auf. Ja, die Sünde ist mächtig geworden u d < sie ist zu allen Menschen hindnrchgedrnngen. i Wie bald könnten die Völker, die jetzt alle in Waffen starren, abrüsten, ihre Heere ent- I lassen, und wie gut könnten die Regierungen s das Zepter führen, wäre nicht die Sünde im | Herzen! Aber da, im Innern, brennt es; da lodert das Feuer aus der Hölle, welches die Welt in , Flammen setzt. Dabei sucht das Herz in den Dingen um sich her den Grund für all sein Leid, Seufzen und Kämpfen und will es nicht erkennen, daß dieser im eigenen Ich zu suchen ist.
Ach, die Sünde! Sie trennt die Herzen von Gott; sie trennt sie untereinander. Und wie macht sie so blind! Wie groß ist ihre Macht und wie häuft sie die Schuld! Dazu ist dieses fressende Übel, das zu allen Menschen durchgedrungeu ist, unheilbar durch menschliche Kunst und führt den Sünder aus zeitlichem ins ewige Verderben.
Auf diese sündenbeladene Erde nun, die da schwankt unter der Last der menschlichen Schuld und JJot, stieg der Sohn Gottes hernieder, um Sein Leben zu lassen als Lösegeld für viele.
O, wie kostbar nun, wie ewig wunderbar, daß »ort am Kreuze das Blut des Sohnes Gottes
5 loß: „Es macht rein von aller Sünde." l Joh. 1, 7.) Und hier allein findet die Seele frieden. „Er ist unser Friede." (Eph. 2.)
Wer vor Ihm, dem Sohne Gottes, die Blind- heit seines Herzens erkennt und bekennt und wer »ahres Licht sucht, der kommt aus der geistlichen Finsternis in Sein wunderbares, göttliches Licht.
Tr wird sehend. O. D.
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Der Mlinde.
Der blinde Hans bildete den Gegenstand allgemeinen Mitgefühls in dem Dörfchen, in welchem rr wohnte. Er war nicht immer blind gewesen, vis zu sechs Jahren hatte er so gut sehen können «ie andere auch. Er wußte also, wie herrlich der blaue Himmel ist, wie schön Wald und Wiese aus- sehen in ihrem Blätter- und Blütenschmuck. Hans «ar ganz plötzlich durch eine Nervenerschütterung blind geworden, und zwar auf folgende Weise: Tein Vater, der als Bergmann in einer Kohlenzeche arbeitete, war eines Morgens gesund und munter «ie immer zur Grube gegangen, wenige Stunden danach aber mit einer Anzahl seiner Mitarbeiter bei einem der in den Steinkohlengruben häufigen Un- Mcksfälle umgekommen. Der kleine Hans spielte in der Nähe des Zecheneingangs, kurz nachdem das Un- zlück geschehen ivar, und war zugegen, als man die Teichen der Verunglückten, darunter seinen Vater, »ns Tageslicht beförderte. Der grausige Anblick erschütterte ihn so gewaltig, daß er von einer heftigen
Gehirnentzündung befallen wurde, welche ferne Seh- , nerven derart angriff, daß er erblindete.
Alles das lag sechs Jahre zurück, so daß Han- Heute zwölf Jahre zählte. Er besuchte die Dorp schule und machte hier, trotzdem er nicht sehen konnte,
gute Fortschritte. , ^ ,
Eines Nachmittags nun hatte Hans einen Ausgang für seine Mutter zu machen. Beim Zurückkehren gegen Abend wählte er den Weg au den Gruben vorbei, welche eine merkwürdige Anziehungskraft für ihn besaßen. Schon manchmal hatte ei seine Spielgefährten gebeten, ihn an den Eingauo der Zeche zu bringen, dahin, wo er damals den Leichnam des Vaters gesehen hatte. Auch heute überkam ihn das Verlangen, an der Unglücksstätte vorbeizugehen. Sorgsam tastete er sich vorwärts. ^'i wußte, daß nicht weit von dem Grubenemgang entfernt ein neuer Schacht lag, der eingestürzt war.
Die Öffnung war zwar mit eisernen Stäbe» eni- gezäuut, die durch einen Strick miteinander verbunden waren, aber trotzdem erheischte das Nahe» zu der Stelle große Vorsicht. Plötzlich fühlte Hans einen der Stäbe in der Hand. Schnell wollie ei zurücktreten, aber es war zu spät. Jedenfalls waren durch die Nachlässigkeit des Arbeiters, der die Sicherheitslaterne für die Stacht anzubringen hatte, einzelne Stäbe nicht richtig befestigt worden. . Der Stab in des Knaben Hand gab nach, und mit einem durchdringenden Schrei stürzte der arme Junge m »ie Tiefe, Stäbe und Laterne mit sich reißend.
Auf den Schrei eilten einige Arbeiter herbei, welche in der Nähe beschäftigt waren. Sie sahen schnell, was geschehen war. Einer der Männer lieh sich an einem starken Seil in den Schacht hinab, dei glücklicherweise nur einige Meter tief war. Der arme Hans lag stöhnend am Boden. Sem rechtee Bein war gebrochen. Sonst war er ziemlich unversehrt. . , .
„Ach, das ist ja der blinde Haus," rief eniei
der Männer, als sie den Verunglückten aus seine, Lage befreit hatten. „Aber was in aller Welt Er kam nicht weiter. Ein Ausruf des K»»be»
unterbrach ihn. ..
„Halt! Halt!" rief Hans laut. „Laßt muh euch ansehen! O, ich kann sehen, ich kann »uedei
sehen I" /,
„Ach, der arme Junge ist übergeschnapptll meinte einer der Männer kopfschüttelnd in mitlei digem Tone. „Der Schreck war zu groß für ih«-, „Nein, ich versichere euch, ich kann feqcn, widersprach Hans. „O bringt mich schnell nag Hause! Ich muß Mutter sehen!"
Es war so. Der plötzliche gewaltige Schreo hatte einen solchen Einfluß auf das Nervensystem des Knaben ausgeübt, daß er das Sehvermögen zurückerhalten hatte. Hans konnte wieder seM- Denigegenüber erschien der Beinbruch als ein uich nennenswertes Unglück.
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