner ins Feld ziehen.« Er tat es und wur t in einer Schlacht verwundet. Kaum vernahm nü, daß er sich im Hospital in einem höchst gefährlichen Zustand befinde, so eilte ich zu ihm; aber ,ch ihn bereits im Grabe. Dieser Hügel deckt seine Gebeine. Er ist für mich ins Grab hinabgestiegen, und in dankbarer Erinnerung pflanze ich diese B n men und benetze sie mit meinen Tränen "


